Das Natur-Defizit Syndrom – Interview mit Prof. Dr. Jörg Spitz

Januar 23 / Podcast / von Mag. Julia Tulipan

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In Folge #100

Prof. Dr. Jörg Spitz ist Facharzt für Nuklearmedizin, Ernährungsmedizin und Präventionsmedizin, er ist Gründer der „Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention“, der gemeinnützigen „Deutschen Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention“ und der Akademie für menschliche Medizin. Nach seiner Habilitation arbeitete er unter anderem als Chefarzt für Nuklearmedizin am Städtischen Klinikum Wiesbaden und als Professor für Nuklearmedizin an der Universität Mainz.
Seit einigen Jahren widmet sich Prof. Spitz der Erarbeitung von Präventionskonzepten und deren Umsetzung in der Praxis. Ferner organisiert er Kongresse zum Thema Vitamin D und dieses Jahr schon zum 4. mal den „Kongress für Menschliche Medizin“ in Frankfurt.

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Kurze Zusammenfassung

Wir reden viel darüber was uns krank macht, aber was brauchen wir um Gesund zu bleiben? Prävention ist das Thema, dem sich Prof. Dr. Jörg Spitz in den letzten Jahren intensivst gewidmet hat. Wir sprechen über die wichtigsten Schritte zur Krankheitsprävention und wie kleine Änderungen große Wirkung haben können.

Lies das komplette Transkript

Julia:
Jetzt ist es soweit. Das ist die 100.Folge. Dieses Jubiläum feiern wir mit einem ganz besonderen Interview Gast. Heute bei mir in der Evolution Radioshow der Erfolgsautor, Redner und Arzt Professor Dr. Jörg Spitz. Wir reden viel darüber, was uns krank macht. Aber was brauchen wir, um gesund zu bleiben? Prävention ist das Thema, dem sich Professor Dr. Jörg Spitz in den letzten Jahren intensiv gewidmet hat. Wir sprechen über die wichtigsten Schritte zur Krankheitsprävention und wie kleine Änderungen große Wirkung haben können.

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Julia:
Bevor wir mit der eigentlichen Folge beginnen, möchte ich darauf hinweisen, dass du uns und unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen kannst. Wenn du das möchtest, dann geh doch bitte auf Evolution Radioshow.de dort gibt's einen Spenden Button. Das Ganze wird über PayPal abgewickelt, und wir freuen uns über jede Unterstützung. Zu meinem heutigen Gast, Professor Dr. Jörg Spitz. Er ist Facharzt für Nuklearmedizin, Ernährungsmedizin und Präventionsmedizin. Er ist Gründer der Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention, der gemeinnützigen Deutschen Stiftung für Gesundheitsinformationen und Prävention und der Akademie für Menschliche Medizin. Nach seiner Habilitation arbeitet er unter anderem als Chefarzt für Nuklearmedizin am Städtischen Klinikum Wiesbaden und als Professor für Nuklearmedizin an der Universität Mainz. Seit einigen Jahren widmet sich Prof. Spitz der Erarbeitung von Präventionskonzepten und deren Umsetzung in der Praxis. Außerdem organisiert er Kongresse zum Thema Vitamin D und dieses Jahr schon zum vierten Mal den Kongress für menschliche Medizin in Frankfurt. Für mich ist Professor Spitz, aber noch weit mehr. Er ist eine treibende Kraft in der Paleo Bewegung, ein Mentor und Freund. Aus diesem Grund freue ich mich ganz besonders, heute Professor Spitz bei mir in der Evolution Radioshow begrüßen zu dürfen, lieber Jörg, herzlich willkommen.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Ja Julia, sei herzlich bedankt für diese schöne Begrüßung und die lange Einführung.
Ich habe bei den vielen Dingen, die ich getan habe, und den vielen Dingen, die ich zur Zeit tue, lange überlegt, wie ich das vielleicht etwas komprimieren kann. Ich bin gerade in den letzten Wochen auf eine schöne Bezeichnung gestoßen. Ich bin ein hoch infektiöser Gesundheitserreger.

Julia:
Da lassen wir uns gerne anstecken.
Bevor wir tiefer in das Thema eindringen, das wirklich bedeutend für dich ich in den letzten Jahren war. Vor allem die Prävention. Würde es mich interessieren und sicherlich auch die Zuschauer und Zuhörer. Wie kommt jemand, der eigentlich so viele Jahrzehnte in der klassischen Medizin verbracht hat, wie kommt man dazu, ja, außerhalb der Box zu denken und vielleicht das eine oder andere zu hinterfragen, den Weg zu beschreiten, den du jetzt gehst.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Man könnte sagen: ”Wie die Jungfrau zum Kinde.” Aber es ist wahrscheinlich nicht richtig.
Ich habe da lange drüber nachgedacht, und es passt eigentlich ganz gut. Der Hintergrund ist der, dass ich in meinem Beruf Nuklearmedizin immer schon gezwungen war, sozusagen ganzheitlich zu denken. Das heißt also in der Nuklearmedizin werden ja nicht die Menschen bestrahlt. Sondern es kommt eine radioaktive Substanz in Ihren Körper hinein und verteilt sich immer im ganzen Körper. Also wenn jetzt einer kommt der Herzprobleme hat und wir geben dem eine Substanz fürs Herz. Dann sehen wir immer den ganzen Körper. Das unterscheidet uns also ganz entscheidend von anderen Disziplinen. Das Zweite ist, dass wir oder ich, mit anderen Disziplinen zusammenarbeiten musste. Das heißt also bis zu Neurologen und Internisten. Das heißt, ich habe ein sehr breites Spektrum gehabt, was ich versorgen musste, und von daher war dieses ganzheitliche immer schon eine Sache. Was speziell Prävention angeht, da muss ich ehrlich gestehen, da war ich relativ unbeleckt, aus dem, was Alle wissen. Aber das hat sich geändert 2004, als ich dabei war, meine erste Tätigkeit aufzugeben. Da bin ich über einen Artikel gestoßen. Da stand damals drin, von der WHO zusammensummiert. 2005 würden weltweit 50 Millionen Leute sterben. An verschiedenen Dingen, davon aber zwei Drittel schon, damals, an chronischen Krankheiten. Nicht an Malaria, Aids oder so, sondern chronische Krankheiten. Wenn man seinen Lebensstil ein bisschen anders machen würde, dann könnte man davon mehr als die Hälfte sparen. Das glaube ich nicht. Wenn man irgendwo eine Studie liest, zehn Prozent besser, 20 Prozent besser und so einfach die Hälfte sparen?! Das musst du nachgucken. Da ich in meinem ersten Leben so gezwungen war sehr viel zu lesen, weil die Nuklearmedizin war eine sehr progressive, man musste immer am Laufenden bleiben. Bin ich in die Datenbanken stiegen, habe angefangen zu lesen. Da muss ich gestehen, da habe ich mich geschämt, was ich als Professor alles nicht wusste. Es gab einen wissenschaftlichen Hintergrund oder eine wissenschaftliche Basis für das, was im Artikel drin stand. Dann hab ich gesagt: ”Okay, wenn das so ist, dann machen wir doch jetzt Prävention!” Nachdem ich ja mich selbst gut organisieren konnte, das auch gezeigt hatte, nicht nur medizinisch, sondern auch wirtschaftlich. Ich bin die letzten Jahre in einem MVZ Medizinischen Versorgungszentrum gewesen, niedergelassen am Krankenhaus. Dann machen wir jetzt eben ein Konzept wie man Prävention in der Praxis machen kann. Habe das dann auch kundgetan. Ich war in Wiesbaden noch relativ bekannt gewesen und am ersten Abend, wo ich das vorgestellt habe, habe ich 40 Kollegen begeistert. Es war also ganz genial einfach. Mittwochs nachmittags, Sprechstunde machen und sagen:” Hallo, hier bin ich, ich bin bei euch da, ich berate euch. Am zweiten Abend, wo es dann konkreter werden sollte, waren noch acht Kollegen da, und am dritten Abend, wo wir unterschreiben wollten, war ich mit einem alleine. Die fadenscheinigsten Entschuldigungen, wer weiß was alles. Es ist einfach in der Schulmedizin, kein Interesse an der Prävention! Ich habe das hinterher weiter sauber analysiert. Das liegt vor allen Dingen natürlich auch daran, dass wir fehlende Aufklärung haben, das heißt fehlende Weiterbildung in der Medizin. Dann wird eben Pharma, Pharma, Pharma gemacht, aber nicht Prävention. Das ganz wesentliche eben, es ist keine “Kohle”, ohne Moos nix los. Selbst wenn man für eine Beratung ein paar Euro bekommt. Aber das ist natürlich läppisch im Vergleich, wenn man High-Tech Untersuchung macht oder eine Intervention von daher da ist wirklich in der Gesellschaft fast immer nur von ein paar Idioten wie dir und mir abgesehen hat Keiner wirklich Interesse daran. Man muss die Leute zusammensuchen. Deswegen finde ich toll, dass du von Österreich über die Grenzen gelangt hast, bis hier nach Deutschland und mich mobilisiert hast. Das wir uns zusammen tuen. Wir müssen uns zusammenrotten, zusammen im Chor singen, den dann bekommen wir eine lautere Stimme, dann werden wir gehört und dann können wir auch die Menschen erreichen, und da gibt's einen Teil davon, die Menschen, die mitbekommen haben, dass das, was ihnen versprochen wird. “Hallo, hallo, egal was du tust. Ich bin für dich da als Vater Staat.” Dass das nicht funktioniert. Mir kann die Verantwortung für meinen Körper niemand abnehmen, das muss man selber tuen. Also von daher fast eine logische Weiterentwicklung. Ich denke, vieles, was in meinem ersten Leben passiert ist, ist schon weit vorausschauen passiert, damit es im zweiten Leben jetzt auch entsprechend funktionieren kann.

