Diagnose Nebennierenerschöpfung: Wie chronischer Stress die Hormon-Balance stört – Nadja Polzin

Mai 11 / Burn-Out und Erschöpfung, Podcast / von Mag. Julia Tulipan

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In dieser Folge spreche ich zusammen mit Nadja Polzin von Foodlinx über unsere eigenen Erfahrungen mit der Nebennierenermüdung. Was hat uns dazu bewogen gemeinsam das neue Buch „Diagnose Nebennierenerschöpfung“ zu schreiben, das im Januar 2017 erschienen ist. Du erfährst, warum Burnout nicht nur psychologisch ist, warum eine optimale Nährstoffversorgung so wichtig ist und auf welche Mikronährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel du setzen solltest.

Wir wollen im Interview und dem Buch über die Folgen von chronischem Stress aufklären, über die Nebennieren Erschöpfung als solches aufklären, denn sie ist ja noch etwas sehr Unbekanntes.

  • Was ist die Nebennierenerschöpfung eigentlich?
  • Stress und Stressoren
  • Symptome und Labortests
  • Unterversorgung von Mineralstoffen und Vitaminen
  • Künstliche Umwelt
  • Ernährungsumstellung
  • Plädoyer zur Individualisierung
  • Nahrungsergänzung NEMs

 

 

Nadja Polzin

Coach, spirituelle Mentorin, wilde Frau und Jägerin des Glücks

Website: http://www.nadjapolzin.com

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Bücher

nebennieren-buch

Diagnose Nebennierenerschöpfung: Wie chronischer Stress die Hormon-Balance stört, Vitalität und Lebensfreude zurückgewinnen

Nebennieren-Hilfe – Hormon-Balance wieder herstellen, Burnout entkommen

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Folge 170. Diagnose Nebennieren, Erschöpfung wie chronischer Stress, die Hormon Balance stört. In dieser Folge spreche ich zusammen mit Nadja Polzin von Foodlinx über unsere eigene Erfahrung mit der Nebennieren Ermüdung. Was hat uns dazu bewogen, gemeinsam das neue Buch “Diagnose Nebennieren Erschöpfung” zu schreiben, das jetzt, im Januar 2017 erschienen ist. Warum Burnout nicht nur ein psychisches Problem ist. Warum eine optimale Nährstoffversorgung so wichtig ist und auf welche Mikronährstoffe, Nahrungsergänzungsmittel du setzen sollte.

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Julia:
Herzlich willkommen zu einer neuen Episode der Evolution Radioshow. Bevor wir mit der eigentlichen Folge beginnen, möchte ich mal allen einen großen Dank aussprechen, die das Podcast mit Spenden unterstützen. Und zwar sind es Daniel, Roland und Annett. Vielen Dank für eure Unterstützung. Und wenn ihr jetzt auch oder wenn du jetzt auch die Evolution Radioshow mit einer Spende unterstützen möchtest, dann würde das sehr, sehr freuen. Und du kannst das auf Evolution Radioshow.de, da gibt es einen eigenen Spenden Button und das Ganze wird über PayPal abgewickelt. Man kann wirklich auch ganz kleine Beträge spenden, ob von einem Euro an angefangen und jeder Euro zählt. Nun aber zur heutigen Folge. In dieser Folge habe ich Nadja Polzin zu Gast. Sie ist Gründerin von Foodlinx und sicherlich vielen ein Begriff und auch wirklich eine treibende Kraft in der ganzen Szene. Sie beschäftigt sich auch schon ganz, ganz lange mit evolutionärer Gesundheit. Herzlich willkommen!

Nadja Polzin:
Hallo Julia, danke für die Einladung.

Julia:
Nadja und ich, wir wir haben vor mehreren Monaten, vor eineinhalb Jahren beschlossen, ein Buch zu einem Thema zu schreiben, das uns persönlich sehr am Herzen liegt und bei dem wir den Eindruck hatten, dass es eigentlich noch gar nichts dazu am deutschsprachigen Markt gibt, und zwar die Nebennieren Erschöpfung. Das Buch wird ab 15. 1. offiziell im Handel erhältlich sein und der Titel ist “Diagnose Nebennieren, Erschöpfung”, wie chronischer Stress die Hormon Balance stört, Vitalität und Lebensfreude zurückgewinnen. Wir wollten in diesem Buch. Einfach über die Folgen von chronischem Stress aufklären, über die Nebennieren Erschöpfung als solches aufklären, denn sie ist ja noch etwas sehr, sehr unbekanntes. Bevor wir jetzt weitermachen. Nadja, vielleicht kannst du mal unseren Zuhörern und Zuschauern erklären Was ist eigentlich Nebennieren Erschöpfung?

Nadja Polzin:
Das ist ganz einfach Julia, Nebennieren Erschöpfung ist tatsächlich das, was wir in Deutschland häufig als Burnout bezeichnen, kann man mal so kurz zusammenfassen. Es ist eigentlich das Zusammenbrechen der Leistungsfähigkeit bzw. der Stressresistenz. Wenn jemand unter einer Nebennieren Erschöpfung leidet, dann äußert sich das tatsächlich in dieser absoluten Erschöpfung und Müdigkeit. In diesem Zustand, den wir als Burn out, kennen. Aber dabei geht es in erster Linie um einen biologischen Prozess. Wir kennen den Burn Out ja als psychologisches oder psychologisches Symptom, was mit Verhaltenstherapie und psychologischen Sitzungen und Gesprächstherapie begleitet wird.
Aber was viele nicht wissen und das ist in Deutschland tatsächlich relativ im deutschsprachigen Raum relativ unbekannt, ist das es tatsächlich ein körperliches mit körperlicher Erscheinung ist bzw. auch ein körperlicher Zustand ist, in dem einfach die Hormon Balance aus den Fugen gerät, kann man sagen.

