Dr. Simone Koch – Autoimmunerkrankungen funktionell und ganzheitlich behandeln | Folge #121

September 5 / Podcast / von Mag. Julia Tulipan

In Folge #121

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Dies ist eine Wiederholung. Die Erstausstrahlung war am 03. Juli 2016.

Kurze Zusammenfassung

Frau Dr. Simone Koch ist Ernährungsmedizinerin und Ärztin für Frauenheilkunde.

Durch die schwere Asthmaerkrankung ihres Sohnes vertiefte sie sich in das Feld der Autoimmunerkrankungen. Schnell merkte sie, dass sie ihr (durch umfassende Recherche und Weiterbildung in funktioneller Medizin) erworbenes Wissen stärker nutzen und an andere Menschen weitergeben wollte.

In ihrer Berliner Praxis setzt sie die Prinzipien der funktionellen Medizin ein. Ihren besonderen Schwerpunkt setzt Sie auf Autoimmunerkrankungen und chronischer Erschöpfung

Dr. Koch spricht in diesem Interview über die sehr vielversprechenden Behandlungsansätze, die die funktionelle Medizin bietet. Ernährungsumstellung und Stressmanagement spielen eine wichtige Rolle. Dr. Koch erklärt, welche Rolle der Darm, und vor allem das Leaky-gut Syndrom, bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen hat und warum betroffene unbedingt Zucker, Getreide und Kohlenhydrate meiden sollten.

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Dr. Koch

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Folge 121 Autoimmunerkrankungen, funktionelle und ganzheitliche Behandlung ist eine Wiederholung, die Erstausstrahlung der Folge war am dritten Juni 2016.

Julia:
Mein Gast in dieser Folge ist, Frau Dr. Simone Koch. Ernährungsmedizinerin und Ärztin für Frauenheilkunde. Auf Grund der schweren Asthma Erkrankung ihres Sohnes, hat Sie sich in das Feld der Autoimmunerkrankungen vertieft. Dabei merkte sie schnell, dass sie ihr, durch umfassende Recherche und Weiterbildung in funktioneller Medizin erworbenes Wissen, stärker nutzen und an andere Menschen weitergeben möchte. In ihrer Berliner Praxis setzt sie das Prinzip der funktionellen Medizin ein. Ihren besonderen Schwerpunkt legt sie dabei auf Autoimmunerkrankungen und chronische Erschöpfung. Frau Dr. Koch spricht in diesem Interview über die sehr vielversprechenden Behandlungsansätze, welche die funktionelle Medizin bietet. Ernährungsumstellung und Stressmanagement spielen eine wichtige Rolle. Frau Dr. Koch erklärt, welche Rolle der Darm und vor allem das Leaky Gut Syndrom, bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen hat. Und warum Betroffene unbedingt Zucker, Getreide und Gluten meiden sollten.

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Julia:
Herzlich willkommen zu einer neuen Episode der Evolution Radio Show. Mein heutiger Gast ist Frau Dr. Simone Koch. Sie ist Ernährungsmedizinerin und Ärztin für Frauenheilkunde, in Ihrer Berliner Praxis hat Sie Ihren Fokus auf funktionelle Medizin gelegt. Sie beschäftigt sich vor allem mit Autoimmunerkrankungen und chronischen Ermüdungssyndrom. Ich freue mich, ganz herzlich, dass ich dich heute begrüßen darf.

Dr. Simone Koch:
Ich freue mich, hier zu sein.

Julia:
Bevor wir jetzt ein bisschen über Autoimmunerkrankungen sprechen. Vielleicht kannst du unseren Zuhörern und Zuschauern ganz kurz sagen, wie dein Hintergrund zum Thema ist und wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass du dich jetzt darauf spezialisiert hast?