Julia:
Aber ich finde es einfach super, dass du dich weiterhin so engagierst und so viel Energie dahinein steckst. Das finde ich persönlich toll und nicht einfach sagst: “So ich habe meine Schuldigkeit getan.” Und zu sagen: ”Ich leg mich jetzt auf die faule Haut.”

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Also erstmal ist es wahnsinnig interessant, diese Dinge zu lesen und zu sehen, was da alles an Neuem kommt. Und zwar eben nicht irgendwo in einem Journal, sondern zwischen dem, was in den Medien publiziert wird, und dem, was in der primär Forschung passiert, sind locker zehn Jahre dazwischen. Von daher ist es also interessant, die Dinge zu lesen. Und was noch dazukommt, ist ja letztlich Egoismus pur. Ich profitiere ja selber davon. Was ich da alles gelernt habe, was mir heute zugutekommt, dass ich jetzt hier sitze mit meinen 72 “Lenzen” und noch entsprechend arbeiten kann, verdanke ich sicherlich zu einem großen Teil diesen Ergebnissen. Denn ich predige ja keinen Wein und trinke Wasser oder umgekehrt, sondern ich versuche, das auch zu leben. Was ich da finde und probiere auch alles aus.

Julia:
Dein großes Leitthema oder Hauptthema ist ja die Prävention. Das ist etwas, was man ganz oft hört und viele sagen, ist vielleicht auch ein bisschen als leere Floskel, ohne wirklich zu verstehen. Was bedeutet es eigentlich! Und was sind jetzt auch konkrete Schritte die man setzen muss. Und du siehst ja auch als einen Hauptfaktor sozusagen für die Entstehung von chronischen Erkrankungen oder von westlichen Zivilisationskrankheiten etwas, was du auch “Entfernung von der Natur” nennst oder “Natur Defizit Effekt.” Was meinst du damit?

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Prävention, das Wort kommt aus dem Lateinischen “praevenire”, das heißt “zuvorkommen”. Das heißt, wir wollen der Krankheit zuvorkommen, sie gar nicht erst aufkommen lassen! Gibt es den alten Spruch: “Das Vorbeugen besser als heilen ist!” Eindeutig! Das Besondere daran, dass wir ja heute eine Vielzahl von Krankheiten haben, eben die ganzen Zivilisationskrankheiten, die die Schulmedizin eben nicht heilen kann, weil sie es nicht geschafft hat, nach den Ursachen wirklich zu schauen. Sie behandelt die Symptome. Was natürlich auch schon lukrativ ist, wenn man heute ein Kind mit zehn Jahren mit 12 Jahren zum Alters Diabetiker macht, dadurch das es eben einen falschen Lebensstil hat. Und dann wird dieses Kind weiter ja versorgt. Und die Wahrscheinlichkeit ist, dass es locker 80, 82 Jahre alt wird, mit vielen Defekten und Beeinträchtigungen. Aber es wird zu alt. Wir werden ja alle immer älter. Die Medizin lässt uns ja nicht sterben. Dann hat man an diesem “Kunden”, den man mit zwölf Jahren gewonnen hat, hat man 70 Jahre ein Einkommen, und von daher ist das Interesse an den chronischen Krankheiten unheimlich groß. Aber nie zu sie heilen, sondern immer nur zu behandeln.
Das große Problem, was wir haben und wenn man sich damit beschäftigt, dann kommen eben viele, viele Dinge zusammen, die wir bis vor kurzem alle nicht gewusst haben. Dass geht damit los, das wir eben nicht von unseren Genen her bestimmt sind. Um die Jahrtausendwende ist rausgekommen. Die Gene sind nur eine Art Bücherei, wo alles drin aufgeschrieben ist, was wir brauchen und die Zelle guckt nach. Niemand hat zu Hause ein Kochbuch, was kochen kann, sondern man guckt nach das Rezept und dann stellt man es wieder ins Bücherregal zurück. Und so ist das auch mit den Genen. Das heißt also wir, die Zellen benutzen ihre Gene. Riesenunterschied zwischen dem, was früher da war und heute. Dann haben wir viele andere Dinge eben auch gelernt. Dass, das was man lange Zeit die Aufgeklärten als Antioxidantien gehabt haben, sind Substanzen, die an unseren Genen rum werkeln. Die brauchen wir, damit die Gene geschaltet werden können von den Zellen. Wenn ich die jetzt nicht habe in meinem Körper. Dann fällt keiner tot um, dafür ist der Körper viel zu elastisch aufgebaut. Aber die Dinge funktionieren nicht mehr so gut. Die Zellen können nicht mehr so gut arbeiten. Und dann bekommt man eben nach und nach ein bisschen Alzheimer oder ein bisschen Sklerose. Und irgendwann mal bums, und dann sind wir plötzlich akut krank. Aber ausgelöst haben wir das lange, lange davor. Das ist auch der große Unterschied zwischen der Prävention und dem, was die Schulmedizin ja propagiert der Früherkennung. Früherkennung ist ein absoluter Schuss in den Ofen, weil ich verhindere ja keine einzige Krankheit damit, sondern ich entdecke sie nur früher. Dann kann ich sie länger behandeln. Das ist alles. Das ist wirklich eine traurige Geschichte. Umgekehrt, im letzten Jahr ist es wirklich heiß geworden mit den Sachen. Wenn wir die verschiedenen Faktoren, von denen wir wissen, dass sie gesund sind wie Ernährung, wie Bewegung oder Vitamin D oder Mikronährstoffe oder oder, oder wenn man die zusammenschaltet. Dann hat das zur Folge, dass wir dem Körper so viel Ressourcen anbieten, dass der sagt, damit kann ich meinen inneren Arzt versorgen. Und dann kann der heilen. Das heißt also, ich bin jetzt dabei, ein Konzept zu schreiben, wo ich sage, wenn wir die Präventionsmaßnahmen bündeln, sind wir in der Lage, nicht nur vorzubeugen, sondern auch zu therapieren. Das ist ein riesiger weiterer zusätzlicher Fortschritt, dass wir eben auch Menschen helfen können, die schon davon betroffen sind. Beispiel sind Diabetiker. Man kann einem Diabetiker, der an einer Zuckerintoxikation leidet, den kann man innerhalb von wenigen Monaten, kann man dem sein normales Leben zurückgeben! Unfassbar. Das sind Perspektiven, die ganz, ganz toll sind. Und das macht einfach Spaß, das zusammenzuführen und zu sehen, was man bewirken kann.

