Das Gehirn braucht Fett. So helfen Ketonkörper gegen Alzheimer – Interview mit Ulrike Gonder

Februar 6 / Podcast / von Mag. Julia Tulipan

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In Folge #102

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Kurze Zusammenfassung

Ulrike Gonder ist Öko troph. und Wissenschaftsjournalistin. Sie hat mit ihren Bücher rund um Fett, ketogene Ernährung und low-carb ein tolle Sammlung an aufklärenden Büchern zu diesen kontroversen und missverstandenen Themen geschrieben.
Neben Büchern und Artikel hält sie mitreißende Vorträge. Sie versteht es, komplexe Themen verständlich zu vermitteln und durch ihre liebenswerte und begeisternde Art mitzureißen.

Lies das komplette Transkript

Julia:
Mein heutiger Gast ist die Ökotrophologin Ulrike Gonder. Ulrike Gonder ist nicht nur ein Mensch, der scheinbar von Innen heraus zu strahlen scheint, sondern auch ein Quell schier unerschöpflichen Wissens. Sie hat mittlerweile zahlreiche Bücher zu diversen Ernährungsthemen geschrieben, wobei es ihr das Fett, besonders angetan hat. Sie begeistert bei Vorträgen und Seminaren durch ihre mitreißende Art und ihre Fähigkeit, komplexe Themen verständlich aufzubereiten. Ihr neues Buch hat sie zusammen mit dem Internisten Dr. Peter Heilmeyer geschrieben. In diesem Buch widmet sie sich einem durchaus ernsten Thema, nämlich der Demenz. Ich mein allein in Österreich gibt 130.000 Demenzkranke. Die Zahl soll sich noch verdoppeln bis 2050 und in Deutschland sind es 1,6 Millionen Demenzkranke. Also durchaus ein Thema, das irgendwo uns alle angeht. Doch die frohe Botschaft ist, dass dies kein unausweichliches Schicksal ist, sondern wir alle etwas tun können, um dem vorzubeugen. Wir sprechen in diesem Interview darüber, was Insulin mit Gehirn - Gesundheit zu tun hat. Wieso Fett so wichtig ist, was du tun kannst, damit das Licht im Oberstübchen nicht ausgeht. Möchtest du mehr tolle Interviews mit Experten und Videos sehen, dann abonnieren doch unseren YouTube-Kanal oder hol dir das Audio Video auf i-tunes. Wenn du Fragen zu dieser Folge hast, dann hinterlass einfach ein Kommentar unter dem Video. Jetzt aber viel Spaß mit dem Interview mit Ulrike Gonder.

Alles, was du über Keto, Low-carb und Paleo wissen muss. Evolution Radioshow, dein Programm für evolutionäre Gesundheit, präsentiert von Julia Tulipan.

Julia:
Diese Episode wird gesponsert von Braineffect. Braineffect ist eine Performance Food Brand mit Produkten zur Steigerung deiner mentalen Leistungsfähigkeit. Suchst du nach einem Weg, schneller in Ketose zu kommen, dann ist Rocket C8 von Brain Effekt genau das Richtige für dich. Wie der Name schon sagt, besteht das Rocket C8 aus 100 Prozent C8 Fettsäuren, also Caprylsäure, welche die optimale der mittelkettigen Fettsäuren ist. Es ist geschmacksneutral, und daher kann man es wirklich überall einsetzen, egal ob im Kaffee, auf dem Salat oder in Smoothies. Der Vorteil daran ist, dass auch Ketonkörper gebildet werden. Auch wenn du Kohlenhydrate zu dir genommen hast. Wenn ihr das Rocket C8 Öl auch testen möchtet, könnt ihr dies unter https://www.brain-effect.com erwerben. Mit dem Gutschein Code Evolution Radioshow bekommt ihr sogar 20 Prozent auf alle Produkte im Brain Effect Shop. Den Link zum Shop und den Gutschein Code findet er in den Shownotes.

Julia:
Liebe Ulrike, herzlich willkommen zur Evolution Radioshow!

Ulrike Gonder:
Hallo Julia!

Julia:
Du hast ja ein neues Buch geschrieben und zwar mit Dr. Peter Heilmeyer zusammen. Und es heißt “Essen nicht vergessen!” Und das ist ein Titel, der jetzt erst mal ein wenig zum Schmunzeln anregt. Aber es geht doch um ein sehr ernstes Thema. Kannst du da ein bisschen was dazu sagen?

Ulrike Gonder:
Ja, wir haben ja diesen etwas flapsigen Titel und wir haben ja auch ein flapsiges, wie ich finde, ein ganz lustiges Cover gewählt und das mit Absicht. Wir haben da schon auch mit dem Verlag sehr gut drüber nachgedacht. Du hast recht, es ist ein absolut ernstes Thema. Ich glaube wir haben Alle Angst davor, irgendwie dement zu werden, den Verstand zu verlieren, zu verblöden, wie immer man es nennen möchte.
Aber wir haben ja eine frohe Botschaft. Wir haben ja die frohe Botschaft, dass man etwas tun kann. Entscheidend ist halt auch hier, dass man rechtzeitig anfängt. Und ich glaube deswegen ist auch der lustige, flapsige Titel auf dem Cover, ganz gut geeignet, weil wir eben die Leute motivieren möchten, bevor sie krank werden. Oder zumindest ganz am Anfang etwas zu tun und sie zu motivieren, einfach ihren Lebensstil ein bisschen zu verbessern. Weil man so viele Einflussmöglichkeiten hat. Und das hat sich noch gar nicht rumgesprochen. Und das war so ein bisschen der Anlass, es wirklich auch fröhlich zu machen, weil ich denke, solange man noch gesund ist oder nur hohe Risikofaktoren aber noch keine Symptome hat, darf man das Ganze auch noch fröhlich sehen.

Julia:
Ja, also ich hab das eben mal nachgeschaut, allein in Österreich sind 130.000 Menschen an Alzheimer erkrankt und das soll sich irgendwie verdoppeln, bis 2050 und in Deutschland schaut das auch nicht viel besser aus 1,6 Millionen. Also das ist doch eine ganz schöne Zahl.

Ulrike Gonder:
Das ist eine ganz schön große Zahl und man hat eben die Sorge, das durch die demografische Entwicklung, dass die Zahlen zunehmen werden. Es steigt wohl nicht so schnell, wie man ursprünglich befürchtet hat, dass ist eigentlich auch eine frohe Botschaft. Aber das hängt eben damit zusammen, dass man den einen oder anderen Risikofaktor schon im Auge hat und etwas tuen kann. Aber allein dadurch, dass wir eben auch mehr ältere Herrschaften haben werden und mehr Insulinresistente. Da kommen wir wahrscheinlich auch noch drauf zurück. Werden natürlich die Zahlen steigen. Und wir dürfen auch nicht vergessen, für jeden Menschen, der erkrankt. Es ist ja eine fortschreitende demezielle Erkrankung. Eine Erkrankung des Hirns, wo Hirnbereiche Schaden nehmen, die voranschreitet. Für jeden Menschen der erkrankt ist, brauchen wir ja mindestens einen auch der ihn pflegt oder der sie pflegt. Das heißt da kommt ja auch diese Doppelbelastung her. Es trifft ja eben nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Pfleger, sei es zuhause oder im Krankenhaus. Und das ist ja enormes, was da geleistet wird! Im Grunde genommen haben die Gesundheitssysteme oder die Vertreter auch große Sorge ob wir das auch finanziell und personell irgendwie stemmen könne, was da auf uns zu kommt.

Julia:
Verständlich! Ich meine Jeder, der so was vielleicht in der Familie schon mal erlebt hat, oder im nahen Bekanntenkreis, weiß wie belastend so was ist und das das teilweise auch wenn es natürlich die Mutter oder der Vater oder eben nahe Angehörige sind, das teilweise die Familie wirklich an ihre Grenzen bringt. Das betrifft nicht nur die Person die betroffen ist direkt, sondern die ganze Familie. Und das eben über Jahre.