Julia:
Es ist eines der großen Probleme und Stigmata gleichzeitig irgendwo, dass ja jeder, der irgendwie erschöpft oder müde ist, einfach nur unter Anführungszeichen ein psychisches Problem ist und es auch als solches nicht wirklich von der Schulmedizin ernst genommen wird. Ich denke auch, sowohl du als auch ich, habe diese Erfahrung gemacht, dass man ja eher mit Psychopharmaka vielleicht abgespeist wird und mit Stimmungsaufheller und das man eben zur Psychotherapie gehen sollte, was sicherlich nicht unbedingt schlecht ist, aber auch nicht der einzige Ansatz in dem Fall.

Nadja Polzin:
Ganz genau. Ja, das ist das, was auch viele erleben. Auch von den Klienten und Kontakten die wir haben. So der Arzt schickt mich jetzt zum Psychologen, aber eigentlich habe ich nichts psychisches, was häufig auch ein Trugschluss ist. Das muss man ehrlicherweise sagen. Aber es ist tatsächlich auch eine körperliche, ein körperliches Problem, ganz einfach. So hab ich das auch erlebt. Für mich selber war das der Zustand der Erschöpfung oder der Müdigkeit, der bei mir auch bis in die Depression eigentlich rein ging. Tatsächlich ein Erschöpfungszustand, der auch hausgemacht war auch hier im Kopf stattgefunden hat ganz klar. Aber es ist eben nicht das einzige gewesen. Da haben ganz viele andere Faktoren eben auch noch eine Rolle gespielt.

Julia:
Für mich war irgendwie auch ein, fast so ein Schlüsselmoment, muss ich sagen. Da war ich bei einer Internistin und habe eben alle meine Probleme so geschildert. Sie schaute mich so an und, sagt: “Psychopharmaka kommen ja für sie nicht in Frage oder?!” Es war einfach die einzige Option. Ich habe auch keine alternativ Option bekommen. Das fand ich einfach schade. Ich hoffe, dass wir jetzt auch, dass wir auch in dem Buch die Alternativen aufzeigen und sagen, dass man etwas tun kann, weil es ist eine Funktionsstörung, die wieder rückgängig machbar ist, durch entsprechende Interventionen.

Nadja Polzin:
Richtig, ganz genau und diese haben mit Psychopharmaka relativ wenig zu tun. Um ehrlich zu sein. Es ist tatsächlich so, dass die Ärzte sehr, sehr schnell dazu greifen, weil sie relativ hilflos sind. Das liegt zum einen an den Ärzten und an der Ausbildung der Ärzte, zum anderen aber natürlich auch an den Patienten. Wir haben ja auch dieses Bild. die Leute wollen ne Pille und damit soll alles irgendwie vorbei und erledigt sein. Wir sind in den letzten 50 Jahren immer mehr in diese Richtung marschiert, dass wir glauben, dass wir mit Medikamenten irgendwie alles lösen können, was in unserem Leben so stattfindet. Und das ist eigentlich das, was schade ist, was auch Vielen tatsächlich den Weg zur Heilung echt verstellt, weil sie gar nicht sehen, dass es gar nicht nur mit einer Pille getan ist, sondern dass vieles in ihrem Leben einfach auch dazu führt. Das sie fertig sind.

Julia:
Was du gesagt hast mit der Pille. Das ist nämlich genau das Schlüsselwort oder das Schlüsselelement ist, das man sich bewusst sein muss, wenn man diese Nebennieren Erschöpfung in den Griff bekommen möchte, und man kann es in den Griff bekommen, dann ist es eben nicht mit einer Pille getan und vielleicht auch kein einfacher Weg. Sondern man muss wirklich viele Aspekte, wir werden da naher darauf eingehen, welche Aspekte das alles sein werden. Aber man muss auf viele Aspekte im Leben eingehen. Bereit sein für Veränderungen, auch Änderungen oder Veränderungen durchführen, die vielleicht schmerzvoll sind oder vielleicht auch nicht gerade bequem. Aber es geht und es dauert einfach. Es ist jetzt nicht, “Ich nehme jetzt was und morgen ist es gut.” Sondern es wird Wochen dauern, vielleicht sogar Monate, bis man sich wirklich erholt hat.

Nadja Polzin:
Absolut. Das ist auch meine Erfahrung. Allein diesen Umstand. Wir brauchen ja, um eine Erkrankung tatsächlich auch behandeln zu können, müssen wir wissen, was der Stressor ist und was das Problem eigentlich ist, was uns so dermaßen belastet, dass wir unter chronischem Stress stehen. Was ist dieser Punkt? Das ist manchmal gar nicht so einfach zu identifizieren. Und das alleine dieser Prozess kann schon Monate dauern festzustellen. Was macht mich hier eigentlich so fertig? Es ist schwierig. Es ist verhältnismäßig einfach, sage ich mal, wenn es irgendwelche Schwermetall Belastung sind oder wenn die Ernährung komplett daneben ist, dann kann man das relativ leicht herausfinden. Sobald es aber tatsächlich in diese psychologische Ecke geht, ist es ein Prozess, der wirklich schwierig ist. Vielleicht braucht es auch jemanden oder jemanden zu haben, der die richtigen Fragen stellt, was einen einfach dazu bringt, dass man diese Veränderungen durchführen kann, wenn der Stressor zum Beispiel in der eigenen Familie stattfindet, dann kann man ja den nicht einfach ausschließen und sagen: ”Also pass auf das war’s jetzt hier.” Das sind unter Umständen tiefgreifende Veränderungen im Leben, die man durchführen muss und da kann man nicht erwarten, dass das von heute auf morgen erledigt ist.