Julia:
Aber es ist halt so schwierig, denke ich, weil einfach auch hier so gerade was Ernährung betrifft. So große Diskrepanzen herrschen zwischen dem, was auch Diabetikern zum Beispiel empfohlen wird. Oder es gibt eigentlich gar keine richtigen Empfehlungen nur für Diabetiker, sondern die müssen auch alle anderen Kohlenhydrate essen und sechsmal am Tag am besten. Und zwischen dem, wie es sich vielleicht zeigt, dass es vielleicht besser wäre oder dass die Ernährungsempfehlungen, wie sie heute verbreitet werden, ja nicht unbedingt so viel zur Langlebigkeit beitragen.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Da sprichst du ein Phänomen an. Also ich habe mich lange Zeit gewundert, wenn man große Studien liest und da gibt's weltweit viele Tausende. Das sind Tausende von Menschen das sind 20.000, das sind 30.000. Und dann diese Lebensstil Aspekte dort überprüft werden. Dann findet sich fast in allen Studien immer das Ergebnis, dass die große Mehrheit und teilweise bis zu 90 Prozent der Menschen sich falsch verhalten. Und dann habe ich angefangen nachzudenken. Das kann nicht wahr sein! Sind die alle so dumm? Es kann ja nicht wahr sein. Ich mein ich bin Professor, ich bin besonders schlau. Aber alle anderen so dumm, dass sie sich falsch verhalten. Und dann ist mir der “Seifensieder” aufgegangen. Nicht der Einzelne entscheidet sich falsch, sondern die Gesellschaft hat sich falsch entwickelt. Keiner, der auf die Welt kommt, der sagt:” Ich möchte bitte einen sitzenden Arbeitsplatz”, aber wir haben, allein. Keiner sagt: “Ich möchte die Wohnung über McDonalds haben”., damit ich immer du unten essen gehen kann. Aber um jede Ecke gibt's einen McDonalds. Das heißt, die Quintessenz aus der Geschichte ist die Ich bin also vor zwölf Jahren als Arzt losgezogen um Prävention zu machen. Praktisch letztes Jahr nach Hause gekommen und bin ein Umwelt Favorit geworden. Man muss sich um die Umwelt kümmern. Unsere Umwelt ist nicht mehr gesund. Und wer in einer toxischen Umwelt lebt, der wird krank. Egal ob das jetzt der Feinstaub aus den lieben Dieselautos ist oder ob es die Schwiegermutter zu Hause auf dem Sofa ist. Die toxische Umgebung macht uns krank. Der Schlüssel zur Prävention ist wirklich, dass wir nicht nur Verhaltens, Prävention predigen, sondern Verhältnis Prävention praktizieren. Das wissen die wenigsten zu unterscheiden. Dabei ist das an sich eine uralte Geschichte. Die Verhaltens Prävention ist allgemein bekannt. Am 1. Januar nehme ich mir vor, ich rauche nicht mehr oder ich esse besser, oder, oder, oder. Das hält dann 3 – 4 Wochen lang vor und gegen den Mainstream schwimmen, dass funktioniert nicht. Die Verhältnis Prävention ist anders. Die Verhältnis Prävention sieht so aus, dass ich das Feuerzeug in den Eimer schmeiße und die Zigaretten hinterher und keine Zigaretten mehr habe zum Rauchen. Da muss ich schon mal zumindest bis zum nächsten Automaten laufen. Das Nächste ist, wenn ich mich in meinem Betrieb, wo ich arbeite, aus der Raucher Gruppe entferne, und mich in eine Nichtraucher Gruppe begebe, habe ich eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich nicht alle Nase lang eine Zigarette angeboten bekomme. Das ist also keine Theorie, sondern dafür gibt es eine ganz entscheidende, etablierte Dokumentation, nämlich in der betrieblichen Arbeitsplatzsicherheit. Da ist das vor Jahrzehnten eingeführt worden, weil viele Leute krank geworden sind, weil sie ein Arbeitsplatz hatten zum Beispiel, wo giftige Dämpfe waren oder wer schwere Klamotten zu tragen hatte, der hat die auf die Füße fallen lassen. Unfälle und so weiter und sofort. Und dann hat also die Berufsgenossenschaft gesagt, “das sind wir leid” und hat Auflagen gemacht, was geändert werden muss am Arbeitsplatz, damit er gesund ist. Diese Investition hat der Betrieb leisten müssen. Das war Geld, was die haben investieren müssen. Nur was rausgekommen ist, ist immens. Wir haben fast keine Berufserkrankungen mehr und die Unfall Quote ist minimal. Das heißt also die Verhältnisprävention, wo ich einmal für alle die Dinge regele, ist hoch effektiv. Und daher müssen wir schauen, dass wir eben auch in der Medizinischen Prävention, in der Gesundheitsprävention das wir dort entsprechend mehr die Verhältnisse ändern. Wenn man das, Du zum Beispiel in einer Firma in der Kantine Essen aus gibt's, dann haben alle die möchte etwas zu essen und keiner muss sich überlegen “Schnipsel ich noch drei Bohnen in der Früh oder hole ich mir einen Döner an der Ecke.” Irgendwas Schlechtes. Das ist die Maßgabe. Und je besser ein Präventionskonzept ist, umso mehr Verhältnisprävention ist da mit drin.