Ulrike Gonder:
Vielleicht sogar Jahrzehnte. Also wir haben Leute im weiteren Bekanntenkreis die sind viele Jahre krank. Und es wird ja immer schlimmer und immer beschwerlicher. Es ist ein bürokratischer Krieg für jede kleine Unterstützung müssen Papiere ausgefüllt werden. Es muss gestritten werden mit den Institutionen. Also es ist insgesamt keine erfreuliche Aussicht und das war auch der Anlass, nachdem sich die Hinweise vermehrt, haben das tatsächliche Lebensstil, Lebensweise ganz viel mit Alzheimer zu tun hat. Haben wir dann irgendwann, also Peter Heilmeyer ist ja Arzt, ist ja Internist. Haben wir dann irgendwann gesagt:” So, jetzt haben wir eigentlich genug, Indizien, Hinweise hat, dass man es auch wagen kann, so ein Buch zu schreiben. Man bewegt sich auch ein bisschen auf glattem Eis, weil das ja eine große Hoffnung auch ist, wenn man sagt, man kann über Lifestyle, über Lebensstil und insbesondere über Ernährung ja einiges tun. Vielleicht sage ich das auch vorweg, wir machen hier natürlich keine seltsamen Heilsversprechen, sondern wir haben zusammengetragen, was es an Evidenz gibt. Es gibt sehr, sehr viele Risikofaktoren mit sich, mit anderen Erkrankungen überschneiden und von denen wir schon wissen, dass wir sie über Ernährung und Lebensstil günstig beeinflussen können. Was uns eben sehr optimistisch gestimmt hat, sind neue Erkenntnisse aus USA, wo verschiedene Systeme angewendet werden. In Deutschland beginnt das jetzt auch sehr zaghaft, aber wo tatsächlich die ersten Leute zurückgeholt wurden, natürlich nur ganz am Anfang der Erkrankung. Also ich sage immer: “Eine Hirnzelle die tot ist, die können wir natürlich nicht mehr lebendig machen, das heißt dort wo Schäden schon weit fortgeschritten sind, kann man nicht mehr viel machen. Aber, ich sag es auch mal ein bisschen “flappsig”, man hat doch den Eindruck, dass manche Hirnzellen zu Beginn nur schlafen und die kann man wieder aufwecken! Wiederbeleben, sozusagen!

Julia:
Was sind denn so die Risikofaktoren und wie kann man die vielleicht mit Lebensstil Interventionen, mit Ernährung oder sonstigen Sachen beeinflussen? Was versteht man eigentlich unter Demenz und Alzheimer? Es wird ja teilweise so oft verwechselt, vielleicht auch gleich verwendet, aber es sind ja doch zwei unterschiedliche Sachen.

Ulrike Gonder:
Die große Überschrift ist im Grunde Demenz. Demenz bedeutet ja, dass Hirnfunktionen ausfallen, dass kognitive Fähigkeiten wegfallen. Und es gibt natürlich eine ganze Fülle an demenziellen Erkrankung, so nennt man das. Es gibt auch ganz viele Ursachen, also man kann durch Schläge auf den Kopf. Wir denken an die Boxer, an den Kinofilm neulich mit der Football League, Infektionen, Vergiftung, Alkohol, Alter. Es gibt ganz, ganz viele Gründe und Risikofaktoren für eine Demenz. Das mal vorweg geschickt. Die Alzheimer Erkrankung wird als die häufigste Demenz angegeben. Etwa zwei Drittel der Demenzformen sind Alzheimer. Wobei man auch dazu sagen muss, dass eine Alzheimer Diagnose ist immer auch ein bisschen geschätzt und geraten, weil eigentlich kann man, könnte man es definitive erst nach einer Obduktion sehen, ob es tatsächlich Alzheimer war. Nur dann ist es ja für den Betroffenen auch zu spät. Insofern ist das eine akademische Diskussion, aber jedenfalls ist zum Beispiel typisch für Alzheimer-Patienten, dass die ersten Störungen so im Gedächtnis anfangen. Das hängt damit zusammen, dass eine bestimmte Region im Gehirn, der Hippocampus oder auf deutsch Seepferdchen, wir haben zwei so Seepferdchen im Kopf. Dass diese Region zunächst Schaden nimmt und dass ist eben ein Hirnbereich, wo das Kurzzeitgedächtnis sitzt. Darüber lässt sich auch erklären, dass oft Dinge vergessen werden, die in der jüngeren Zukunft waren. Man wunderst sich ja immer, dass die Patienten oft noch vom Krieg erzählen können, als die Kinder klein waren. Aber das, was gestern oder gerade eben passiert ist, fällt ihnen nicht mehr ein. Das erklärt sich aber über diesen Hippocampus, der gerade bei Alzheimer oft zuerst betroffen ist. Bei anderen Demenz Formen sind andere Hirnstrukturen betroffen. Also es gibt da große Unterschiede. Aber so wie es aussieht oder so, wie es im Moment die Mediziner uns erklären, ist die Alzheimer-Demenz die häufigste mit etwa zwei Dritteln der Fälle. Dann gibt es noch eine Form, die etwa ein Viertel bis ein Drittel ein Viertel ungefähr ausmacht. Das ist die sogenannte Vaskuläre Demenz. Vaskulär bedeutet die Gefäße sind geschädigt. Wenn wir uns vorstellen, dass unser Hirn ja ein sehr, sehr aktives Organ ist, das sehr viel Energie verbraucht und sehr viel Nährstoffe benötigt. Und die Nährstoffe werden natürlich mit den Blutgefäßen dorthin transportiert, und wenn die Blutgefäße Kaputt sind, nicht mehr elastisch sind, verstopft sind, verkalkt sind. Dann kann man sich vorstellen, dass auch die Hirnfunktion nachlässt. Da haben wir auch die erste Gruppe von Risikofaktoren. Alles, was unseren Gefäßen schadet, schadet eben nicht nur dem Herzen oder macht Bluthochdruck, sondern kann auch dem Gehirn schaden. Und in etlichen Fällen gibt es auch Überschneidungen. Dann sind die Gefäße nicht in Ordnung, es kommen andere Risiken hinzu. Das heißt, Gefäß - Gesundheit ist ja was, Sport, gesunde Ernährung. Blutdruck senken, da ist man schon bei der Gefäß - Gesundheit. Das würde auch dem Hirn zugutekommen.

Aber wir wissen oder wir sehen zunehmend aus Beobachtungsstudien, dass zum Beispiel Menschen, die sich wenig bewegen, ein erhöhtes Demenz Risiko haben. Menschen, die Insulinresistent sind, haben ein erhöhtes Demenz Risiko, und sie müssen nicht an Diabetes erkrankt sein. Das fand ich zum Beispiel sehr spannend. Wir wissen, das manche Infektionen, das Diabetes Risiko erhöhen, das Schwermetalle wichtig sein können. Aber, wenn ich das dann mal etwas runter breche, was auch für die Ernährung dann wieder interessant ist so, war für uns das Offensichtlichste im Grunde genommen die Insulinresistenz und die Gefäß - Gesundheit. Und noch etwas ganz Wichtiges, was uns aufgefallen ist. Man findet sehr, sehr früh, bevor irgendwelche Symptome auftauchen, findet man mit bildgebenden Verfahren. Man kann ja heute sozusagen die Gehirnaktivität sichtbar machen. Kann man sehen, dass schon bevor irgendwelche Symptome kommen, bei Risikopatienten die zum Beispiel Gefäßprobleme haben, die Insulinresistenz haben, die alt sind, die in der mütterlichen Linie Demenz in der Familie hatten, das erhöht das Risiko. Die bestimmte Genmutationen haben. Das erhöht das Risiko. Bei diesen Menschen sieht man das schon 10, 15 Jahre, bevor irgendetwas auffällig ist. Die Energieversorgung des Gehirns leicht gestört, ist also sozusagen an der einen oder anderen Stelle der Stecker gezogen ist. Man kann sich vorstellen, unser Gehirn braucht sehr viel Energie. Das macht etwa zwei Prozent des Körpergewichts aus. Es verschlingt etwa ein Viertel, der Energie, die wir in Ruhe verbrauchen. Da sieht man mal diese Diskrepanz. Und wenn ein so energiezehrendes Organ, Schwierigkeiten im Energie Nachschub hat, dann kann man sich vorstellen, dass das über die Jahre und Jahrzehnte dann krank macht. Also das waren so für uns die Knackpunkte. Es gibt lange Listen von Risikofaktoren, aber das waren so die Knackpunkte. Und dann kommt natürlich unser moderner Lebensstil dazu, Bewegungsmangel, Stress, oxidativer Stress, das falsche Licht, zu wenig Schlaf. Vieles, was uns anderswo auch krank macht, kann auch dem Hirn schaden. Und das ist noch ein Punkt, der uns im Buch ganz wichtig war. Viele sehen ja Alzheimer und Demenz als isolierte Erkrankung des Gehirns an. Und das ist genau wie beim Krebs, eigentlich Quatsch. Ganz selten ist der Mensch insgesamt gesund, nur sein Hirn gibt den Löffel langsam ab. Oder das Licht langsam ausgehen, sondern oft findet man eben an vielen anderen Stellen auch Probleme. Seien es Entzündungen. Oder es gibt einen amerikanischen Augenarzt, der darauf hinweist, dass, wenn man im Augen Hintergrund schon Probleme mit den Nerven erkennen kann oder mit den Blutgefäßen, dass man dann davon ausgehen kann, dass auch im Gehirn etwas nicht stimmt. Also wir könnten auch die Früherkennung deutlich verbessern.