Julia:
Aber es gibt ja zum Glück auch da viele Herangehensweisen, auch mit so Stressoren. Wie man eben auch so Stressoren erkennt. Wie man sie vielleicht, so formuliert, es ja oft auch nur eine Framing Sache, also wie sehe ich ein Problem. Sehe ich es als Problem, sehe ich es als Herausforderung, wie ich dann damit umgehe. Gewisse Faktoren in der Familie, ich meine, die kann ich vielleicht einfach nicht ändern. Man kann natürlich nicht sagen:” Ich verlasse jetzt meine Kinder, meine Frau oder meinen Mann weil er mich stresst.” Außer natürlich es ist eine wirklich toxische Beziehung, dann muss man das evaluieren. Aber Kinder sind halt einfach anstrengend. Aber man wird sie jetzt nicht einfach aussetzen. Sondern man muss sich anderweitig dem Problem sicherlich nähern. Da gibt es ja auch einige Techniken, wie man zum Beispiel dieses Problem umformuliert. Oder einfach versucht, durch andere, wie soll ich sagen, durch Sachen wie Meditation oder Sport oder solche Sachen, einen Ausgleich zu schaffen, um dann dem Druck gewachsen zu sein.

Nadja Polzin:
Ja, das ist richtig. Das ist das, was ich glaube, was in unserer Gesellschaft komplett verloren gegangen ist, ist eigentlich diese Regenerationsphasen, die wir einfach brauchen. Also wenn die Kinder stressig sind und das alles anstrengend ist und das Kind tatsächlich sehr aktiv. Was viele Eltern sehr stressen kann. Dann brauchen wir auch einfach Ruhephasen für uns selber. Diese im Alltag zu schaffen und im Tagesablauf zu schaffen und mit dem Partner das zu organisieren. Das kann eine Herausforderung sein. Aber es ist absolut notwendig, weil wir sonst kaputt gehen. Wir überlasten uns ständig, und das funktioniert natürlich nicht.

Julia:
Es gibt ja eben diese verschiedenen Ebenen von Stress. Du hast schon gesagt, Schwermetall Belastung kann ein Stress sein. Natürlich gibt's auch andere Sachen wie Drogenmissbrauch. Es gibt traumatische Erfahrungen, auch ein Trauma wie ein Unfall oder der Verlust einer geliebten Person. All das ist ja Stress und all das kann schon praktisch der Tropfen sein, der dann das Fass zum überlaufen bringt. Ich glaube, dass gerade mit dem Burn out hat man ja immer eigentlich nur so die Manager im Kopf, die diese klassische oder da wurde es als erstes beschrieben. Ich glaube, wenig ist bewusst, dass auch, dass es jeden treffen kann!

Nadja Polzin:
Ja, absolut, absolut. Das kann beim Studenten anfangen. Für mich zum Beispiel tatsächlich direkt nach dem Studium. Ich war noch nicht mal im Berufsleben angekommen und war schon, hab mich selber einfach dermaßen unter Druck gesetzt. Dazu kam dann der Tod meines Vaters zu diesem Zeitpunkt, und das war für mich eigentlich der Punkt, wo eigentlich nichts mehr ging, wo ich so unter Stress gestanden habe, obwohl ich überhaupt keinen vollen Terminplan hatte. Sondern ganz im Gegenteil, ich hatte den ganzen Tag Zeit. Alleine der Druck, den ich mir selber gemacht habe, dass ich jetzt irgendwie eine wahnsinnige Karriere anstreben müsste und der Tod meines Vaters, der nicht so ganz glücklich gelaufen ist. Den ich auch eigentlich bis jetzt bearbeitet habe. Also der ist jetzt fünf Jahre tot, das heißt das sind jetzt 5 Jahre in denen ich mich damit auseinandersetzen muss. Und tatsächlich jetzt erst auch den Abschluss gefunden habe damit. Das kann eine ganze Zeit lang dauern. Dieser Manager, der irgendwie von Termin zu Termin hetzt und irgendwann 16 Stunden am Tag arbeitet, ist ein Phänomen. Aber es kann echt jede Hausfrau und jeden Studenten und eigentlich Jeden treffen. Die Überlastung kann natürlich auch ein Über-Training sein. Zu viel Sport ist auch so ein Klassiker. Tod, Unfall, alles, was da so passieren kann, es kommt einfach der Punkt, wo man dann irgendwie nicht so schnell wieder rauskommt aus der Geschichte.

Julia:
Was auch wichtig ist zu sagen, dass sogar wirklich Schüler und Kinder wirklich sehr, sehr früh von dem betroffen sein kann, weil was man sich einfach bewusst machen muss, ist, das ja jeder eine andere Toleranzgrenze hat. Und was den einen noch nichts ausmacht, zerstört, den anderen schon. Was vielleicht auch damit zu tun hat, wir kriegen ja schon eine Last irgendwo mit, teilweise schon im Mutterleib beeinflusst, wie viel Stress meine Mutter während der Schwangerschaft hat, wie sensibel mein Körper auf Stress reagiert, Man darf glaub ich sich nicht denken:” Ja, was hat denn der für einen Stress?” “Oder was hast denn du für einen Stress?” Weil das, dass ist so wie Schmerzempfinden. Was für den einen ein fast unaushaltbar Schmerz ist, lässt den anderen noch relativ kalt. Ich glaube, da muss sich auch eine Sensibilität entwickeln in der Bevölkerung, das man auch Stress und Stress Toleranz als genauso etwas Individuelles wahrnimmt.