Dr. Simone Koch:
Ich bin ursprünglich Frauenärztin und habe die die Ausbildung, den Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe gemacht. Doch in der Ausbildung habe ich schon immer so ein bisschen ein unbefriedigendes Gefühl gehabt.  Denn die Frauenärzte werden auch ganz oft, wie Allgemeinmediziner besucht und die Frauen haben uns dann erzählt “Mir geht es nicht so gut” und “Es ist irgendwie Alles komisch”, “ Vieles hat sich für mich irgendwie ungut verändert”. Man schwimmt so ein bisschen. Man sagt dann “ja ich weiß auch nicht, wir machen mal ein Blutbild”, was halt schon mal gar nix taugt. Doch da sieht man nichts und sagt dann “Ja Sie sind gesund, gehen Sie mal zu Psychiater?” so ungefähr. Das fand ich schon immer ziemlich unbefriedigend und hab mich da schon immer viel mit Alternativen Sachen beschäftigt. Sehr viel mit bioidentischer Hormonersatztherapie. Dabei stellte ich fest, dass es einfach auch noch ganz andere Wege gibt. Man kann sehr, sehr viel in der Richtung machen und Richtung Autoimmunerkrankung. Meine Doktorarbeit habe ich über atypische Dermatitis und atypische Erkrankungen geschrieben. Von daher hatte ich damit viel mehr zu tun. Dann habe ich mein erstes Kind gekriegt, und danach ging es mir furchtbar schlecht und mir konnte irgendwie Keiner so richtig helfen. Das war auch so ne Nummer mit, in die Richtung, naja psychisch, Sie haben eine Postpartale Depression und was weiß ich. Das ich in 14 Tagen über 10 Kilo Gewicht verloren hab und in der Nacht nur 1 Stunde geschlafen, hat alles Niemanden interessiert, bis ich mich dann Selbst mit einer Schilddrüsenerkrankung diagnostiziert habe.
Das Alles zusammen hat irgendwie so dazu geführt, dass ich mich sehr für Autoimmunerkrankung interessiert habe, immer mehr und immer mehr. Und Ernährung war schon immer mein totales Steckenpferd. Seitdem ich denken kann, interessiere ich mich wahnsinnig dafür woher unser Essen kommt und was es so alles an verschiedenen Ernährungsform gibt. Schon als Jugendliche habe ich Bücher über Ernährung gelesen und wusste über die neuesten Trends. Dabei habe ich alles, auch Jedes Extrem irgendwie schon mal gelebt. Von Vegan bis Paleo. Wirklich spannend. Das ist so ein bisschen mein Hintergrund.
Daraus hat sich das dann mehr oder weniger ergeben. Also es haben viele Patienten immer gesagt, dass es schön wäre, wenn es Jemanden gebe, der sich wirklich damit ausschließlich beschäftigt hat. Und habe dann festgestellt, dass es einen ganz hohen Bedarf an Ärzten gibt, die mal Zeit haben zuzuhören, weil die übliche Zeit sind fünf bis zehn Minuten beim Arzt. Und das war auch so einer der unbefriedigenden Teile meiner Arbeit, dass ich das Gefühl hatte, ich kann meinen Patienten überhaupt nicht gerecht werden. Deswegen habe ich mich entschieden. Ich mache was anderes.
Ich möchte meinen Patienten wirklich die Zeit geben, seine Geschichte zu erzählen und herauszufinden Was steht im Hintergrund, was ist ursächlich für die Erkrankung verantwortlich? Und dazu gehört eben mehr als Hallo, wie geht's Ihnen? Was fehlt Ihnen , nehmen Sie dieses Medikament!

Julia:
Das kann ich verstehen, dass das unbefriedigend ist.

Dr. Simone Koch:
Daraus ist die Idee entstanden und hat sich dann so weiterentwickelt und hat dann zu einer eigenen Praxis geführt. Ist alles irgendwie so ein bisschen gewachsen und hat sich auch ein bisschen anders entwickelt, als ich gedacht habe. Ja, aber es macht mir sehr viel Spaß und ist für mich genau das Richtige.

Julia:
Super. Jetzt habe ich einleitend gesagt, dass du dich auf funktionelle Medizin auch stützt oder dass das ein Prinzip oder ein Arbeitsprinzip von dir ist. Was versteht man eigentlich unter funktioneller Medizin, für die, die es noch nicht wissen?

Dr. Simone Koch:
Die Idee bei der funktionellen Medizin ist, also Medizin funktioniert in unserem System ja grundsätzlich so, dass man Symptome behandelt. Wenn jetzt jemand zum Arzt kommt und sagt ich habe Kopfschmerzen, dann kriegt er Kopfschmerztabletten verschrieben. Relativ lange wird nicht geguckt. Warum hat derjenige überhaupt Kopfschmerzen? Es können ja diverse Probleme sein. Entweder er hat Stress im Job, oder er sitzt immer bescheuert und hat deswegen verspannten Nacken. Manchmal sind so ganz simple Sachen. Schläft immer auf der rechten Seite auf seinem Arm oder so. Oder frühstückt jeden Morgen 7 Snickers.  Das sind halt so Sachen, die mir durchaus schon begegnet sind. Und das sind halt Sachen, da fragt kein Mensch nach. Er kriegt dann halt vom Arzt Kopfschmerztabletten, und dann ist gut und entweder es hilft  oder es hilft eben nicht. Und nur, wenn es nicht hilft. Dann beginnt ein Weg, der oft, aber sehr, sehr lang ist, bis dann irgendwann mal jemand fragt Was essen Sie überhaupt? Bis man dann mal dahin kommt, was vielleicht dafür ursächlich ist. Und die funktionelle Medizin greift das eben anders, auf das man als Hintergrund immer die Frage steht Warum? Warum ist das so? Und was können wir machen, um die Ursache zu verändern und zu behandeln? Das ist die Basis der funktionellen Medizin.