Julia:
Das weißt ja auch wieder ein bissl auf die vaskuläre Seite hin, wenn schon die Blutgefäße, ich mein wenn man im Augen Hintergrund, da Problem mit den Blutgefäßen erkennt, ist das hier nur exemplarisch, dafür, wie es wahrscheinlich im Rest des Körpers auch ausschaut. Und gerade alles, was ums Auge herum ist, hat ja sehr nahe Beziehung zum Gehirn.

Ulrike Gonder:
Ja man kann ja das Auge so als Ausstülpung des Gehirns sehen und wir haben auch hier ganz viel DHA, diese Fischfettsäure, die auch oxidationsempfindlich ist und das gleiche Nervensystem. Also mir hat’s in einem der Bücher, die ich für die Recherche verwendet habe, der Spruch sehr gut gefallen:” Wir haben nur ein Nervensystem und nur einen Blutkreislauf.” Alles hängt zusammen. Deswegen kann man nicht sagen, jetzt ist nur das Hirn krank oder nur das Auge. Es sind dann eben oft Stoffwechselstörungen und nur so kann man eigentlich auch erklären, warum bestimmte Ernährungsmaßnahmen oder gesunder Schlaf oder Ketonkörper, werden wir auch drauf kommen, warum die auch bei so vielen Erkrankungen hilfreich sein können. Das klingt ja nach Voodoo. Ich weiss, dass ist ja günstig für den Krebspatienten, für den den Diabetiker, für den der abnehmen will und auch den, der sein Hirn schützen will. Da denkt man ja ok, jetzt sind wir hier in der Abteilung Wunderheilung gelandet. Das Entscheidende ist ja, dass wir uns hier im Grunde auf ganz grundlegenden Stoffwechselvorgängen einer Zelle, die Energiegewinnung ist einfach grundlegend für das Leben auch jeder Zelle wichtig, dass wir uns auf so einer, auf der Basis eigentlich aller Stoffwechsel Aktivität befinden. Und deswegen kann es auch so viele Auswirkungen haben.

Julia:
Und vor allem, wenn eben die eigentliche Ursache all dieser Sachen, die du angesprochen hast, womöglich eine ähnliche ist. Also Fehlregulation des Stoffwechsels zum Beispiel. Dann macht es ja auch wieder Sinn, warum die gleiche Intervention bei diesen scheinbar unterschiedlichen Erkrankungen so positive Ergebnisse zeigt. Jetzt ist es ja so, dass momentan, wenn man jetzt die Diagnose Alzheimer-Demenz oder so was bekommt, ist das ja praktisch ein gefühltes Todesurteil praktisch. Man hat das Gefühl, ja, da kann man gar nichts machen. Das ist praktisch man ist hilflos ausgeliefert. Oder so wird es einem auf jeden Fall vermittelt. In erster Linie. Kannst du ganz kurz sagen, wie würde den jetzt momentan die Standardtherapie aus schauen?

Ulrike Gonder:
Im Grunde genommen steht auch überall nach zu lesen, ist eine unumkehrbare Gehirnerkrankung. Und das ist ja sehr fatalistisch. Tatsächlich hat die Medizin auch fast nichts zu bieten. Es gibt ganz wenige zugelassene Medikamente, die bestenfalls Dinge etwas aufschieben. Also ich rede jetzt nicht davon, dass man natürlich den Bluthochdruck behandeln kann mit Lifestyle, mit Medikamenten, dass man für die Gefäß – Gesundheit etwas machen kann, das ist klar. Und deswegen glaube ich, steigen auch die Zahlen nicht so stark, weil die Medizin in dem Bereich schon einiges bewirken kann. Aber wenn die Diagnose gestellt ist, dann gibt es eigentlich fast gar nichts. Wie gesagt, zwei, drei Medikamente und es werden Unmengen an Geldern in den Sand gesetzt, sage ich auch. Weil immer wieder daran geforscht wird, wie man diese Ablagerungen, diese Amyloid Ablagerungen und solche Fibrillen, die man in einem Alzheimer Hirn findet. Das sind typische Anzeichen, also spezielle Strukturen, die da eigentlich nicht hingehören. Mein Eindruck ist, dass immer daran geforscht wird, wie man diese Ablagerungen weg kriegt, wenn sie schon mal da sind oder wie man sie verhindert. Da wird ein ums andere Mal werden die Millionen in den Sand gesetzt. Peter Heilmeyer und mich erinnert das so ein bisschen an die Cholesterin Geschichte, wo man auch immer versucht, das Cholesterin in den Plaques zu verhindern. Aber das ist ja eine Reaktion des Körpers auf etwas. Und wenn man dann anfängt zu recherchieren, dann stellt man fest, dass das Amyloid, das ist also ein Protein, das das ganz viele Aufgaben auch im Gehirn hat, das es überall im Körper vorkommt. Und wenn es aber eben falsch gespalten wird, wenn es nicht mehr abtransportiert werden kann, weiss nicht, weil man Insulinresistenz ist. Wenn also, was in diesem ganzen Amyloid Stoffwechsel schiefläuft oder wenn der oxidativen Stress zu hoch ist, wenn zu viele Schadstoffe oder schädliche Stoffe da sind, dann kann sich eben dieses Amyloid anhäufen. Jetzt kann man sich ganz gut vorstellen, dass Medikamente, die immer nur an diesen Symptomen herumdoktern, auch wenig Aussicht auf Erfolg haben. Ich glaube, so allmählich findet da ein bisschen Umdenken auch statt in der Medizin. Aber große Erfolge sind bisher noch nicht zu verzeichnen. Und das spricht natürlich wiederrum für die Lebensstil Interventionen, wenn da jetzt tatsächlich auch erste Erfolge sind. Es sind zwar erst Fallstudien, also wir haben noch keine großen Studien. Aber wir haben jetzt mehrere hundert Fall Beschreibungen, die zeigen, dass man tatsächlich etwas tun kann.

Julia:
Der Vergleich mit dem Cholesterin ist wirklich sehr gut, weil es sehr, sehr ähnlich von der Denkweise ist. Du hast das ja schon gesagt, es gibt eben viele Risikofaktoren. Und mir kommt fpr, oder einer der immer, für Viele ist der einzige Faktor, der immer zählt: “Ja meine Oma hat das schon gehabt oder meine Mama oder meine Tate, mein Onkel was auch immer. Nur dieser familiäre Aspekt. Das heisst, ich bin verdammt dazu an Demenz oder Alzheimer zu erkranken Ja so fatalistisch, ein wenig.

Ulrike Gonder:
Also das wäre vielleicht die erste Frohbotschaft, dass man sagt, es gibt eigentlich nur, also von der Genetik her gibt es einmal Mutationen in den sogenannten Präseniline Genen. Die sind tatsächlich eine genetische Ursache, das kann Jeder bekommen, die das Alzheimer Risiko sehr deutlich erhöhen. Aber natürlich kriegen auch diese Leute das nicht zu hundert Prozent, aber sie kriegen es zu einem höheren Prozentsatz und auch früher. Die erkranken oft schon in der 5. Lebensdekade. Normalerweise sagt man ja über 70, über 80 da fängt das an. Da gibt es genetische Besonderheiten. Es gibt spezielle Cholesterin Transporter, Moleküle. Da gibt es verschiedene Varianten und das vererbt sich natürlich auch und wir wissen auch tatsächlich, dass in der mütterlichen Linie, wenn da Alzheimer oder Demenz war, dass das dann auch das Risiko für die Nachkommen erhöht. Auch hier heißt es aber natürlich nicht, dass man mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit erkrankt. Man hat eine höhere Wahrscheinlichkeit als jemand, in dessen Familie die Krankheit noch nicht aufgetreten ist. Aber selbst wenn ich da eine gewisse Vorbelastung habe und die ist wieder die frohe Botschaft, dann kann ich mit gewissen Lebensstil Faktoren, gesunder Schlaf, richtiges Licht, gesunde Ernährung, bestimmte Fette, bestimmte Lebensmittel auch Fastenzeiten, kann ich dafür sorgen, dass mein Risiko auch wieder sinkt. Und ich meine wir reden bei Ernährung und Lebensstil Maßnahmen sowieso nie über null oder hundert Prozent, sondern es geht ja um erhöhte oder verminderte Wahrscheinlichkeiten. Nur wenn man das mit ganz einfachen Maßnahmen, die Wahrscheinlichkeit verringern kann. Dann, denke ich, ist es das ja wert auszuprobieren. Man weiß tatsächlich, dass zum Beispiel bei Menschen, die das in der Familie gerade in der mütterlichen Linie hatten, was übrigens für die Mitochondrien spricht, in einer Zelle das sind die kleinen Zell Kraftwerke, die von der Mutter, auf die Kinder übertragen werden. Die für die Energiegewinnung zuständig sind. Diese besondere Belastung durch die mütterliche Linie, zeigt auch, das wir hier ganz viel mit Energiegewinnung mit dem Energiestoffwechsel zu tun haben. Bei diesen Menschen sieht man das zum Beispiel auch sehr früh. Schon, 20 Jahre bevor man Sympthome sieht, haben die schon eine Unterversorgung. Also, so muss ich das sagen, Beeinträchtigungen in der Energieversorgung. Und das bedeutet eben bei der heutigen normalen Lebensweise. Dass die Zuckerverwertung gestört ist, der Gehirnzellen.