Nadja Polzin:
Genau das denke ich auch. Man sieht das ja selber bei sich im Umfeld. Da gibt es natürlich Leute, die sind da gibt es Leute, für die ist de ganz normale Berufsalltag schon Höchststress. Dann gibt es Leute die noch locker neben dem Berufsalltag 5-6 andere Dinge “wuppen.” Der eine führt noch einen Blog, der nächste macht Leistungssport. Da gibt es unterschiedliche Ausprägungen halt einfach auch in der Fähigkeit.
Ganz genau und das muss einem auch bewusst sein, dass die eigenen Grenzen vielleicht an einem Punkt sind, der viel, viel früher vor dem ist, was jemand anders schafft. An diesem Punkt muss man doch einfach sagen: “Stopp, das reicht mir völlig.” Es ist völlig in Ordnung. Das zu akzeptieren, dass meine Grenze an einer bestimmten Stelle ist, die für den anderen noch gar keinen Stress bedeutet, unter Umständen. Das ist ein ganz schwieriger Schritt, weil uns das gefühlt weniger leistungsfähig erscheinen lässt. Aber es ist völlig in Ordnung. Genau was du gesagt hast. Tatsächlich welchen Stress hat meine Mutter in der Schwangerschaft gehabt? Und tatsächlich das zieht sich über Generationen ja auch. Also selbst der Stress den meine Mutter im Bauch hatte, und wir tragen ja auch ein Erbe mit uns rum, was einer Kriegsgeneration unserer Großeltern und Urgroßeltern was tatsächlich in uns drinsteckt. Das klingt ein bisschen esoterisch, aber das ist einfach so. Da gibt es biologische Prozesse, die das über Generationen weitertragen.

Julia:
Genau. Was man ja auch jetzt erst langsam beginnt zu verstehen. Alles, was mit Epigenetik zu tun hat. Es gibt einfach wirklich gewisse Umwelt-Informationen, die tatsächlich weiter vererbt werden und dann die nächste Generation sensibler oder besser angepasst macht. Aber in manchen Fällen kann das nach hinten losgehen, und was eben zusätzlich zu dem Ganzen kommt, ist das ja eben so Faktoren, zum Beispiel, wie die Ernährung, nicht passen. Das soziale Umfeld. Wenn jetzt nur der eine Stressor wäre, das wäre ja nicht das Problem. Aber wir haben einfach diese Fülle an Stressoren und was eben auch eine entzündungsfördernde Ernährung eben ist, zum Beispiel. Oder die Schwermetallbelastung oder Strahlenbelastungen oder Licht und was auch immer das sein kann, Schlafmangel und die Fülle dieser Faktoren macht es dann aus. Das das System zusammenbricht!

Nadja Polzin:
Ja, das ist richtig, das ist tatsächlich leben wir in einer Zeit, die unwahrscheinlich viele Stressoren hat. Wenn man jetzt hundert Jahre zurückblickt, dann gab es auch Stressoren, wie zum Beispiel diese Kriegsgeneration, hat einen tierischen Stress erlebt, über viele Jahre. Die haben aber andere Stressoren auch nicht gehabt. Zum Beispiel diese Chemikalien Belastung oder die Ernährung. Wenn ich mir meine Schwiegereltern angucke. Die sind zwar im Zweiten Weltkrieg unterwegs gewesen und mein Schwiegervater war auch tatsächlich da im Einsatz. Aber die hatten ja eine Ernährung, die war einfach nur natürlich. Die haben in ihrem Leben keine Tiefkühlpizza aufgebacken. Die kennen diese Sachen überhaupt nicht. Haben sich auch in der Nachkriegszeit aus dem eigenen Garten ernährt oder von den Bauernhöfen ringsherum. Die hatten tatsächlich gesundes Essen ihr ganzes Leben lang. Es ist tatsächlich auch möglich, auch mit so einem krassen Stressfaktor im Leben alt zu werden und gesund zu bleiben, wenn man eben andere Stressfaktoren minimiert. Diese Frau hat natürlich noch nie auf Facebook gesurft oder irgendwas im Internet gemacht. Das sind auch so Sachen die unterschätzen wir ja häufig. Dieses abends im Bett liegen, mit dem Tablet oder mit dem Smartphone und den Fernseher parallel laufen zu haben. Also zwei Bildschirme mit Blaulicht, die einen Einfluss auf uns haben. Das sind natürlich alles so Sachen, die kannte diese Generation überhaupt nicht. Und deswegen sind die natürlich auch anders damit umgegangen, weil sie eben auch viele Stressoren nicht gehabt haben, obwohl ziemlich starke Stressfaktoren tatsächlich im Leben stattgefunden haben.

Julia:
Genau.

Nadja Polzin:
Und das ist das, was wir heute versuchen, in unserem Buch zu vermitteln, dass ein natürlicher Lebensstil und welche Faktoren tatsächlich in unserer heutigen modernen Welt dazu führen, dass wir übermäßig belastet sind. Also auf eine Art und Weise, die nicht mehr auszuhalten ist, für manche.

Julia:
Wir versuchen im Buch gehen wir da noch detaillierter darauf ein. Einerseits, welche Faktoren das alles sein können, wie man sie erkennt. Aber auch es gibt neben den Symptomen, die es gibt, einfach allein eine unendliche Liste. Nur um ein paar zu nennen. Das sind einfach die klassischen Müdigkeit, natürlich vor allem auch am Nachmittag. Dieses totale erschöpf sein, dass man sich überhaupt nicht aufraffen kann zu irgendwas. Auch so Sachen wie verminderte Libido, Konzentrationsschwierigkeiten. Die Palette ist ja gigantisch, es kann auch von Gewichtsverlust zu Gewichtszunahme sein. Auch da eigentlich alles ohne jetzt mehr oder weniger zu essen ist, das muss jetzt es gar nicht damit zu tun haben. Aber allein an dem merkt man schon, wie schwierig es ist, jetzt nur an den Symptomen das abzustecken. Es gibt auch die Möglichkeit über Labortests zumindest ein bisschen, wie soll ich sagen, vielleicht nicht eine hundertprozentige Diagnose in dem Sinne, aber zu mindestens eine, zusätzlich zu der Amnamese kann eine Labordiagnostik natürlich noch ein vollständigeres Bild geben.

Nadja Polzin:
Und da haben wir ja in dem Buch, gibt es einen sehr umfangreichen Fragebogen, mit dem man schon einen ersten Anhaltspunkt kriegt, wie weit es eigentlich dies Stress Thema schon bei mir fortgeschritten.
Dann gibt es ein paar “Hausfrauen – Tests”, die man tatsächlich nutzen kann, und dazu eben tatsächlich die Laboranalyse, insbesondere des Stresshormons Cortisol. Und das wird auch von Ärzten häufig untersucht, allerdings im Blut und nicht im Speichel, so wie wir das empfehlen.