Juöia:
Ja, ich denke auch, wir sind einfach ein bisschen verblendet, teilweise als Menschen, weil wir einfach alles nach unseren Vorgaben formen und so viel Einfluss auf die Umwelt haben, dass wir glauben, die Umwelt hätte keinen Einfluss auf uns oder wir könnten uns davon irgendwie distanzieren. Und es ist uns nicht bewusst, dass wir einfach eigentlich ein Höhlen Mensch sind, der in einer hochtechnisierten Welt lebt, aber wir uns auch nicht von der Umwelt trennen können und die Umwelt auf uns weiter einwirkt.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Ja das ist ganz entscheidend Julia, das ist das, was mir eben auch klar geworden ist.
Es geht nicht um ein bisschen hier, ein bisschen da, sondern wenn wir zurückschauen, wie wir entstanden sind in der Evolution. Dann hat es dort eine ganz bestimmte Voraussetzung gegeben. Ganz bestimmte Produktionsbedingungen. Und diese Bedingungen haben uns optimiert. Das ist vor langer Zeit ist ein Zweig abgewichen, der zum Beispiel das Fliegen gelernt hat, wir nicht! Ein anderer Teil ist abgetaucht ins Wasser, die sind perfekt im Wasser. Wenn wir selber ins Wasser gehen und können nicht schwimmen, dann ersticken wir darin und in der Luft fallen wir runter wie ein Stein. Also von daher, das sind Dinge, wir sind optimiert auf diese Umgebung, in der wir geworden sind. Irgendwo in Afrika, wo übrigens auch die Sonne geschienen hat. Und wenn wir jetzt glauben, dass wir eben eine bessere Umwelt machen könnten als die, in der wir geworden sind, dann haben wir uns geschnitten. Das ist die menschliche Hybris, dass wir glauben, dass wär alles toll und wir empfinden das natürlich auch als angenehm und toll. Aber ich habe ein wunderschönes Beispiel mir zeichnen lassen. Da sind wir so fasziniert von der Technik. Es gibt ja Rennautos, Boliden mit tausend PS und so, super wie der über die Piste fährt. Der ist gemacht für die Piste! Wenn Sie diesen Rennwagen. Wenn man diesen Rennwagen nimmt und setzt den in eine Acker Furche und der soll den Ackerschlepper ziehen, da kommt der keinen Zentimeter mehr weit. Dieses hoch technische Ding ist hilflos. Absolut “Neben der Kapp”, wie man so schön sagt. Warum? Weil es in der falschen Umgebung ist. Und so sind wir Menschen eben auch inzwischen in der falschen Umgebung. Egal, ob das eben die Sonne ist, die uns fehlt, oder die richtige Nahrung, die uns fehlt, und die Bewegung, die uns fehlt oder der soziale Bezug der uns fehlt. Und das Schlimme daran ist, dass das alles nicht zufällig gekommen ist. Angefangen hat es sicherlich zufällig, aber inzwischen massiv gesteuert wird, weil es nur darum geht, uns irgendetwas anzudrehen, irgendetwas kaufen, irgendeinen Industrie Müll kaufen und damit uns das Geld aus der Tasche gezogen wird. Ich habe jetzt also angefangen wirklich drüber nachzudenken. Wir sind wie die Sklaven im Mittelalter, nur wir haben heute keine Eisenkugel mehr am Bein, mit der wir arbeiten müssen, sondern wir haben eben die elektronischen Medien. Das läuft alles über die Medien, das wird transportiert. Und wir sind in einem Konsum Zwang eingebunden, der die Leute dazu bringt. Zwei und drei Jobs zu tun, damit Sie genügend Geld haben, um den Müll zu kaufen. Das ist eine absolute Katastrophe.

Julia:
Gleichzeitig aber, finde ich, verändern sich auch die Prioritäten, weil ich so oft höre ich “Na, ich kann mir diesen und jenen Ernährungstil nicht leisten, weil das ist so teuer.” Aber auf der anderen Seite ist Geld da, für den großen Flachbildfernseher und für ganz teure Schminke oder andere Kosmetikprodukte oder die Jeans, die hundert Euro kostet. Dafür ist Geld da, aber nicht für Lebensmittel zum Beispiel.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Julia und das ist genau das, was ich meinte. In den Medien wird das so propagiert und zwar subtil. Die haben die besten Psychoanalytiker angestellt. Die sind über die neuesten Hirnforschung informiert, und so wird das, wir werden “Brain Washed” immer und immer wieder. Wenn du zurück guckst auf die Evolution, wo du gerade eben sagst, mit Kosmetika. Lasst uns mal hundert Jahre zurückgehen oder 200 Jahre, die Franzosen haben glaube ich ihre Perücken gepudert oder sowas. Aber es gab keine Kosmetika. Es ist lächerlich. Die Haut braucht keine Kosmetika, wir schädigen eher die Haut damit. Aber es wird suggeriert, dass…. Also eine unheimlich tolle Story, wusste ich auch nicht, lange bevor die Tabakindustrie angefangen hat, ihr Unwesen zu treiben. Hat die Seifen Industrie angefangen, PR zu machen. Und zwar unsere Seife wie wir sie kennen, dieses Stück Seife war früher zum Waschen da. Da hat man die Kleider und die Bettwäsche gewaschen. Da hat man die Kleider und die Bettwäsche mit gewaschen. Da hat Keiner sich mit Seife gewaschen! Dann kamen irgendwelche cleveren Jungs und haben gesagt: ”Oh wie kann man das denn verbessern, Da gibt's so viele Kundschaft.” Dann haben die Spots gedreht oder gezeichnet, wo eine Frau, eine junge Frau die sitzt so ein bisschen abseits und sieht zwei Männer, die zusammen tuscheln. Die reden sicherlich nicht, weil ich schon ein bisschen rieche. Da haben die angefangen, den Körper Duft als negativ hinzustellen. Das kann man vermeiden, wenn man sich wäscht. Wenn man guckt was heute an Körper Reinigungsmitteln läuft, unvorstellbar! Und wenn man dagegen dann stellt, dass wir wissen, dass wir diese Bakterien, diese Riech, diese Geruchsverursacher auf der Haut brauchen, die bringen wir also um, mit unseren Sterilisationsmaßnahmen von der Kosmetik, das ist eine Katastrophe! Trotzdem läuft es, das Geschäft läuft, boomt besonders.
Ich mein jetzt langsam kommt ja zu mindestens an, das wir Bakterien im Darm haben und die vielleicht für was anderes auch noch wichtig sind außer dafür, dass sie Ballaststoffe verstoffwechseln und hoffentlich geht jetzt auch der Schritt weiter das merken:” wir haben nicht nur Bakterien im Darm, sondern auf der Haut und in den Haaren und überall oder auch im Mund, wo überall eine eigene oder eine eigene, ganz spezielle Flora auch sein sollte.
Also es gibt Streptokokken im Mund, die leben nur in unserem Mund, und wenn man die hat, dann ist der Mund deren Revier, wenn ein anderer Streptococcus kommt, den wir mit dem Essen aufnehmen, dann hauen die dem auf den Kopf und sagen: ”Hau ab, ich bin hier.” Das heißt, Sie verteidigen uns, ohne das wir irgendwas dafür tun müssen. Wenn ich jetzt hingehe, auf Empfehlung der Zahnärzte und meinen Mund desinfiziere mit irgendeinem blöden Desinfektionsmittel, bringe ich diesen freundlichen Streptococcus um. Jetzt kommt der böse Streptococcus von draußen sagt:” Hey keiner zu Hause, kann ich ja ordentlich “Rullipulli” machen”, das ist das Wirken von unseren Antibiotika. Allein das Wort ist schon eine Katastrophe! “Gegen das Leben” - Antibiotika. Aber wir sind unheimlich stolz, dass wir es erfunden haben.

Und ich glaube, das es auch ein bisschen ein Teufelskreis oder irgendwie die Katze, die sich in den Schwanz beißt, weil wir haben eine verändernde Umwelt. Eine veränderte Umwelt mit veränderter Nahrung, die wir jetzt essen, die wiederrum verändert, auch wie wir riechen, verändert das Mikrobiom im Mund und im Darm. Ich glaube, dass auch erst dadurch sozusagen, haben wir erst einen wirklich unangenehmen Körpergeruch, vielleicht und auch einen Mundgeruch und Karies und all diese Sachen. Und darin entwickeln wire ben wieder Zahnprobleme, weil wir wollen ja keinen Karies. Aber vielleicht sollte man vielleicht einen Schritt davor ansetzen. Ich sollte einfach nicht das ganze Zuckerzeug essen, dann hät ich schon gar nicht diese Dysbiose im Mund und kein Karies und dann bräuchte ich auch diese Zahncreme nicht.