Julia:
Also ich mein, du hast jetzt ein paar mal das Schlagwort gebracht - gesunde Ernährung. Was in Bezug auf Gehirn Gesundheit und natürlich auch Insulinresistenz erwähnt. Was bedeutet, gesunde Ernährung für das Gehirn. Welche Rolle spielt jetzt Insulinresistenz?

Ulrike Gonder:
Ich fang mal mit der Insulinresistenz an. Wir sprechen hier von einem ganz wichtigen Hormon, das eben im Kohlenhydrat Stoffwechsel eine Rolle spielt. Insulin sorgt ja dafür, dass viele Zellen den Zucker erst nutzen können, der in unserem Blut unterwegs ist und der ja da auch sein muss, in geringer Menge. Und wir denken bei Insulinresistenz. Also wenn das Hormon nicht mehr wirkt, dann kommt der Fettstoffwechsel durcheinander. Die Gewichtszunahme und so weiter, alle diese Geschichten die passieren können bei Menschen, die Insulinresistent sind. Die werden früher oder später zum Diabetiker. Das heißt das Insulin wirkt nicht mehr richtig, der Stoffwechsel kommt durcheinander. Und dann ist eben eher eine Fett & Eiweiß betonte, Ernährung viel günstiger, weil die Zucker Verwertung ja nicht mehr stimmt und weil auch oft viel zu viel Zucker im System ist. Jetzt muss man dazu wissen, dass auch ein Gehirn Insulinresistent werden kann. Und dann müssen wir aufpassen, dass wir nicht in die Falle tappen und denken, im Gehirn ist das Insulin dafür verantwortlich, dass die Neuronen die Hirnzellen, die für die Signal Weiterleitung verantwortlich sind, das die jetzt Insulin bräuchten, um Zucker aufzunehmen. Das wäre ne doofe Sache, wenn das im Gehirn so wäre, da hätten wir öfter mal ein Blackout. Das Hirn stellt sicher, dass es so gut wie möglich mit Zucker versorgt wird. Das heißt, für die eigentliche Zucker Aufnahme brauchen die Neuronen gar kein Insulin in der Regel. Es gibt ein paar Zellen, die das auch brauchen, aber wir machen es jetzt mal ganz einfach. Das Gehirn braucht es nicht. Aber das Insulin hat ganz viele verschiedene wichtige Aufgaben im Gehirn. Zum Beispiel wirkt es als Sättigungshormon. Das haben wir ja ganz oft schon gehört. Insulin ist ein Mast Hormon und fördert Hunger. Das ist auch richtig, wenn zu viel im System ist. Wenn wir zu viel Insulin im Blut haben und jetzt wird es spannend - kommt im Hirn zu wenig an. Das heißt zu viel Insulin im Blutkreislauf, im Körper, außerhalb des Gehirns bedeutet in der Regel zu wenig Insulin im Gehirn. Also hier muss man quasi ganz umdenken. Und wenn wir zu wenig Insulin im Gehirn haben, dann ist zum Beispiel das Gedächtnis beeinträchtigt. Das Lernen beeinträchtigt die Konsolidierung von Gedächtnis. Geschichten. Die Sättigung kann beeinträchtigt sein. Also wir haben im Hirn ganz andere Aufgaben für’s Insulin. Wir haben dann wenn jemand Insulin resistent ist, also wenn er sich falsch ernährt, übergewichtig ist, zu viel Insulin im Blut hat, haben wir meistens zu wenig Insulin im Gehirn. Jetzt gibt's natürlich Leute die sagen: ”Gut dann pfeifen wir jetzt noch was rein”, man kann Insulin inhalieren zum Beispiel durch die Nase. Daran wird geforscht, und dass gute ist eben oder das einfache ist, man müsste es nicht spritzen, sondern es würde eben durch die Nase kann man es direkt ans Gehirn schnüffeln. Schlechte Droge, aber wirkt, geht durch. Aber das hat im Grunde auch die Hoffnung nicht erfüllt, es ist aber meistens nur vorübergehend und wirkt auch nicht bei allen. Es scheint doch nicht der Königsweg zu sein. Wie kriegt jetzt die Gehirnzelle genug Zucker? Die eigentliche Frage ist eigentlich, braucht die so viel Zucker? Bei unserer normalen üblichen Ernährung, wo wir so viel Kohlenhydrate essen, läuft unser Hirn mit Zucker. Das ist der Normalfall heute, war aber nicht immer so, beziehungsweise wir müssen immer bedenken, dass unser Hirn flexibel ist und auch flexibel sein muss. Wenn man so ein empfindliches Ding da oben in Schädel Karlotte hat, dann kann man das nicht mit einem Brennstoff versorgen lassen, bei jeder Unterzuckerung würden wir ja umkippen. Bzw. bei jeder Hungerphase, die es früher ja gegeben hat, bei jeder Fastenkur würden wir umkippen, wenn unser Hirn nicht in der Lage wäre, eben auch andere Energieträger zu nutzen. Die Fette selber, so wie das zum Beispiel die Muskelzellen können, sind dafür nicht so gut geeignet. Erstens gehen sie nicht schnell genug durch die Blut-Hirn-Schranke, ein paar kommen durch, aber das ist nicht so die Masse, wie es dann vom Muskel, verwertet werden kann als Energieträger. Und deswegen hat die gütige Natur, den Umweg über die Ketonkörper gebaut. Das heißt, wenn wir nicht essen, wenn wir fasten, so wie das immer in unserer Evolution war und wie das auch früher war. Man hat eben nicht 17 Stunden am Tag gemümmelt und genascht und geschnuckelt, wie man hier in Hessen sagt, sondern hatte längere Nahrungspausen. Dann wird eben Körperfett abgebaut und ein Teil, ja bei einem Teil dieser Fette wird der Fettabbau an einer Stelle unterbrochen. Dann werden Ketone gebildet. Diese Ketone können genauso leicht wie Zucker ins Gehirn gelangen. Die Leber gibt die ab, sie baut sie, aber nutzt sie nicht selber, das ist ja auch clever eingerichtet. Die werden ins Blut abgegeben und die können genauso gut und genauso leicht ins Gehirn gelangen wie Zucker. Sie werden genauso prima zur Energieversorgung hergenommen. Und jetzt kommts aber, wenn die Zucker Versorgung schon gestört ist, warum auch immer, ich glaube man weiß es nicht ganz genau. Kann sein, dass zu wenig Zucker ins Gehirn gelangt. Kann sein, dass die Zellmembran der Hirnzellen nicht mehr richtig funktionieren, das die Signalkaskaden nicht mehr stimmen. Es gibt ganz viele Möglichkeiten, warum so eine Hirnzellen nicht mehr genug Zucker aufnehmen kann. Aber sie kann sehr lange noch Ketone aufnehmen. Also sowohl bei gesunden jungen Menschen, aber auch bei alten Menschen, das hat man messen können. Kann das Gehirn eben auch Ketonkörper aufnehmen und sogar auch bei beginnender Demenz. Auch hier wieder, wenn die Hirnzellen schon zu weit geschädigt sind, wenn die Mitochondrien schon kaputt sind, geht es nicht mehr, weil für die Ketonkörper Verwendung braucht die Zelle Mitochondrien. Also aber am Anfang einer Schädigung oder wenn die Zellen noch schlafen, wenn sie sozusagen ihre Mitochondrien heruntergefahren haben, aber wenn die nicht kaputt sind, ganz einfach um ein bisschen bildlich zu sprechen, dann können Ketonkörper ganz hilfreich sein. Auch kurzkettige Fettsäuren, die ein oder andere, schlüpft da auch durch und kann sogar im Gehirn dann und kann sogar im Gehirn dann Ketonkörper umgebaut werden. Die Astrozyten, die Neuronen Tankstellen können das, die versorgen ihre Kollegen. Das heißt, wir haben einen alternativen Brennstoff der, wo der Zucker nicht mehr verwertet werden kann, wo er nicht hinkommt oder wo die Mechanik nicht mehr stimmt. Kann das Keton rein, der Ketonkörper rein, dann ist die Energieversorgung wieder glatt gezogen. Und Steven Conain aus Kanada, der hat so ein schönes Bild entwickelt, also der sagt:” Das Hirn zieht Zucker nach Bedarf”. Wenn irgendwo die Hirnaktivität steigt und es wird mehr Energie benötigt, dann zieht das Hirn normalerweise mehr Zucker aus dem Blut. Aber wenn das nicht geht, sei es, das die Blut-Hirn-Schranke kaputt ist, oder dass irgendwelche Transporter nicht funktionieren. Dann kommt halt nicht genug Zucker an, aber wenn Ketonkörper im Blut da sind, die gehen durch! Weil die werden vom Blut ins Hirn geschoben. Das ist ein ganz anderer Weg. Also die gehen “flutsch” rein. Rein theoretisch könnte man bis zu 70 Prozent des Energiebedarfs des Gehirns über Ketonkörper decken. Also nicht alles. Wir brauchen immer auch ein bisschen Zucker. In sofern, ist es schon richtig, dass Zucker auch benötigt wird, aber eben nicht in dieser Masse. Und dann machen wir es noch viel spannender, weil die Ketone, sagen wir mal, das Beta-Hydroxybutyrat, als wichtigster Ketonkörper. Der kann noch viel mehr als Energie liefern, und das macht die Sache so wahnsinnig spannend. Ich weiß ja immer nicht, ob das normal ist, dass man über solche Moleküle oder von Molekühlen so begeistert sein kann. Aber ich finde auch, dass die Natur, die Schöpfung der Evolution, immer so wunderbar eingerichtet ist, dass alle so ineinander greift und sich ersetzen kann. Es ist halt so, dass Ketone also zumindest das Beta-Hydroxybutyrat auch entzündungshemmend wirken. Ganz oft haben wir eine Entzündungskomponente bei einer Alzheimer Erkrankung. Nicht bei allen, aber bei den meisten. Dieser Ketonkörper kann einen Teil der Insulin Wirkung übernehmen. Für Gedächtnisbildung und so weiter. Das Beta-Hydroxybutyrat kann im Hippocampus, da in diesem Gedächtnis Safe, wo das ja alles statt findet, kann es dafür sorgen, dass neue Neuronen gebildet werden. Es sorgt dafür, dass der „Brain-derived neurotrophic factor“ ein englisches Wort kurz BDNF, das der gebildet wird. Das heißt, da können neue Zellen entstehen. Wir brauchen ja für die Gedächtnisbildung neue Verknüpfungen, neue Zellen. Und es gibt ganz wenige Hirnregionen, wo überhaupt neue Zellen bei Erwachsenen gebildet werden können. Und das ist im Hippocampus. Da können die Ketonkörper das anstoßen. Sie wirken antioxidativ. Das heißt, wir haben hier nicht nur ein Energie Substrat, was noch viel länger durchgeht, auch wenn der Zucker schon nicht mehr durchgeht oder nur noch teilweise. Sondern wir haben einen wunderbaren Schutz Stoff, der eben auch einen Teil der fehlenden Insulin Wirkung abdeckt, der für Neubildung der Mitochondrien Bildung anregen kann. Ein ganzer Blumenstrauß an tollen Funktionen und das ist einfach klasse. Und deswegen sind die Ketone so wichtig.