Julia:
Genau. Und vor allem wird es dann auch. Also wenn es der Arzt nimmt, der nimmt dann auch nur einen Wert. Und beziehungsweise im Urin wird es auch manchmal auch gemessen. Aber das ist dann über 24 Stunden zu sagen. Und das gibt eigentlich nur eine Aussage, wenn man eine tatsächliche schwerwiegende Erkrankung hat, also zum Beispiel einen Tumor an den Nebennieren. Aber das würde nie etwas zeigen im Rahmen der Nebennieren Erschöpfung, weil ja alles noch im physiologischen Rahmen ist. Aber wir wissen, es gibt immer ein, es gibt ein normal und es gibt das optimal. Nun wollen wir uns ja im Optimum befinden. Wir wollen ja optimal, sowohl von Nährstoffen, von der Mikronährstoff Zusammensetzung also von der Mikronährstoff Versorgung, als auch von diesen anderen physiologischen Werten. Ich bin mir sicher, dass hat schon jeder mal gehört. Egal welcher Wert es ist, ob das jetzt Hormone sind, oder sonst was sagt, “ja ist eh normal.” Aber es ist eben in dieser Bandbreite und es ist sicherlich ein Unterschied, ob ich unten an der Bandbreite bin oder oben an der Bandbreite. Da ist eben die Speichel, also die Probe im Speichel von Cortisol, sicherlich sinnvoll. Vor allem nimmt man da ja auch dieses, also ein Tages Profil. Das sind dann fünf Messungen und man sieht den Verlauf von Cortisol. An der Verlaufs Kurve, sieht man einfach sehr gut. Ob da ein Problem, ob es vielleicht in der Früh zu niedrig ist und am Abend auf einmal hoch wird das ist so ganz klassisch. Die Leute kommen in der Früh fast nicht aus dem Bett, und am Abend kommt das Energie High, sozusagen. Das ist ja also was man ganz oft, was man beobachten kann und wo die Leute dann sagen: “Ich bin einfach kein Morgenmensch.” Und das ist tatsächlich nicht, weil man kein Morgenmensch ist, sondern weil eben das Cortisol, durcheinander ist.

Nadja Polzin:
Das ist tatsächlich, ich habe solche Profile auch schon gesehen Ich habe welche gesehen, kurz vor der Nebennieren Erschöpfung. Also quasi diesen ersten Zeitraum. Da geht man ja vom Cortisol aus, okay das ist dann ganz weg, das ist dann tatsächlich diese Nebennieren Erschöpfung. Doch da gibt es ja ganz verschiedene Zustände auch. Es gibt eben aber auch Leute, die sind eigentlich in dieser Anfangsphase, wo eine tierische Cortisol Ausschüttung noch stattfindet und wo man eigentlich schon richtig gut eingreifen kann. Aber tatsächlich gibt es auch in diesem Zustand schon Müdigkeit und Erschöpfung, dass man morgens nicht rauskommt. Dann kriegt man gerade die Kinder noch zur Schule, und legt sich danach wieder hin. Das sind tatsächlich so die ersten Anzeichen. Und auf dem besten Weg dahin, wirklich komplett in einer Erschöpfung zu landen. Die Bandbreite, wie das aussehen kann und in welchem Stadium verschiedene Menschen sind, ist relativ breit. Und was ich ganz wichtig fand, was du gesagt hast, ist tatsächlich dieses Optimum, in der Nährstoffversorgung. Wenn wir uns dann im Blut nachher die Mineralstoffe und Vitamin Versorgung angucke, da gibt es ganz unterschiedliche Bedürfnisse auch von Menschen. Und das, was wir heute als empfohlene Tageszufuhr von Vitamin C oder auch anderen B - Vitaminen und so weiter ansehen, ist längst nicht für jeden optimal. Das hängt ganz ganz arg mit den Lebensumständen zusammen, wie viel ich brauche. Bin ich Allergiker? Habe ich ein schwaches Immunsystem? Ist mein Darm vielleicht auch nicht richtig in Ordnung? Kämpft das Immunsystem die ganze Zeit gegen irgendwelche Lebensmittel, die ich nicht vertrage? All diese Faktoren spielen eine Rolle. Nur weil Jemand sagt das,100 Milligramm Vitamin C am Tag, ist das was ausreicht. Reicht das für mich persönlich noch lange nicht. Dafür gibt es ganz wenig Bewusstsein eigentlich, dass es diese empfohlene Tageszufuhr von bestimmten Vitaminen, die wir durchaus über die Nahrung, wenn wir uns richtig gut ernähren, hinkriegen können. Aber das ist auch tatsächlich ein Thema, was wir im Buch auch abbilden. Wie kann man das messen? Was sind tatsächlich die zuverlässigen Methoden, das zu tun? Und welche Sachen brauche ich tatsächlich, um mit Stress besser umgehen zu können und vielleicht mehr als andere, das tuen. Was viele Leute ja auch sagen zu Nahrungsergänzungsmitteln:” Was soll der ganze Quatsch?” Das ist immer so ein bisschen, brauchen wir nicht. Wir kriegen über die Nahrung Alles. Das ist ja das, was auch die Medien publizieren. Immer nein, und alle sind ausreichend versorgt. Wenn man sich die Statistiken, und zwar auch die offiziellen Statistiken genau ansieht, dann ist das längst nicht der Fall. Also da ist ein gutes Viertel der Bevölkerung sind wirklich einfach unterversorgt mit vielen Nährstoffen.

Julia:
Ja und das sind wirklich die offiziellen Verzehrstudien, die alle vier Jahre sowohl in Deutschland als auch in Österreich publiziert werden. Da kann man das, da kann es jeder nachschauen, das ist auch frei zugänglich. Da sieht man auch, dass vor allem die Kinder und die Senioren das sind die Gruppen, die am schlechtesten versorgt sind. Mit den Mikronährstoffen, wo man die größten Defizite hat.