Also da gibt es diesen Spruch: “Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.”
Das ist nicht gut. Aber was das Essen, was die Karies angeht, das ist eine Story, die ja auch nicht neu ist.
Die Amerikaner haben sich im letzten, Anfang des letzten Jahrtausends schon wie die Kesselflicker gestritten, die Zahnärzte, ob man die Zähne putzen muss mechanisch oder ob man sie ernähren muss. Denn es ist ja nicht so ganz von der Hand zu weisen, dass das ein Teil unseres Knochengerüst ist. Im Gegensatz zu den morschen Knochen in der Wirbelsäule sehen wir aber die Zähne und sehen dann: ”Oh da tut sich ja was” und wenn sich was in der Wirbelsäule tut das merken wir erst, wenn es “kkkrrzz”, wenn sie kaputt ist! Dieser Streit war da, und in den 30er Jahren gabs ein Präsident der amerikanischen Zahnärzteschaft. Der hat gesagt: “Ich habe die Faxen dicke. Ich fahr jetzt zu den Ureinwohnern.” Ja ist also hundert Jahre her, so ungefähr. Zu den Ureinwohnern, da gab’ noch 12 - 15 Stämme weltweit. Da ist der von den Maori bis zu den Neuseeländern gefahren und hat denen überall ins Maul geschaut, die Zähne angeschaut und hat dann richtig schön wissenschaftlich Tagebuch geführt. Und hat dann gesagt: ”Teilweise musste ich die Zähne frei schaben, weil die voller Belägen waren. Aber ich habe unter den Belägen keine Karies gefunden. Klammer auf, solange die ihre Originale Nahrung gegessen haben. Wenn die angefangen haben, amerikanischen Dosenfraas zu essen ging die Karies linear entsprechend der Menge an Dosenfraas nach oben. Und zwar, sagt er, und das war für mich auch ganz wichtig. Es war egal, WAS die gegessen haben, ob die jetzt überwiegend sich von Körnern und Früchten ernährt haben oder ob die sich von Fleisch ernährt haben oder wie die Eskimos mit Fisch. Wenn die ihre originale Nahrung hatten, dann waren die Zähne gesund. Umgekehrt gingen sie über die “Wupper”. Und für mich ist es so ein ziemlicher “Seifensieder” damals gewesen um zu sagen: “Ok, die natürliche Nahrung ist das wichtige!” Ob ich da jetzt ein paar mehr Kohlehydrate oder weniger Kohlenhydrate, ob ich mehr oder weniger Fleisch drin hab. Entscheidend ist, dass ich in den Naturprodukten alles habe, was ich brauche. Und dann sind auch die Zähne gesund.

Julia:
Übrigens das ist ein sehr, sehr tolles Buch von Weston A. Price nehme ich an.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Ja das ist ganz toll, gibt's leider nur in Englisch.

Aber es lohnt sich, es sich da durch zu lesen, weil es wirklich unheimlich toll ist und so etwas verschwindet leider auch einfach in der Versenkung. Manchmal ist es nicht verschwunden, Gott sei Dank, weil diese Stiftungen gibt. Aber auf der anderen Seite Es wird nicht riesig gepflegt, nicht rausgearbeitet. Das sind Diskussionen noch und nöcher, müsste man nur einmal nachlesen, bräuchte man nicht mehr zu diskutieren.

Julia:
Aber es ist eben, mir kommt es so vor, das nicht wirklich ein Interesse besteht, weil ich hab das mal so ein bisschen angesprochen bei meinem Zahnarzt. Erstens, wenn das von jemandem kommt, der kein Arzt ist ja,dann kann das sowieso nix sein. Das es halt alles praktisch lächerlich ist und das man natürlich alles nur mit entsprechender Mundhygiene und nur mit dem zu tun hat und naja.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
So wie er es gelernt hat, muss er es wiedergeben. Anders kann er’s nicht.
Genau. Was mich bei Weston A. Price auch so fasziniert hat war, das ja nicht nur Karies war, sondern sich die Kieferform, sogar verändert, viel schmäler wird. Und vielleicht das auch der Grund ist, warum man heute schaut, kaum jemand wirklich gerade Zähne hat, sondern die alle irgendwie ein bisschen nicht so richtig rein passen. Dass die Ernährung eben Einfluss auch auf’s Knochen Wachstum in ihrer Form sozusagen hat.
Aber Julia, ist dir aufgefallen dabei, das der damals schon die Epigenetik beschrieben hat.
Und zwar gerade bei den Kiefer. Der hat gesagt, die Eingeborener haben alle eine große Klappe, das heißt die haben alle einen großen Jochbogen, da stehen die alle schön, so wie bei dir. Und dann hat er eben gesehen, wenn die den Dosenfraas gegessen haben, dann standen die Zähne wie Kraut und Rüben, und er hat das nicht nur beschrieben, sondern er hat Fotos davon in dem Buch, kann man also wirklich sehen. Und dann beschreibt er an einer Stelle, das er ein paar Familien gefunden hat, die mit solchen Kindern wieder zurück in die Wildnis sind und noch mal wieder Kinder bekommen haben. Und diese Kinder hatten ein normales Gebiss. Das heißt es war also abhängig vom Essen der Mutter in der Schwangerschaft. Ob die Kinder einen verformten Kiefer hatten oder nicht. Das ist, wie wenn man nur noch Fragen hätte oder Fragen hätte. Da ist die Frage schon beantwortet. Also was da passiert und umgekehrt. Mir wird Angst und Bange, wenn ich mir anschaue, was heute passiert. Die Schwangerschaft ist keine Krankheit, aber ist eine Belastung für den weiblichen Organismus. Die eine gesunde Frau normal wegsteckt. Wenn die aber nicht mehr so ganz gesund ist und da haben wir heute einiges. 20 Prozent der Frauen, zumindest in Deutschland rauchen. Ein ganz massiver schädlicher Faktor. Dann hat ein grosser Teil Übergewicht. Ein paar haben schon Depressionen oder Diabetes oder, oder, oder. Das heisst ernähren tun sich fast alle schlecht. Vitamin-D-Mangel haben sie auch alle. Das heisst so eine Frau hat ratzfatz fünf, sechs verschiedene Risiken, um ihre Schwangerschaft nicht normal austragen zu können. Was da rauskommt nach neun Monaten sieht zwar aus wie ein normales Kind, hat aber unter Umständen schon einen Dachschaden oder ist prädestiniert, hinterher Übergewicht zu bekommen. Oder ein Herzfehler zu bekommen oder, oder, oder. Das interessiert die Gesellschaft ja – null, nichts! Und das ist das Fatale, das einfach vor sich hin gewerkelt wird und Diejenigen, die Verantwortung haben, diese Verantwortung eben nicht wahrnehmen, sondern nur an den nächsten Job nach 4 Jahre Legislaturperiode denken und dann wieder weitermachen zu können.