Julia:
Das ist auch warum mich die Ketone oder die ketogene Ernährung so alles, so wahnsinnig fasziniert, weil es einfach unglaublich ist, welche Signal Molekühle das alles sind und was die eigentlich alles machen.

Ulrike Gonder:
Und so kleine “Biester”, was die alles können!

Das war übrigens ein Satz von hat ja so ein bisschen Ketone und Kokosöl bekannt gemacht in der Behandlung. Das war übrigens ein Satz Ihres Mannes. Der hat gesagt, nachdem wir das ausprobiert haben: “ Das Licht in meinem Kopf ist wieder an” und das finde ich so eindrucksvoll, wenn einer das sagt.
Du hast eben gesagt, ketogene Ernährung. Für mich war schon auch wichtig, dass wir jetzt nicht alle Senioren auf eine ketogene Ernährung setzen. Das wird ein bisschen schwierig, glaube ich. Weil das Spannende ist, man braucht manchmal gar nicht so viel. Also wir wissen ja aus der Behandlung von Epilepsie kranken Kindern, dass wir da relativ viele Ketonkörper brauchen und auch eine relativ strenge Ernährung. Aber auch wieder die Kanadische Arbeitsgruppe um Steven Cannain, die haben eigentlich genaue Messungen gemacht. Es sind am Anfang nur 10 - 20 Prozent der Zellen denen an Energie fehlen und die kann man mit relativ geringen Keton Mengen schließen. Das heißt, ich muss am Anfang gar keine strenge Ernährungsform machen, und deswegen haben wir in unserem Buch haben wir das auch LOGI+ genannt. Die LOGI Methode ist ja auch eine Form der Kohlenhydrat reduzierten Ernährung, aber relativ moderat. Das heißt, wir sagen eben, weniger Stärke, weniger Zucker, um diese Blutzucker und Insulin Spitzen wegzunehmen, die ja auch dann zur Insulinresistenz führen können bzw. die das eben wieder, wenn man weniger davon ist, das wieder zurück nimmt. Dann ganz viel Gemüse für die Schutzstoffe, eben gesunde Fette, genug Eiweiß, Hirn braucht Eiweiß und mit + meinen wir Kokosöl. Das Kokosöl wird ja auch immer so ein bisschen entweder gehyped als Wundermittel oder eben es wird gesagt, dass ist ganz gefährlich und macht Herzinfarkt und schlag mich tot. Das wundert mich immer das solche Geschichten dann auch für Schlagzeilen sorgen. Wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte. Kokosöl hat wunderbare Eigenschaften, nämlich unter anderem die, dass es auch die Keton Bildung etwas ankurbeln kann, wenn man jetzt keine strenge Ernährung macht. Ich würde jetzt natürlich nicht empfehlen Fastfood und Kokosöl zu essen oder Junkfood und Kokosöl. Das macht ja irgendwie keinen Sinn. Aber zu einer moderat Kohlenhydrat reduzierten Ernährung, ein bisschen Kokosöl dazu geben. Das ist sicherlich sinnvoll, und das kann man auch nachmessen. Es ist ein milder Effekt. Und es gibt noch andere Möglichkeiten, um die Ketose zu erhöhen. Zum Beispiel mit MCT – Öl, die schneller wirken als Kokosöl. Kokosöl wirkt dafür etwas anhaltender. Mit solchen Sachen kann man diese kleine Energielücke, die am Anfang erst ist, ganz gut schließen. Und was mir auch gut gefallen aus Berichten aus Amerika, dass es eben auch sinnvoll ist, mindestens über Nacht eine 12 stündige, besser 14 -15 stündige Nahrungskarenz einzuhalten, weil auch in dieser Zeit der Körper kleine Mengen Ketone bildet, die dann eben ihre günstigen Effekte ausüben können. Und deswegen haben wir auch immer nebenbei, es ist zwar ein Ernährungsbuch aber wir haben Schlaf und Licht und das Alles mit erwähnt, weil es ja in einander geht. Und in der Nacht, wenn wir gut schlafen und auch in der Dunkelheit wird eben auch repariert, werden eben auch ungünstige Stoffe aus dem Gehirn abtransportiert. Wir wissen ja heute, dass das Gehirn auch so eine Art Lymphsystem hat und das eben in der Nacht da geputzt und aufgeräumt wird und alles, was da nichts verloren hat raus kommt, ja und dann über den Körper sozusagen entsorgt wird, wobei das Gehirn ja auch zum Körper gehört. Aber du weisst was ich meine. Das heißt, dass eben auch, dass wir auch mit dem ein bisschen regelmäßig essen bzw. auch mal ein paar Stunden nicht essen und am besten halt über Nacht, das wir auch diese Prozesse unterstützen. Weil wir einmal die milde Keton Bildung haben und andererseits, ich sage es jetzt wieder flapsig die Reinigungs- und Reparatur Vorgänge im Gehirn unterstützen können. Und das ist natürlich am Anfang, wenn wir noch halbwegs beieinander sind, reicht das wahrscheinlich ja. Je mehr man betroffen ist, desto strenger muss man natürlich sein. Und dann kann man auch eine ketogene Ernährung sinnvoll sein.

Julia:
Ich glaub das ist auch, was vielleicht wichtig ist, was du ansprichst dass du mit LOGI+ oder einer ähnlichen Form der Ernährung. Das man einfach sagt, wenn ich die Insulinresistenz und diese vaskulären Schäden und freie radikal Schäden z.B. als Basis nehme für die Progression der Erkrankung. Dann kann ich natürlich sagen gut, wenn ich jetzt eine Ernährung wähle, die weniger Kohlenhydrate enthält, die Nährstoffdicht ist, die gute Fette enthält, die auch die ganzen Baustoffe bringt und natürlich die radikal Belastung minimiert. Dann ist es ja auch eine Art von Prävention.