Nadja Polzin:
Ich glaub da kommt auch jetzt eine Generation, bei der das noch viel schlimmer ist. Eine die komplette irgendwie ohne echte Lebensmittel aufgewachsen ist und zum Teil natürlich auch gar nicht die Kapazitäten hat, wirklich was, wirklich, was zu erreichen. Wir sehen das im bekannten Umfeld häufiger, dass da Kinder wirklich mit der Tiefkühlpizza aufgezogen werden. Und du hast, die können überhaupt nicht, das ist überhaupt nicht möglich. Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich, basierend auf diesen Lebensmitteln irgendeine Leistung zu erbringen. Ich glaube, dass da eine Generation jetzt heranwächst, die das Kochen schon alleine nicht mehr gelernt hat, das überhaupt gar keine Rolle mehr spielt, im Alltag. Die können überhaupt nicht gut versorgt sein, das geht nicht. Ich habe echt Angst davor, was da an Erschöpfung und Stresssymptomen auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf uns zukommt. Denn das wird definitiv nicht besser auf diese Art und Weise.

Julia:
Ich bin da absolut bei dir, weil vor allem auch im Kontext von Aufmerksamkeitsdefizit Störung und all das. Ist für mich, so eine Alarmglocke schrillt da praktisch. Ich denke Kinder, die so kalorisch überversorgt, Nährstoffmäßig unterversorgt, sie sind mangelversorgt. Dann, werden sie mit Zucker vollgestopft. Sie sind auf Kinder RedBull sozusagen, die ganze Zeit und müssen 6 - 7 Stunden am Tag sitzen unter künstlichem Licht. Eigentlich ein, auf English würde man sagen ein “No Brainer” eigentlich würde man sich auf den Kopf greifen und das ist sowas von vorhersehbar. Warum ich so viele Kinder hab, die verhaltensauffällig sind, die Probleme haben, die Lernstörungen haben.

Nadja Polzin:
Ja, absolut, das sehe ich auch so.
Es ist schwierig, weil das so normal geworden ist, dieses Lebensumfeld, was wir haben, dieses super künstliche eigentlich. Ich habe dieses Gefühl immer ganz besonders, wenn ich ins Fitnessstudio gehe, da komme ich mir total albern vor.
Ich bin total. Ich komme ja auch nicht darüber hinweg. Ich habe diesen Gedanken seit Jahren. Was machst du hier eigentlich? Das ist so lächerlich und so albern. Aber ich weiß natürlich, dass ich die Bewegung brauche, also muss ich da durch. Aber das Lebensumfeld, was wir haben, wir fahren mit dem Auto zur Arbeit. Wir sitzen den ganzen Tag im Büro. Wir sind überhaupt nicht an der frischen Luft. Wir essen schlechte Sachen, die uns irgendwie gerade so am Leben erhalten. Tatsächlich sind bei uns überhaupt nichts bieten. Und all diese Faktoren sind. Dann irgendwie Dreijährige, die besser mit dem Tablet umgehen können als ihre Eltern. Manche Leute merken gar nicht, dass das eigentlich mit dem, was wir sind und das sind eigentlich Tiere, die in der Natur aufgewachsen sind und irgendwann ein Bewusstsein entwickelt haben. Es hat damit einfach überhaupt nichts mehr zu tun. Das ist das, was uns tatsächlich krank macht, auf vielen Ebenen. Hast du denn, welche Erfahrungen hat du denn gemacht, was das Thema Nährstoffversorgung angeht? Welchen Unterschied hat den die Ernährung für dich gemacht? Also gerade die Ernährung war für mich ein riesengroßer.

Julia:
Also für mich auch. Für mich war das wirklich ein Unterschied, praktisch wie Tag und Nacht. Und es war von wirklich auch depressive Verstimmungen, wirklich zu Tode betrübt, auf einmal mal positiv, extrem positiv. Und das war sogar so, dass es meinem Umfeld aufgefallen ist. Mein Umfeld hat mich echt darauf angesprochen, was mit mir los ist.

Nadja Polzin:
Dann ist eigentlich schon soweit, dass man die Alarmglocken wirklich schrillen hört.

Julia:
So intensiv war der Unterschied, das meinem Umfeld aufgefallen ist dass ich auf einmal wie eine andere Art, eine andere Einstellung tatschlich zum Leben hab.

Nadja Polzin:
Bei mir war es ähnlich. Ich war super aggressiv und das war eigentlich das, also mein damaliger Lebensgefährte, heute sind wir verheiratet. Ich kann gar nicht genug sagen, wie dankbar ich bin, das er jetzt all die Jahre durchgestanden hat, die er mit mir zusammengelebt hat. Und immer gesagt hat:” Du bist super aggressiv gegen mich. Ich bin ja nun wirklich die Person, gegen die du nicht aggressive sein must.” Da hat er natürlich auch total Recht. Aber ich hab eigentlichen über viele Jahre tatsächlich, so ihn wie eine Bedrohung auch irgendwie behandelt. Was natürlich totaler Quatsch ist. Ich hab's nur so empfunden. Und er hat das, er hat mir immer gesagt:” Irgendwas ist nicht richtig bei dir, irgendwas funktioniert nicht richtig.” Oder ist nicht okay, du bist so nicht. Für mich hat die Ernährung wirklich einen riesen Unterschied gemacht. Von A also Fertig Lebensmitteln natürlich, mit denen ich auch teilweise aufgewachsen bin, hin zu selber kochen und dann auch tatsächlich auch auf die Low-Carb Ernährung und die glutenfreie Ernährung zu gehen. Die wir im Buch auch näher vorstellen, sowohl Paleo als auch Low Carb, ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Stimmungsmäßig auf jeden Fall.