Julia:
Die Frage ist eben, und ich glaube, da setzt ja du auch ein bissel an, ob nicht die, der Druck sozusagen, in die Prävention und der Druck gesunde Teile oder gesunde Teilnehmer der Gesellschaft zu haben, vielleicht eben eher auch sogar aus der Wirtschaft oder vielleicht dem Arbeitsleben auch kommen könnte.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Die Idee ist nicht ganz schlecht man muss sie ein bisschen differenzieren. Ich denke mal, diejenigen Menschen, die unter diesen Auswirkungen der chronischen Krankheiten leiden.
Und es sind immer mehr. Wir haben in Deutschland 2009 zum ersten Mal eine Statistik bekommen über Behinderung. Behinderte Menschen. Als ich ein Junge war, da hatten wir behinderte Menschen aus dem zwei Weltkriegen. Die saßen dann am Bahnhof und haben in die Fahrkarten die Löcher geknippst, damals noch.
Heute ist das anders. Heute sind 80 Prozent der Behinderungen, die die Menschen haben, und davon sind wiederum 80 Prozent Schwerbehinderung. Das sind Folgen von chronischen Krankheiten. Also der Herzinfarkt Patient, die Karzinom Patientin, die operiert worden ist und so weiter und sofort. Alles das sind Folgen davon. Da hatten wir 2009, als die erste Statistik kam, bereits knapp zehn Prozent. 8,6 Millionen Behinderte in Deutschland. Dann haben die drei Jahre später die nächste Statistik gemacht. Dann hatten wir 9,6 Millionen. Das heißt unser Gesundheitssystem, was den Namen ja nicht mehr verdient, hat innerhalb von drei Jahren eine Million Behinderte fabriziert. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - eine Million Behinderte.
Fatal, fatal, fatal. Das ist ein Riesenproblem. Manche Menschen, die sagen, die kritisch sind, “ich mag das nicht, ich will kein Insulin spritzen”, ich bleibe zwar am Leben, aber was ist das für ein Leben, ich werde immer dicker und so weiter und sofort, wir wollen nicht. Und die müssen wir finden, müssen wir erreichen, und denen können wir wirklich die frohe Botschaft auch außerhalb von Weihnachten sagen. Wenn du dein Leben etwas änderst, wir haben ein paar Maßnahmen, die wir dir empfehlen können. Dann hast du eine hohe Chance das es dir deutlich besser geht und die müssen wir suchen. Das sind wahrscheinlich nicht mehr als zehn Prozent in der ganzen Bevölkerung. Damit werden wir nichts Riesiges bewirken können. Aber wenn ich jetzt für Deutschland jetzt wieder sage, zehn Prozent werden 8,6 Millionen Menschen. Wenn wir die erreichen würden Julia, können wir zufrieden sein. Haben wir auch Gutes getan im Leben.
Aber deswegen ist es so wichtig, dass wir uns zusammenrotten, dass wir lauter werden können, dass nicht der Einzelne immer gleich die Bratpfanne übergehauen kriegt, der da irgendwas sagt, das wär ja alles Unsinn was er da erzählt, der will ja nur Geld verdienen.
Das ist das Tolle ja daran, dass diesen armen Schluckspecht, die ja versuchen mit ein bisschen Prävention sich über Wasser zu halten, das als Profession, als Beruf zu machen, dass denen unterstellt wird, Sie tun das alles nur aus schnöder Gewinnsucht. Ich denke, überall kann man mehr verdienen als gerade in dem Bereich. Aber genau das wird gemacht. Mit dem Finger wird aufgezeigt! Genauso die Gefährlichkeit der Maßnahmen, die man empfiehlt, mit Vitamin D ist jetzt wieder hochgekocht. Da ist Irgendwo in Indien ist ein Kind gestorben, was zu viel Vitamin D bekommen hat. Ich weiß nicht, ob sie es umgebracht haben, könnte ich mir durchaus vorstellen. Was kostet ein Kind in Indien? Aber EINS vielleicht mal über die ganzen Jahrzehnte hin.
Und die Pharma Drogen bringen jedes Jahr Hunderttausende um. Aber das ist legal. Das ist Leitlinien konform. Ganz, ganz große Katastrophe. Deswegen noch einmal Jeder, der für sich entscheidet, dass er vielleicht etwas anders sich verhalten will, der soll versuchen Sie, irgendwo anzupflanzen, in eine Community reinzugehen wie bei dir oder in Verein oder sonst was, damit er dort Rückgrat bekommt und damit es ihm Leichter fällt und damit er auch zu Ressourcen kommt, die ihm helfen.

Julia:
Ich denke, dass auch wenn sich jemand dafür interessiert. Ich denke, dass zum Beispiel auch du und deine Stiftung dein Engagement auch der richtige Punkt ist. Auch wenn man sich vielleicht als Firma an jemanden wenden möchte und vielleicht auch als Firma ein gesünderes Umfeld und eine gesündere Arbeitsumwelt schaffen möchte. Kann man sich da an dich wenden?

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Ja, das ist in den letzten Jahren von mir vermehrt betrieben worden, nachdem der erste Anlauf gescheitert ist, als die Kollegen nicht einsatzfähig waren und auch heute noch nicht sind.
Ich habe in mein Netzwerk inzwischen schon auch einige Arzt Organisationen die aufgestellt sind. Ob die sich um Diabetes kümmern oder Abspecken kümmern. Das gibt also durchaus schon. Deswegen habe ich dann, als ich die Erkenntnis hatte, was man tun muss und was man tun kann, angefangen eben auch, nach praktikablen Möglichkeiten zu suchen. Denn das ist das was, was ich in meinem ersten Leben schon gelernt habe. Die Idee kann noch so toll sein, wenn sie nicht praktikabel ist, dann kannst du sie den Hühnern geben. Also von daher es muss praktikabel sein. Da haben wir Einiges inzwischen schon bewirkt. Die Sachen mit der Brain Food Geschichte, da in der Firma. 50% Arbeitsunfähigkeit, da weniger war. Natürlich nicht nur Brain Food, was die bekommen haben, sondern die sind auch entsprechend in die Bewegung gesteckt worden. Alle Ideen bekommen, mental neu verschraubt, das heißt entsprechend ausgebildet. Sie wussten, warum sie was tun und so, zum Beispiel. Oder wir haben jetzt angefangen, letztes Jahr schon angefangen dieses Jahr, werden wir uns etablieren. Wir haben eine neuer Raucher Entwöhnung entwickelt. Die Standard Raucher Entwöhnung ist ja eine absolute Katastrophe. Die ist nicht daran interessiert, dass die Leute aufhören zu rauchen. Da muss man 12 Wochen hingehen, 1 Stunde pro Woche. Dann hören 20% davon auf und nach einem Jahr sind es 10 Prozent. Das heißt für 90 Prozent war dieser Aktion für die Katz. Wird zwar von der Krankenkasse bezahlt, aber es ist unsinnig. Deswegen haben wir in Deutschland immer noch 20 Millionen Menschen die rauchen.

Julia:
Da kenne ich gar nicht die Statistik.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Also haben wir jetzt Folgendes gemacht Ich habe mich auch da rum getan. Ich habe das nicht ja nicht alles erfunden, sondern ich guck immer nu runs suche alles zusammen.
Ein Freund von mir, der ist seit zehn Jahren unterwegs und macht eine Gruppentherapie. Der holt sich bis zu 40 Leute zusammen. Macht dann auch Hypnose Elemente da drin und an einem Nachmittag hören 80 Prozent auf, und nach einem Jahr sind es noch 60 Prozent. Damit bauen wir jetzt zur Zeit eine professionelle Truppe auf die Raucherentwöhnung machen und solche Dinge. Da haben wir eben auch vermehrt in Richtung betriebliche Gesundheitsvorsorge, die Dinge entwickeln. Möglichkeiten, wie auch kleinere Firmen “inhouse” den Mitarbeitern Verhältnisprävention anbieten können. Nicht nur Schulungen anbieten können, sondern zum Beispiel haben wir jetzt eine ganz neue Entwicklung aus der Technik heraus, wir haben ein Mini Fitnesscenter, das braucht nur noch vier Quadratmeter. Unvorstellbar. Da hat man eine Spielekonsole von Microsoft genommen, diese interaktiven. Und die sieht also den Trainierenden vor sich und korrigiert den. Der kann daran sein Herz-Kreislauf Training machen, der kann Seine Geschicklichkeit trainieren und braucht nicht mehr als 4 Quadratmeter und muss nicht irgendwo ins Fitness Center fahren. Und solche Dinge haben wir jetzt also entwickelt und die sind eben verfügbar. Wer so etwas haben will, kann sich da bei uns melden. Und wir machen immer erst eine Bestandsaufnahme in der Firma. Das wir sehen, wo fehlt es, was braucht es. Und dann wird eben Maßgeschneidert empfohlen, was sie umsetzen kann. Und in den Firmen ist noch eine zweite Sache ganz, ganz wichtig nicht nur die Verhältnisprävention, sondern in den Firmen die Möglichkeit, an unverbraucht das Geld zu kommen. Im Gesundheitswesen werden wir nichts abstauben können. Selbst das Präventionsgesetz in Deutschland wo wir seit letztem Jahr das Doppelte bekommen für die Prävention als davor. Dort sind die Krankenkassen dabei und stecken das von der linken in die rechte Tasche. Das kommt überhaupt nicht an. Das System ist nicht an der Prävention interessiert, aber die Firmen sind daran interessiert, wenn sie es verstanden haben. Und dann können wir denen sagen Liebe Leute, wenn ihr Geld in die Hand nehmen, dann bekommt ihr wirklich eine Belohnung dafür, nämlich ein Return on Invest von mindestens eins zu drei bis eins zu fünf. Das heißt im Klartext Die 10.000 Euro investieren kriegen Sie 50.000 Euro raus. Nicht in 20 Jahren, sondern im gleichen Jahr noch.
Das fängt sofort an. Wie gesagt, in der Firma haben wir im ersten Jahr 50 Prozent Arbeitsunfähigkeit weniger, der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr.
Es lohnt sich für die, das Geld in die Hand zunehmen und umgekehrt. Mit diesem Geld können wir die Leute so wie dich und mich bezahlen, denn wir können nicht Luft und Liebe leben. Wir brauchen auch für unseren täglichen Job Geld oder andere Leute, die das Training betreuen oder, oder, oder. Damit haben wir die Möglichkeit gefunden, außerhalb des Gesundheitssystems Geld zu generieren, um die Leute gesund zu halten oder zu machen. Und deswegen ist für mich die betriebliche Gesundheitsvorsorge ganz, ganz oben dran, was den Maßnahmenkatalog angeht um etwas zu bewirken in der Gesellschaft.