Ulrike Gonder:
Ganz wichtig, entzündungshemmend, viele Antioxidantien, hohe Nährstoffdichte. Wir dürfen nicht vergessen, dass unser Hirn ja nicht nur Energie braucht, sondern eben auch die richtigen Fette. Es braucht antioxidative, Mikronährstoffe. Es baut natürlich einen Teil seiner Antioxidantien selber, auch da helfen die Ketone mit. Aber es braucht dafür natürlich Mineralien, es braucht Selen. In unserem Hirn ist relativ viel Vitamin C. Es baut sein Glutathion auch selbst selbst, ist auch ein antioxidative Stoff, und dafür muss es natürlich auch Energie übrig haben. Aber dafür braucht es auch die richtigen Baustoffe. Und deswegen ist genau was du sagst, eine Ernährung die auf Grundnahrungsmitteln basiert, die sehr nährstoffdicht sind. Tierisch und pflanzlich, ist immer ideal, wenn man es kombiniert. Wer das eine oder andere weglässt, muss natürlich wieder viel mehr kombinieren. Aber eigentlich ist die Kombination dafür ideal. Lebensmittel aus dem Meer, ja nicht nur Fisch, Meeresfrüchte, Seetang. Ich weiß nicht, was alles. Das, was aus dem Meer kommt, hat eine wunderbare Kombination. Wir haben die für das Gehirn wichtigen Fettsäuren wie DHA, wir haben das Jod was die Doppelbindung schützt, was oxidative auch schützt. Wir haben das Selen, was auch in die gleiche Richtung geht. Wir haben Vitamin D. Wir haben Vitamin B12. Also wir dürfen gerade die tierischen Lebensmittel nicht unterschätzen. Die bringen einen super Nährstoffmix mit. Und natürlich die Pflanzen, die wieder andere Vitamine und Mineralien mitbringen, die lösliche Ballaststoffe mitbringen, die die Darmflora gesund halten. Es gibt auch Erkenntnisse, die zeigen, dass wahrscheinlich ein durchlässiger Darm auch die Blut-Hirn-Schranke schädigen kann. Das heißt auch hier wieder eine Verschränkungen, was unserer Darm Gesundheit, trägt indirekt auch zur Gehirngesundheit bei, weil es einfach dafür sorgt, dass die Schleimhäute, dass die Barrieren richtig funktionieren. Das keine Entzündungsstoffe, keine Krankheitserreger vom einen zum anderen Ort gelangen. Das zeigt eigentlich auch wie vielfältig und wie grundsätzlich Ernährung helfen kann.

Julia:
Das wird ja leider immer ein bissel heruntergespielt, als irgendeine eine Art von Bedeutung. Das Ernährung in irgendeiner Weise einen Beitrag dazu leisten kann zur Gesunderhaltung bzw. in der Progression von einer Erkrankung sich noch irgendwie mit einbringen kann. Und das ist natürlich auch schön, dass sich das doch auch langsam glaube ich auch schon in der Wahrnehmung auch ändert.

Ulrike Gonder:
Soll ich mal das große Licht an machen?

Julia:
Ja mach mal an….

Ulrike Gonder:
So jetzt sieht man mich glaube ich wieder ein bisschen besser. Also ich bin noch nicht, ich bin noch kein “Grufti”. Guck mal ich habe hier meinen Neuronen mitgebracht. Ich habe ein kleines Stoff Neurone mit Axonen, gibt's in Stoff Form. Leider gibt es noch keine Astrozyten. Ich sage ja immer flapsig, die “Neuronen -Tankstellen” also auch die müssen wir gut behandeln mit kleinen Jungs.

Julia:
Vielleicht noch ein paar Worte auch zum Thema Fett. Du hast es eben angesprochen, gute Fette DHA, EPA….

Ulrike Gonder:
Stopp. Man sagt immer DHA, EPA. Im Gehirn ganz wichtig, DHA und Arachidonsäure. Ja, das sind eigentlich die beiden. Man sagt immer die böse Arachidonsäure, ist aber ganz wichtig fürs Gehirn. Es gibt sogar Hirnregionen, da ist mehr Arachidonsäure als DHA, also es ist sehr unterschiedlich im Gehirn. Und das Hirn will gar nicht so viel EPA. Ist ja auch wichtig, ist ja auch entzündungshemmend. Im Gehirn wird mehr Arachidonsäure und DHA gebraucht, die dort eben verschiedene Funktionen ausüben. Natürlich muss das auch alles ausgewogen sein. Aber eigentlich versorgt sich das Gehirn aus der Peripherie. Und da wir in unserem Blut schon selten einen Arachidonsäure Mangel haben, ist das kein Thema, sondern wir haben eher ein Problem, das nicht genug DHA ist. Weil wir nicht genug Fisch essen oder Algen oder was auch immer.
Wobei die DHA ein zweischneidiges Schwert ist. Auch nicht so einfach, dass man sagen kann:” Ja, wenn man älter wird, ist zu wenig DHA da” und dann kriegt man irgendwie, kriegt man eben dann die “Erbse”, kriegt man Hirnstörungen. Es ist oft genug DHA da, aber sie, ich nehme wieder ein flapsiges Bild, sie ist “ranzig” geworden, defekt. Und dann kann sie natürlich Ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Und daran wird wieder deutlich oder das erklärt auch, warum wir in den epidemiologischen Studien sehen, dass Leute, die regelmäßig Fisch essen, ein geringeres Alzheimer Risiko haben. Aber wenn ich Supplemente gegen, Fischöl-Supplemente, habe ich oft keinen Effekt. Manchmal bringt es was, es kommt auch wieder ein bisschen auf die Dosierung, auf den Status an, auch der Menschen und der Krankheit. Aber Fisch scheint besser zu sein. So warum? Fisch bringt Eiweiß, Fisch bringt DHA, fisch bringt auch Arachidonsäure, das wird auch immer vergessen. Wir haben ja die ganzen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Fisch bringt Jod, Fisch bringt Vitamin D, Selen. Also wir haben hier einen perfekten Nährstoff Mix, noch ein bisschen Gemüse dabei für die Darmflora und dann haben wir ganz tolle Sachen. Also richtige Fette fürs Gehirn bedeutet in erster Linie DHA und Arachidonsäure, wobei wir bei letztere in der Regel keinen Mangel leiden. Und deswegen sprechen wir sehr viel von den, über die Omega - 3 Fettsäuren. EPA wird natürlich auch gebraucht, aber mehr eigentlich in anderen Teilen. Und Sie kommen ja zusammen meistens auch in Fisch und in Lebensmitteln vor. Insofern ist sie auch wichtig, aber im Gehirn spiel sie nicht ganz so die große Rolle wie die, DHA.

Julia:
Es wird ja auch oft vergessen, dass das Gehirn zu 75 Prozent in der Trockenmasse aus Fett eigentlich besteht.