Julia:
Für mich war da vor allem der Schritt zu mehr Fett und weniger Kohlenhydraten und vor allem auch glutenfrei, dass waren so die einschneidensten Schritte. Also sozusagen. Ich habe davor schon sehr bewusst gekocht, aber halt klassisch, sehr low-fat, aber auch glutenhaltige Sachen, aber super low-fat. Für mich war, obwohl ich da schon auch nicht wirklich Fertigprodukte gegessen habe, sondern wirklich was man verhältnismäßig Vollwert Ernährung nennen würde. Selbst von dem war dann für mich dieser Schritt so extrem groß, weil man denkt von einer total furchtbar schlechten Ernährung mit Sodas und Fertigpizza, dann ist es ja egal welche Ernährungsumstellung ich mach. Und das ist auch wirklich so. Aber ich bin ja von einer schon sehr guten, echten Traum DGE Vollwertkost sozusagen, umgestiegen auf LCHF und auf eine, wirklich auf eine sehr auch ohne Milchprodukte und eine eher dem Paleo Ansatz von LCHF mit hoch qualitativen Lebensmitteln und glutenfrei umgestiegen. Das war wirklich der Schritt einfach!

Nadja Polzin:
Das hört man ja ganz häufig in der Paleo Community. Vor allem das das wirklich nochmal, so ein großer Game Changer für die Leute tatsächlich auch nochmal ist.
Diese glutenfreie Ernährung anzunehmen und dann für viele eben auch, also gerade Allergiker, wie ich das ja auch bin eine Milch freie Ernährung. Mit dem fett sprichst du natürlich auch ein ganz wichtiges Thema an. Was die Hormonbalance angeht, dass ist ja tatsächlich so, dass wir dieses Fett einfach brauchen, um Hormone produzieren zu können. Sie bestehen halt auch zu einem großen Teil aus Cholesterin. Wenn wir das nicht aus der Nahrung aufnehmen, dann muss unser Körper das produzieren. Das macht er ja auch, wenn er gesund ist. Aber wir brauchen es einfach. Es ist eine gute Variante, gut Fett über die Ernährung mit aufzunehmen, weil wir es einfach brauchen. Diese Diskussion gibt es eigentlich, seit wir low-fat kennen, schon im wissenschaftlichen Kreis ist aber im Prinzip nicht bekannt geworden. Das ist wirklich schade. Da haben sich damals Leute durchgesetzt, die nicht so die optimalen Überzeugungen hatten. Was so die öffentliche Gesundheit angeht.

Julia:
Waren vielleicht auch andere Interessen am Werk.

Nadja Polzin:
Also, ich gucke immer noch in diese Zeitschriften, was so an Kochrezepten angeboten wird. Und auch diese Frauenzeitschriften. Überall stehen noch die Kalorien dabei, wo wir wissen, das die auf hormoneller Ebene überhaupt keine Rolle spielen. Die eigentlichen ein Konstrukts sind. Es geht immer noch da drum, wie viel Gramm Fett ist da drin. Ist das jetzt auch das richtige Fett? Und es wird immer noch diese Angst vor gesättigten Fettsäuren propagiert und das ist schon eine Entwicklung, der wir ja hoffentlich ein bisschen entgegenwirken können.

Julia:
Ich mein, auch im Buch gehen wir ja auch sehr detailliert auf diese Aspekt ein, sodass sich auch jeder wirklich, also es geht ja auch darum zu verstehen, warum! Warum brauche ich gewisse Nährstoffe, damit es mir auch gut geht, damit ich leistungsfähig bin. Es ist ja nicht nur aus der Luft gegriffen, sondern es sollte auch wirklich erklärbar sein. Was wie du sagst, wofür brauche ich zum Beispiel Fett im Körper. Das es von dem her auch einfach Sinn macht, die Ernährungsempfehlungen, wie sie im Buch dargestellt sind, mit einem Plan dabei. Zum Beispiel einen Ernährungsplan mit Rezepten, wie man es mal umsetzen kann. Und so wie wir vorher auch gesagt haben, auch die Nahrungsergänzungsmittel spielen in manchen Bereichen einfach eine wichtige Rolle. Das war für mich schon auch nochmal, nochmal ein Schritt am Weg der Besserung, sozusagen, dass ich auch erkannt habe. Aha, welche Nahrungsergänzungsmittel brauche ich tatsächlich? Und schon ganz groß war für mich B-Vitamine zum Beispiel.

Nadja Polzin:
Die B-Vitamine waren bei mir eine absolute Veränderung.
Also das ging auch relativ schnell muss ich sagen. Vitamin D im Winter.
Da bin ich von einem Tag auf den anderen ein ganz anderer Mensch.
Man blüht plötzlich auf und denkt wo kommt die gute Laune her.
Das ist für mich als Allergiker ist natürlich auch Vitamin C und Zink eine absolute wichtige Sache, weil das Immunsystem das einfach braucht. Da ist man doch noch ein bisschen schwach auf der Brust, und das bleibt auch noch ein bisschen so wahrscheinlich. Aber es ist auf jeden Fall deutlich besser geworden, als das gewesen ist.

Julia:
Ich glaub wir haben heute ziemlich viel abgedeckt. Ist noch etwas, was du unbedingt loswerden möchtest?