Julia:
Das ist natürlich super, weil einfach hier die Interessen wirklich übereinstimmen. Und auch wenn Unterm Strich zählt halt das Geld und die für Firma, das sie weniger ausgibt, oder dass unterm Strich mehr übrig bleibt. Und das finde ich toll, dass du, das ihr da so viel schon entwickelt habt und diese tollen Zahlen die du gerade da genannt hast. 50 Prozent weniger Arbeitsunfähigkeit ist einfach ein Wahnsinn. Da geht es um viele Tausende, Zehntausende Euro, die eine Firma damit alleine mit so einem Investment sich sparen kann.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Richtig. Und das ist jetzt nicht so, als ob das jetzt in meinen Fieberträumen da entstanden wäre. Es gibt große internationale Beratungsfirmen, die inzwischen auch eben nachgeprüft haben, zusammengetragen haben, wo das wirklich publiziert worden ist mit diesen 1 zu 3, wirklich die untere Grenze ist. Also von daher. Jeder kann’s ja ausprobieren, kann’s ja versuchen, allein schon mal den Mitarbeiter durch Vitamin D Gabe im Winter von der Grippe freizustellen. Anstelle der blöden Impfung, von der keiner weiß, ob die richtig gewürfelt haben, mit dem Stamm, den sie gerade gezüchtet haben. Und gegen die meisten Viren ist ja sowieso die Impfung nicht wirkungsvoll. Maximal 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung profitiert wirklich davon. Während von Vitamin D, das bringt alle Tierchen um. Eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich hier wirklich etwas bewege. Und dann wird ja immer wieder gesagt: ”Ihr glaubt ja immer nur an eure Geschichten.” Nee, also diese Geschichte mit den winterlichen Verbesserungen, das haben die Japaner doppelt mit nem Placebo kontrolliert und geprüft. Die haben eine richtige Studie gemacht mit Schulkindern. Den einen haben sie es gegeben, den anderen haben sie es nicht gegeben. Dann haben sie geguckt, was passiert ist. Im ersten Winter 60 Prozent der Kinder, die Vitamin D bekommen, haben nicht an der Influenza erkrankt, und die anderen sind erkrankt wie bisher. Was noch dabei herum kam war, in beiden Gruppen gab es Kinder mit Asthma und Asthma ist ja schon mal eine miese Sache, und wenn man dann noch einen Infekt bekommt, dann geht's einem wirklich dreckig. Der Fachausdruck dafür ist Exacerbation. Die haben also dann geschaut, wie es diesen Asthma Kindern in diesem Winter gegangen ist. Dann haben die Kinder, die Vitamin D bekommen, 80 Prozent weniger Asthma Anfälle gehabt. Ein bisschen Vitamin D ohne Nebenwirkung, ohne Alles, 80 Prozent weniger Asthma - unvorstellbar. Aber wenn du glaubst, dass jetzt der Boom hochging und alle Kinder Vitamin D kriegen. Nix, NADA!

Julia:
Es ist einfach echt einfach wirklich traurig manchmal, weil man einfach so leichtfertig auf der einen Seite Medikamente verschrieben werden und bei jedem, bei jeder Kleinigkeit auch Antibiotika, obwohl es vielleicht in dem Fall sowieso nichts bringen würden. Aber auf der anderen Seite diese große Reservation gegenüber Vitamin D. Was ich überhaupt nicht verstehen kann, weil es ist kein Risiko dabei.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Richtig! Das Verständnis kommt nur daraus, aus zwei Sachen. Das eine ist eine finanzielle, sind beides finanzielle Aspekte.
Wenn du sagst, dass kein Risiko dabei ist, dann bezieht sich das auf die Menschen. Das Risiko hat die andere Seite, die nämlich ihre Kundschaft verliert. Also ich wage zu behaupten, wenn wir auch nur annähernd einen Teil der Präventionsmaßnahmen die ich propagiere umsetzen würden flächendeckend in Deutschland. Wir würden ein Einbruch in der Krankheits-Quote von mindestens 30 Prozent haben. Stell dir mal vor unsere Gesundheitsindustrie zahlt 30 Prozent weniger Umsatz. Das kann man nicht haben, da beugt man vor. Und dann werden eben Sendungen gemacht über ganz böse Dinge. Und da werden Dinge unterdrückt. Und da werden Drücken gebaut. Da werden Metaanalysen geschrieben, wissenschaftliche Metaanalysen. Da behauptet Jemand hat alle Vitamin D Literatur gelesen (20.000) und alle gelesen, hat alles gelesen. Und er hat doch wahrhaftig keine einzige Studie gefunden, dass der Knochen Vitamin D braucht. Also selbst unser Knochen wo wir seit 50 Jahren wissen. Da haben wir Rachitis mit ausgerottet. Auch der Knochen braucht kein Vitamin D. Und zwar hoch wissenschaftlich mit einer Review, nachgewiesen. Traurige Geschichte und auch da wider, das geht nur über einen Einzelnen, der sich hinstellt und sagt “Ich habe die Weissheit mit Löffeln gefressen.” Je mehr Menschen wir da drin sind, wie unterschiedlich die auch aussehen, so wie du und ich. Umso wichtiger ist es dann zu sagen, guck mal “der glaubt dran und der glaubt auch daran” und dann bekommen wir plötzlich eine ganz andere Reputation, als wenn da nur einer steht der sagt: ”Ich hab die Weissheit mit Löffeln gefressen”