Ulrike Gonder:
Ziemlich viel und ziemlich viel Cholesterin.
Diese anderen Fette. Ich meine man spricht immer über Omega – 3 und so, aber ich meine, es besteht ja nicht nur aus Omega - 3 , sondern auch……
Das wäre eine Katastrophe! Das wäre uns aus den Ohren raus gelaufen und wahrscheinlich wären wir gar nicht so alt geworden. Du sprichst einen ganz wichtigen Punkt an. Die ungesättigten Fettsäuren sind exorbitant wichtig. Gerade die DHA. Die in der Natur seit 600 Millionen Jahren für Signal Übermittlung verwendet wird. Die ist extrem wichtig und extrem gut dafür geeignet. Aber sie hat eben auch eine Schattenseite. Sie ist extrem empfindlich. Sie hat 6 Doppelbindungen, da kann es überall knallen und zischen. Das heißt sie geht halt auch leicht kaputt. Und sie muss natürlich auch. Die sitzt ja überwiegend in den Zellmembranen und wir sehen ja hier so an diesen Neuronen mit den langen Fortsätzen, da ist ja ganz viel Zellmembran Material. Und die Zelle packt auch die DHA schon genau dahin, wo sie gebraucht wird. Sie will sie zum Beispiel nicht gerne in den Mitochondrien haben. Weil da wird der ganze Sauerstoff verarbeitet. Das ist nicht so prickelnd, kann die leicht kaputtgehen. Aber wir brauchen sie zur Signal Übermittlung. Das heißt, es muss genug da sein und das Hirn versucht, die auch zu konservieren. Aber wir müssen natürlich genug essen. Und wenn ganz viele Oxidation und Entzündungsvorgänge im Körper sind, dann geht auch viel kaputt und deswegen ist auch der Nachschub schon wichtig. Es ist nicht unerheblich, aber ich sag ja immer so ein bisschen ketzerisch, es heißt ja immer in den Zellmembranen ist die Hälfte der Fettsäuren ungesättigten. Und dann sag ich immer s ganz kätzerisch: “Was ist denn dann die andere Hälfte?” Ja – gesättigt! Genau! Auch die Gesättigten Fette und auch das Cholesterin spielen eine sehr, sehr wichtige Rolle. Aber eben auch Ketone, die ja auch aus allen Fetten, auch aus gesättigten Fettsäuren, besonders gut, gebildet werden. Wir brauchen zum Beispiel Fett Abkömmlinge wie die Ketone auch um die Mylin Schicht, um die Nervenzellen um den langen Fortsatz bei den Nervenzellen zu bilden. Der besteht aus ganz speziellen, vielen gesättigten Fettsäuren und Ketone sind wichtig auch, um diese Fettsäuren aufzubauen. Daran sehen wir auch, das wir gar nicht nur über DHA reden, sondern dass es auch gesättigte Fettsäuren in allen möglichen Längen und Größen gibt, die für die Gehirnfunktion wichtig sind. Jetzt gibt es natürlich Leute, die sagen:” Ja, aber die gesättigten, kann der Körper ja selber machen.” Ja, aber nicht, wenn wir insulinresistent sind und fettarm essen. Ich weiß nicht, was alles, wenn der gesamte Stoffwechsel nicht funktioniert, wenn Entzündungen da sind usw. Das heißt, wir brauchen auch gesättigte Fettsäuren bzw. wir müssen uns auch gar nicht davor fürchten, wenn wir die Kohlenhydrate reduzieren, so wie wir das sonst auch immer sagen, dann werden die Fette eher zur Energieversorgung und auch für die Bau – und Strukturmaßnahmen verwenden. Wofür sie auch eigentlich da sind und auch gut sind.

Julia:
Was wären sozusagen bei den, weil wir jetzt gerade bei den Lebensmitteln sind. Was wären deiner Meinung nach denn deine top drei Lebensmittel, die sind die absoluten Gehirn Beschützer. Die müssen unbedingt sein.

Ulrike Gonder:
Fisch ist ganz klar. Das hat sich glaube auch schon so ein bisschen rumgesprochen, also fetter Fisch. Da kommt immer auch die Sache, ja der hat aber auch Schadstoffe. Auch dazu gibt es schon Studien. Einmal kann man natürlich gucken, dass man möglichst schadstoffarmen Fisch findet, bekommt. Aber man weiß auch, dass tatsächlich die Menschen regelmäßig Fisch essen, durchaus auch mehr Quecksilber im Hirn haben. Aber sie haben eben auch mehr Omega – 3, sie haben mehr Selen und weniger Demenz. Also es scheint wohl noch so zu sein, dass der Nutzen überwiegt und das unser Fisch besser wird und die Meere sauberer. Das denke ich immer sind politische Entscheidungen, müssen wir uns auf ganz anderer Ebene einsetzen, dass unsere Lebensmittel besser werden. Aber es ist aus meiner Sicht keine Lösung, zu sagen wir essen jetzt keinen Fisch mehr, sondern wir müssen gucken, dass wir bessere Lebensmittel kriegen.
Man muss sich auch überlegen, was ist die Alternative? Und ist die besser? Ich mein anders hab ich dann halt Glyphosat drin.
Du hast gefragt, die drei wichtigsten. Da ist ganz oben der Meeres Fisch mit dem Jod, der ist sicherlich ganz oben dabei. An zweiter Stelle würde ich dann schon die pflanzlichen Lebensmittel und ich würd Gemüse, Obst und Nüsse, fast nebeneinander stellen, die haben alle ihre Vorteile. Sie haben phänologische Substanzen, also sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe, sie bringen das pflanzliche Eiweiß mit, also sie haben eine Fülle an Schutzstoffen, die den Fisch oder andere tierische Lebensmittel optimal unterstützen. Ich glaube ein bisschen, beim Beeren Obst haben wir natürlich den Vorteil, dass nicht so viel Zucker drinnen ist und das sie ballaststoffreich sind. Aber ich glaube, dass die Empfehlung zu Beeren Obst auch ein bisschen daher rührt. Dass das Beeren Obst eigentlich auch am Besten untersucht ist. Und immer auch die Frage wo vom haben wir Saaten. Es gibt ein bisschen was zu Zitrusfrüchten. Es gibt sehr viel Blaubeeren, es gibt ein bisschen was zu Cranberries oder Granatapfel. Aber weiss ich nicht, wenn man jetzt Feigen und Äpfel und Nektarinen untersuchen, kommt vielleicht auch was dabei raus. Ich will jetzt gar nicht sagen, es ist nur das Beeren Obst. Aber das hat natürlich eine Fülle an Schutz und Wirkstoffen und ist sehr gut zu verwenden. Gemüse haben wir schon gesagt. Nüsse ganz interessanterweise eben auch mit vielen interessanten Fetten, Eiweiß, Ballaststoffe, also auch eine tolle Kombination. Aber Nüsse sind natürlich immer eher Snacks. Also wir wollen ja jetzt nicht, dass die Leute Kiloweise Nüsse essen. Aber die kann man ruhig auch genießen. Das wären so meine top. Und natürlich ergänzend Kokosöl. Weil das Kokosöl einfach, selbst wenn ich mich jetzt nicht so perfekt ketogen ernähre oder nicht so top LOGI mich ernähre. Es bringt eben doch einen kleinen Zusatz Effekt, durch eben diese Ketonbildung. Ich glaube, dass gerade wenn es schon darum geht, wie kann ich auch alte Leute motivieren. Das Kokosöl bringt ja auch leicht Süße von Natur aus mit und man weiß ja, dass die Leute dann auch auf Süßes stehen. Und dann ist das vielleicht auch eine Möglichkeit, ein gutes Fett eben in Süßspeisen einzuarbeiten oder auch ein Teil der Süße dadurch einzusparen. Ich kann ja auch mit Kokos Flocken arbeiten. Ich kann Kokosnuss essen. Also ich muss ja nicht nur das Öl nehmen, sondern ich kann auch andere Kokos Produkte verwenden.

Julia:
Jetzt weiss man natürlich, auf der einen Seite natürlich glücklich, wenn man jemand älteren betreut, der noch zu Hause ist. Da hat man es ja vielleicht auch einfacher, weil der ja auch mitbestimmt, was auf den Tisch kommt. Wenn man für sich selbst kocht und das auch präventiv natürlich diese Ernährung macht, dann ist das auch eine andere Sache. Aber wie würdest du das sehen, wenn jetzt jemand schon in einem Pflegeheim oder in einem Seniorenheim, gar nicht unbedingt pflegebedürftig, aber halt angewiesen darauf, dass andere für einen kochen. Dann trotzdem Kokosöl einzubauen und zu versuchen, vielleicht einfach ein paar Kokos Produkte oder so mit einbauen. Hast du da persönliche Erfahrung in der Umsetzung oder von jemanden gehört, ist das möglich?

Ulrike Gonder:
Ich will mal eine Sache erzählen, die ich jetzt gehört hab. Nicht so sehr aus einem Pflegeheim, sondern aus der privaten Betreuung. Also in einem Pflegeheim, ich würde mir halt wünschen, dass dort mehr ausprobiert würde, weil da ist ja oft noch wirklich süße Speisen und Getreide, da sind wir immer beim Grießbrei, bei Nudeln und Kartoffeln.
Ich würde mir sehr, sehr wünschen, dass eben auch die Menschen, die im Pflegeheim für die Verpflegung zuständig sind, das sie ein bisschen mehr Kohlenhydrate reduzieren und auch sich mit Kokosöl beschäftigen. Ich glaube, das passiert noch viel zu wenig. Ich habe aber die Tage eine Geschichte zugetragen bekommen von einer Frau, die ihre Mutter pflegt, die schon an Alzheimer erkrankt ist. Die kriegt es noch mit. Man denkt ja auch immer, ja man hat Alzheimer und ist weg, aber das Schlimme ist ja, dass es sehr lange dauert. Und dass man am Anfang sehr wohl alles mitbekommt. Und die Mutter ist also erkrankt, und die Tochter kümmert sich und ernährt sie möglichst ketogen, möglichst low-carb mit Kokosöl. Jetzt hat sich aber bis zur demenzkranken Mutter herumgesprochen, dass Kokosöl ja ganz böse ist, dass das Herzinfarkt macht und nicht gut ist, woraufhin sie dann mal wieder Brot gegessen hat. Und die Tochter berichtet, dass sie schon ganz kurz danach sich in der Wohnung nicht mehr orientieren konnte. Also eine unmittelbare Wirkung und dann haben sie wieder umgestellt, und jetzt kennt sie sich wieder aus! Das finde ich sehr, sehr eindrucksvoll. Gleich einst, ist jetzt EIN Erfahrungsbericht. Ich bin mir sicher, wir werden mehr davon hören. Der Dale Bredesen ein amerikanische Arzt, der ein umfängliches Lebensstilprogramm entwickelt hat zur Alzheimer Therapie. Die berichten ähnliche Dinge.