Nadja Polzin:
Ja, es gibt tatsächlich noch ein Thema, und das ist das Thema: Wie Low-Carb darf es den sein? Hab ich jetzt auch in der Vorankündigung zu dem Buch schon den einen oder anderen Beitrag auch wieder auf Facebook verfolgt. Low-carb muss es tatsächlich sein. Du bist ja ein absoluter Fan der ketogenen Ernährung, was ja ganz toll ist, und für dich läuft es super. Man muss dazusagen, dass es einfach ein individuelles Maß gibt, mit dem man sich wohlfühlt. Ich bin zum Beispiel überhaupt nicht ketogen unterwegs, sondern orientiere mich tatsächlich eher ein bisschen an Ayurveda, obwohl es darum geht, dass man morgens warm ist. Und mir schmeckt dieser Mandelbrei nicht, sondern ich esse lieber meinen Porridge. Glutenfrei natürlich! 95 mal so teuer wie der Normale, aber der bekommt mir ganz gut. Es ist tatsächlich eine unterschiedliche Sache. Also für jeden funktioniert das ein bisschen anders und irgendwie ob das nun 15 Gramm oder 150 Gramm Kohlenhydrate sind. Irgendwie läuft alles in diesem Spektrum unter Low-Carb. Und da muss jeder so sein eigenes Maß finden und das ist mir echt total wichtig, das zu erwähnen. Weil ja ich hab da schon wieder einige Sachen gelesen wie :”Nein du must aber, sonst machst du irgendwas falsch.” So was ist überhaupt nicht in meinem Interesse. Ich denke aber, das du das ganz genau so siehst, dass man da nicht sklavisch sich an irgendeinen Plan oder sowas halten muss, wenn er gefühlt für einen überhaupt nicht funktioniert.

Julia:
Absolut. Ich denke, dass eine grundsätzliche Kohlenhydrat Reduktion im Hinblick auf die geltenden Ernährungsempfehlungen schon einen Sinn macht, weil man auch Platz für andere Lebensmittel schafft, mehr Gemüse vor allem. Und die Zuckerlast reduziert, was auch von der Entzündungsreaktion ja einfach Sinn macht. Aber ganz klar Niemand muss ketogen oder muss so und so oder diesen und jenen Makronährstoffen aufgestellt sein. Von abmessen und wiegen halte ich sowieso nicht wirklich was. Man muss tatsächlich, da ist jeder wieder so unterschiedlich und da muss wirklich jeder selber herausfinden, wo die eigene Wohlfühlverteilung liegt. Das kann aber auch und da sollte man auch offen sein, dass das auch etwas ist, was sich ändern kann.

Nadja Polzin:
Ja, auf jeden Fall also total mit den Jahreszeiten zum Beispiel. Also, ich bin im Winter ein Typ, der wirklich gerne mal ruhig ein paar mehr Kohlenhydrate haben kann.
Im Sommer brauche ich die nicht unbedingt. Das ist sowohl abhängig von Jahreszeiten, ganz klar. Wir wissen ja auch im Herbst, wenn die Erntezeit ist, wenn es dann Kürbis gibt. Vorallem Stärke reiches gemüse auch. Dann ist das ok. Das muss man aber nicht das ganze Jahr praktizieren. Und auch Lebensphasen ändern sich einfach. Also in der traditionell chinesischen medizing, kennen wir die 7 Jahresschritte und wir verändern uns einfach im Laufe unseres Lebens. So muss sich auch unsere Ernährung definitive mit verändern. Und das kann gut sein, dass das jetzt mal zwei, drei Jahre oder sieben oder acht Jahre eine ketogenen Ernährung ist, die super funktioniert. Dass das dann irgendwann nicht mehr funktioniert, weil ich einfach in einer anderen hormonellen Phase bin. Gerade bei Frauen natürlich immer ein großes Thema. Wenn in die Wechseljahre komme, sieht das ganz anders aus, als wenn ich im gebärfähigen Alter mit Anfang 20 bin. Das ist eine ganz klare Geschichte. Und dafür muss man einfach auch die Antennen für den eigenen Körper, das hören und spüren und mitbekommen, was da jetzt tatsächlich gut tut und was nicht. Und dabei helfen wir ja auch in der Beratung, bei den Leuten, die daran Interesse haben, da vielleicht doch noch mal einen Blick von außen zu haben.

Julia:
Genau mit diesem schönen Plädoyer zur Individualität, die ganz wichig ist eben. Werden wir, zum Ende kommen von unserer heutigen Folge. Wer jetzt mehr zum Buch auch wissen möchte, der kann auch noch auf http://nebennierenhilfe.de/ schauen. Da gibt es auch eine email Liste, zu der man sich anmelden kann, wo man mal über ein paar Tage Informationen zum Thema Nebennieren Ermüdung bekommt. Da kann man sich ja einfach auch noch ein bisschen näher damit beschäftigen und dann vielleicht entscheiden. Ist dieses Buch das Richtige für mich oder nicht? Möchte ich da vielleicht mehr wissen. Sonst freuen wir uns natürlich auch, wenn du die Folge teilst. Denn es gibt ganz, ganz viele Menschen, die von dem Problem der Nebennieren Erschöpfung auch betroffen sind und es gar nicht wissen, weil eben die Definition so schwierig ist und weil es auch in der offiziellen Terminologie der Medizin nicht vorkommt. Aber für uns für Nadja und für mich war das ja, eine Lebens verändernde Erkenntnis. Wir haben versucht, das auch alles in diesem Buch so gut wie möglich niederzuschreiben. Und ja.

Kauft euch das Buch, da gibts auch schon erste Ansätze, in welche Richtung es tatsächlich im Buch geht. Wir freuen uns natürlich über jedes Feedback, was es da draußen gibt, egal ob positiv oder negative. Negativ, gerne nicht auf Amazon selber, sondern per email.

Ihr könnt natürlich jederzeit auch negatives Feedback los werden. Wir freuen uns und können das Buch auch im Laufe seines Daseins, im Zweifelsfall noch verbessern. Dadurch, dass wir es über einen Selbstverlag herausgebracht, aber jederzeit möglich ist. In so fern freuen wir uns über jeden Hinweis.

Vielen Dank für das Zuschauen. Wenn es euch gefallen hat, bitte teilen und liebe Nadja, danke für deine Zeit.

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Mag. Julia Tulipan

Über den Autor

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Master of Science in klinischer Ernährungsmedizin. Sie ist Speakerin, Dozentin und Best Seller Autorin ("Keto Kompass") und schreibt für verschiedene Magazine (u.a. Super You)sowie für ihr eigenes Blog JuliaTulipan.com vor allem zu den Themen ketogene und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Keto-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

Mag. Julia Tulipan

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