Julia:
Wir kommen langsam zum Ende unserer Zeit. Aber ich möchte es noch auf zwei ganz wichtige Sachen hinweisen. Und zwar einmal die LCHF Konferenz, dass ich sagen kann am 11. Februar in Düsseldorf, da wirst du auch dort sein und zu Vitamin D etwas sagen. Also ich kann jeden einladen, der einerseits mal dich live erleben möchte, weil es ist nicht nur unglaublich spannend, sondern auch sehr unterhaltsam. Kann ich da nur zu einladen unbedingt am 11. Februar nach Düsseldorf zum LCHF Kongress zu kommen. Und dann natürlich. Wir haben es anfangs schon bei der Einleitung erwähnt, es wird ja wieder einen Kongress für menschliche Medizin geben und zwar 25. und 26. März in Frankfurt. Vielleicht kannst du noch ein paar Worte sagen, was wird so das Hauptthema sein, ein überspanendes Thema.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Wir haben vor vier Jahren angefangen diesen Kongress, quasi als Fortsetzung des Vitamin D Kongresses zu machen und haben das Thema erweitert, in Richtung Mikronährstoffe und dann ist es aber ganz breit geworden, immer aufgehängt unter einem Leitthema, letztes Jahr das Thema Demenz abgearbeitet und haben dann ganz klar gezeigt. Auch die Demenz ist kein Schicksal, sondern sie ist hausgemacht wie der Diabetes und man kann diesem Demenz Schicksal sehr wohl entkommen, wenn man seinen Lebensstil ein bisschen ändert. Und in diesem Jahr ist das Leitthema Krebs. Da werden wir uns dann sehr anstrengen und mit vielen Referenten etwa 18 oder 20 verschiedene Referenten auch da zeigen, dass auch der Krebs eine Zivilisationserkrankung ist, die wir sagen wir mal durch unseren Lebensstil zumindest mal fördern. Und das wir wesentliches dran tun können, dass wir also nicht ausgeliefert sind, wenn uns dieses Schicksal trifft, diese Diagnose trifft, sondern dass wir ganz wesentlich etwas tun können, um das rüberzubringen. Zum Abschluss noch kurz nachtragen zwei Dinge, und zwar in Richtung beides in Richtung Prävention. Die Psychologen sagen zunehmend, dass die Welt, in der wir leben, so gar nicht existiert, sondern dass wir die Welt in uns so projizieren. Umgekehrt haben wir gezeigt, dass wir sehr wohl in der Lage sind, als Menschen die Welt zu verändern. Das geht für den Einzelnen in der Regel nicht, was so die Tsunamis und sonst die Dinge angeht. Aber die kleine Welt, in der wir leben, die können wir sehr wohl ändern. Wenn ich mir überlege, dass die Prävention, das heißt die Umweltprävention, das heißt, die Verhältnisprävention, so extrem wichtig ist, kann jeder für sich anfangen, im kleinen Bereich etwas zu tun. Und wenn man diese kleinen Bereiche zusammen schaltet, dann bekommt man wieder einen größeren Bereich. Und in diesem großen Bereich kann man dann eben noch gesünder leben, weil ja diese Dinge sich gegenseitig ergänzen. Diese Idee habe ich im letzten Jahr weiterentwickelt zum regionalen Gesundheitsmanagement. Das heißt also, wenn wir es schaffen, in einem Dorf oder in einem Stadtviertel ein paar Leute sich zusammentun und sagen Wir können, und was können wir tun, um unser Viertel gesünder zu machen? Zum Beispiel den Bäcker dazu bringen, dass er Paleo Sachen anbietet oder den Metzger, dass er Wiederinder anbietet. Oder wir sorgen zusammen dafür, dass zum Beispiel im Kindergarten anständiges Essen ausgeteilt wird. Oder dass die Schulkinder vielleicht doch wieder eine Stunde Sport mehr haben. Das kann man. In einer Region kann man das tun. Und wenn wir dann noch es schaffen, die Unternehmer mit da reinzuziehen, die in einer Region führend sind, prägend sind, dann haben wir eine Truppe, wirklich etwas zu bewegen. Für mich ist die Vision des regionalen Gesundheitsmanagement eine ganz, ganz tolle Sache. Da kann sich jeder einbringen, kann sich jeder bei mir melden. Er kann alles haben an Möglichkeiten, die er für sich braucht, aber eben auch in so einer Region. Wir haben zwei Pilotprojekte laufe, das eine in Franken, das andere in der Nähe von Gießen. Und das sieht unheimlich toll aus, was sich da alles tut.

Julia:
Das ist auch ein schönes Schlussplädoyer, würde ich sagen. Einerseits darf ja jeder kann was ändern. Schon im Kleinen und das kann sich dann wie eine Welle sich ausbreiten, weil ich glaube, es macht auch neugierig, wenn andere Leute sehen, dass es einem besser geht oder dass man sich verändert. Vielleicht sei es jetzt teilweise auch psychisch oder Übergewicht. Ich mein es kämpft ja nicht Jeder mit Übergewicht, aber das ist natürlich eines der Signale, die sehr deutlich nach außen hin sichtbar sind. Und das macht neugierig. Und dann kann man über die Neugier sicherlich auch andere Menschen begeistern. Vielleicht und dann in weiterer Folge in so ein regionales Gesundheitsmanagement und in diesen Bereich hineingehen.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Und das ist auch meine Hoffnung. Ich denke, es ist auch ein psychologisches Phänomen, was bekannt ist, wenn wir Sog erzeugen. Man kann Niemanden mit Druck überzeugen, sondern man muss Sog erzeugen.
Die Leute sehen, dass diejenigen, die sich anders verhalten, dafür belohnt werden, dass sie besser drauf sind. Das sie nach dem Mittagessen nicht auf dem Klo sitzen und schlafen. Sondern fit sind und arbeiten können. Alle diese Dinge. Oder eben an Gewicht verlieren. Das macht einfach die Sache attraktiv. Wenn wir das leben, was wir da predigen, dann können wir einige Leute überzeugen.

Julia:
Genau dann sage ich. Vielen lieben Dank für dieses tolle Interview und für deine Zeit. Liebe Zuschauer und Zuhörer. Ich hoffe, es hat euch genauso gut gefallen wie mir. Und wenn ja, wenn. Wenn ihr jemanden kennt, von dem ihr denkt, dass er sie von dieser Information profitieren kann, dann bitte unbedingt teilen. Auch zum LCHF Kongress nach Düsseldorf kommen oder zum Kongress für menschliche Medizin! Es ist wirklich nicht nur für Ärzte oder Therapeuten, sondern auch für interessierte Laien da. Also nicht abgeschreckt sein. Und es gibt auch von den letzten Kongressen Videos, die man sich in einem Paket kaufen kann. Das heißt, wenn da noch Berührungsängste sind, ist es vielleicht genau der richtige Einstieg für viele.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Danke dir für diese Worte und vielleicht noch mal ganz kurz Alles das findet man auf der Akademie für Menschliche Medizin auf der Webseite. Dort kann man diese Videos erstehen, dort sind doch alle Ankündigungen von entsprechend Kongressen. Und von daher bitte einfach in den Newsfeed eintragen. Dann wird man laufend informiert.

Julia:
Wir werden natürlich alles verlinken zu all den verschiedenen Informationen zur Akademie für Menschliche Medizin, und das sage ich Vielen Dank für das Gespräch.

Prof. Dr. Jörg Spitz:
Alles Gute.

Wer Ihn persönlich treffen möchte, kann das bei dem ersten LCHF Kongress am 11. Februar in Düsseldorf tun!

LCHF Kongress

Bücher

Superhormon Vitamin D: So aktivieren Sie Ihren Schutzschild gegen chronische Erkrankungen

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Krebszellen mögen keine Sonne. Vitamin D – der Schutzschild gegen Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen: Ärztlicher Rat für Betroffene. Mit Vitamin-D-Barometer und Lebensstil-Risiko-Fragebogen

Krebszellen mögen keine Sonne

Weitere Folgen

Fünf überraschende Details über Vitamin D

In dieser Folge sprechen Pawel und ich über Vitamin D3. Auch ich selbst hatte, trotz viel Sonne und Nahrungsergänzung einen Mangel. Außerdem erfährst du warum Vitamin D eigentlich kein Vitamin ist und wo es in unserer Nahrung vorkommt. Du lernst, wie es im Körper selbst hergestellt wird und welche Werte du haben solltest.

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Mag. Julia Tulipan

Über den Autor

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Master of Science in klinischer Ernährungsmedizin. Sie ist Speakerin, Dozentin und Best Seller Autorin ("Keto Kompass") und schreibt für verschiedene Magazine (u.a. Super You)sowie für ihr eigenes Blog JuliaTulipan.com vor allem zu den Themen ketogene und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Keto-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

Mag. Julia Tulipan

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