Die haben im ersten Fall Beschreibung, wo Sie Leute haben, die Vorstufen von Demenz haben, die zum Teil am Beginn der Erkrankung sind, die aber schon so beeinträchtigt waren, dass sie ihre Arbeit nicht mehr richtig machen konnten oder zum Teil sogar schon aufhören mussten. Der erste Fall Serie, die beschrieben wurde, das waren 10 Patienten und da hat man genau das gemacht. Man hat für gesunden Schlaf gesorgt. Man hat geguckt, dass die Leute sich auch ein bisschen entspannen, soziales Miteinander und eben Kokosöl in Ernährung oder eben MCT – Öl, also die Keton Bildung. Nächtliches Fasten. Man hat 9 von 10, bei 9 von 10 eine solche Verbesserung gefunden, dass sie wieder arbeiten gehen können oder ihre Arbeit genauso gut machen können wie vorher. Mir ist sehr wohl bewusst, dass das natürlich wissenschaftlich alles noch anfechtbar ist, weil es erst Fall Beschreibungen sind. Aber irgendwo muss man anfangen. Und ich denke, wir haben ein sehr geringes oder eigentlich gar kein Risiko für Nebenwirkungen. Wir haben die Chance, das auszuprobieren. Das steht ja auch jedem frei. Ich habe gehört auch es gibt jetzt die Ersten Arztpraxen in Deutschland, zum Beispiel in Freiburg. Gibt es eine Praxis, die ähnliche Programme machen. Und das sind ja Leute, die noch nicht erkannt sind und die sagen:” Wir sehen gute Erfolge!” Was die Erkrankten angeht. Da kommen eben jetzt die ersten Berichte auch aus Amerika von Bredesen. Das stimmt uns sehr optimistisch. Aber aus dem Pflegeheim höre ich ehrlich gesagt noch gar nichts. Das wäre eigentlich mein sehnlichster Wunsch, dass auch ein paar Pfleger oder Altenheim, Besitzer oder Aktionäre unser Buch lesen und dass man einfach erkennt, dass man wahrscheinlich mit ganz einfachen Maßnahmen wirken kann. Ich sage immer man könnt ja mal im ersten Stock Kokosöl einfühen und im zweiten Stock macht man weiter wie bisher.
Da würde man schon Unterschiede sehen, davon bin ich überzeugt.

Julia:
Das ist witzig, die Geschichte die du eben erzählt hast, weil ich hab vor Kurzem genau Jemanden, der mir etwas ähnliches erzählt von der Mutter, die mehr oder weniger ketogen ernährt worden ist. Die wusste damals nicht, also da gibt es so Trinknahrung und die hat nicht gewusst, dass sie die trinkt und die hat dann angefangen die zu trinken und auf einmal hat die eben nicht mehr auf die Toilette gefunden.

Ulrike Gonder:
Das ist wirklich sehr eindrucksvoll, und ich weiß sehr wohl, dass die Statistiken in der Evidenz Pyramide sehr weit unten stehen, aber das gehört zur Evidenz dazu. Die randomisierte kontrollierte Doppelblind Studie ist in anderen Bereichen auch nicht vom Himmel gefallen. Da hat man auch erst Dinge beobachtet hat dann Grundlagenforschung gemacht. Und das ist ja auch etwas, was uns optimistisch stimmt, was die ketogene Ernährung oder die Ketonkörper Anwendung in anderen Bereichen betrifft, das wir ja auch aus der Grundlagenforschung, sehr gute Hinweise haben. Und natürlich sind das im Moment alles Angebote, Hinweise. Aber ich finde, die Menschen sollten das wissen, und dann entscheidet jeder für sich, ob er das ausprobieren möchte oder nicht. Aber wenn es so gute Aussichten gibt oder solche Aussicht auf Erfolg oder auf aufschieben oder auf besseres Wohlbefinden, dann finde ich haben die Menschen ein Recht das zu erfahren.

Julia:
Vor allem muss man auch immer abwägen. Was sind Kosten / Nutzen / Risiko Abwägung machen. Man kann natürlich nach randomisierten Doppelblind Studien schreien. Aber es ist eine Sache, ob ich ein Medikament teste, das vielleicht erste Nebenwirkungen hat, oder ob ich eine Ernährungsintervention ausprobiere, die schlimmstenfalls halt nix bringt. Da muss man sicherlich die Verhältnismäßigkeiten glaub ich auch betrachten. Ich möchte nochmal dein Buch gleich in die Kamera halten. Essen nicht vergessen! Von dir Ulrike Gonder und Dr. Peter Heilmeyer im Systemed Verlag erschienen. Und ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen. Das, was wir jetzt besprochen haben ist ja wirklich nur ganz, ganz mini mini Ausschnitt aus diesem tollen Buch, aus dem ganzen Wissen, das da drinnen ist es sind Anleitungen auch, wie man es wirklich umsetzen kann. Sehr praktisch und toll geschrieben. Verständlich, aber sachlich, fachlich sehr kompetent, aber auch verständlich, was ja oft das Schwierige ist, ein so komplexes Thema nicht zu stark zu vereinfachen, weil auch das birgt Gefahren meiner Meinung. Es zu stark vereinfachen, macht es auch angreifbar, natürlich. Deswegen Gratulation zu dem Buch. Wirklich sehr, sehr gelungen.

Ulrike Gonder:
Freut mich, Danke!

Julia:
Dann möchten wir noch gleich auf etwas anderes hinweisen, nämlich im Februar, und zwar am 17. & 18. Februar. Wird der LCHF Kongress in Düsseldorf wieder stattfinden, zum zweiten Mal und du wirst über dieses Thema sprechen.

Ulrike Gonder:
Ja, wir haben das genannt “Futter für’s Hirn” damit das Licht im Oberstübchen an bleibt. Da habe ich die große Ehre den ersten Vortrag halten zu dürfen. Da freue ich mich sehr drauf.

Julia:
Toll. Und es s gibt ja noch was, nämlich im April.

Ulrike Gonder:
Genau. Im April werde ich mit den Damen von LCHF-Deutschland mit Iris und Margret ein, zwei Tage Seminar anbieten genau für Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen, also nicht für bereits Erkrankte, sondern die präventiv etwas für ihre Hirn Gesundheit tun wollen. Werden wir ein zwei Tage Seminar anbieten. Infos gibt's dann auch auf der Internetseite von LCHF-Deutschland. Und da wird es eben auch nicht nur um Ernährung gehen, sondern eben auch Stressabbau, Bewegung, Konzentrationsübungen, Licht. All die fragen, die wir im Buch auch gestreift haben.

Julia
Und gibt es da schon einen Veranstaltungsort?

Ulrike Gonder:
Das wird in der Nähe von Hamburg sein und ist es ist dann auch ein Flyer online und man kann sich auch per E-Mail informieren.

Julia:
Wir werden dann natürlich in die Shownotes verlinken, sowohl zum Buch und Kongress und zu dem Wochenendseminar, und das dann in allen Oberstübchen das Hirn an sein möge.
Dann vielen lieben Dank Ulli, für deine Zeit, es war mir wie immer eine Freude.

Ulrike Gonder:
Und die Zeit ging wieder so schnell um, ich glaube uns Zwei geht der Gesprächsstoff nicht aus.
Vielen Dank noch einmal, einen schönen Abend wünsche ich.

Julia:
Falls du mehr über diese Folge wissen willst, dann schau in die Shownotes auf Evolution Radioshow.de und wenn du uns noch nicht abonniert hast, dann such in i-tnes oder deiner Lieblings Podcast App einfach nach Evolution Radioshow und klicke auf abonnieren.

Wer Ulrike Gonder persönlich treffen möchte, kann das bei dem ersten LCHF Kongress am 11. Februar in Düsseldorf tun!

LCHF Kongress

Unter anderem in dieser Folge

Bücher

Die Anti-Alzheimer-Diät – Ulrike Gonder, Dr. Peter Heilmayer

Die Anti-Alzheimer-Diät - Ulrike Gonder, Dr. Peter Heilmayer

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Mag. Julia Tulipan

Über den Autor

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Master of Science in klinischer Ernährungsmedizin. Sie ist Speakerin, Dozentin und Best Seller Autorin ("Keto Kompass") und schreibt für verschiedene Magazine (u.a. Super You)sowie für ihr eigenes Blog JuliaTulipan.com vor allem zu den Themen ketogene und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Keto-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

Mag. Julia Tulipan

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