Julia:
Du hast die Autoimmunerkrankung und die Ernährung als deine Steckenpferde sozusagen. Wenn man jetzt an klassische Behandlungsmöglichkeiten bei Autoimmunerkrankungen denkt, kommt die Ernährung ja nicht unbedingt vor. Was hat dich einerseits dazu gebracht, eigentlich diesen Status quo zu hinterfragen und vielleicht kannst du auch ein bisschen darauf eingehen, was jetzt Autoimmunerkrankung und Ernährung miteinander zu tun haben.

Dr. Simone Koch:
Auch das klassische Modell zur Behandlung der Autoimmunerkrankung ist im Prinzip, wir haben keine wirkliche Behandlung. Es gibt einige wenige Erkrankungen, wo man das Organ behandeln kann, was geschädigt wurde, wie zum Beispiel bei der Hashimoto-Thyreoiditis. Man ersetzt dann eben die Schilddrüsenhormone. Das ist aber keine Behandlung der Ursache der Erkrankung. Und es gibt viele Autoimmunerkrankungen, für die wir überhaupt keine Behandlung haben. Und dann ist die Idee ok, dass Immunsystem funktioniert nicht richtig, das greift den Körper an. Also unterdrücken wir das Immunsystem. Mit dem Erfolg, dass es den Menschen dadurch nicht unbedingt besser geht. Ich habe oft Patienten, die sagen, ich soll hier jetzt Medikamente XY nehmen. Die Nebenwirkungen, die da drin stehen, sind genau die Probleme, die ich sonst auch habe. Das kann doch nicht das Richtige sein. Es ist halt genau der Punkt. Also ich soll gegen meine chronische Erschöpfung, gegen meine Schwäche, gegen meinen Brain Fog, gegen meine Wortfindungsstörungen, solch ein Medikament nehmen, was all diese Produkte als Nebenwirkungen aufgeführt hat. Das funktioniert dann meistens tatsächlich auch nicht. In wenigen Fällen ja, aber in den meisten Fällen wird es nicht wirklich besser. Ist damit sowohl für den Patienten als auch für den Arzt extrem unbefriedigend. Mehr hat die Schulmedizin für Autoimmunerkrankung weitestgehend nicht zu bieten. Man versucht, den Status quo zu erreichen, wo die Erkrankung in Schach gehalten wird und der Mensch sich halbwegs gut fühlt. Aber viel mehr kriegen wir da nicht hin. Die Idee mit der Ernährung ist, dass der Ursprung von Autoimmunerkrankungen aus dem Darm kommt, darüber, dass über den Darm, der nicht so funktioniert, wie er soll. Fremdproteine in den Körper kommen, die das überreaktive Immunsystem immer wieder triggern und immer wieder in Alarmbereitschaft bringen. Normalerweise ist unser Immunsystem, also wenn das jetzt bei einem Gesunden ist, kommt da mal so ein Milchprotein vorbei und dann sagen das Immunsystem, der schon wieder, naja, lass ihn laufen, der ist harmlos. Und das überreaktive Immunsystem sagt halt “ein Fein Angriff, Leute kommt alle sofort her” und dann kommen halt immer wieder wirklich alle und das Immunsystem wird immer wieder angetriggert. Und das ist eine Idee der funktionellen Medizin wie Autoimmunerkrankungen immer wieder hoch getriggert werden und Schübe durchlaufen. Und deswegen ist Ernährung da ein ganz, ganz wichtiger Faktor, dass man herausfindet. Also erstmal, dass man sich den Darm anguckt und da entsprechend was macht, und das andere, das man sich anguckt, was es für diese spezielle Person eventuell in der Ernährung ein Trigger, den wir behandeln können.

Julia:
Gibt's da sozusagen allgemein gültige oder allgemeine Verdächtige, die immer wieder Probleme machen?

Dr. Simone Koch:
Ja, es gibt die die häufigsten Verdächtigen, also ganz oben auf der Liste, ist Gluten. Das liegt einfach daran, weil Gluten für den Menschen grundsätzlich unverdaulich ist. Egal, ob ich gesund bin oder nicht, es ist für den Menschen generell immer unverdaulich. Und das führt dazu, und bestimmte Teile des Glutens können, wenn sie die Darmwand erreichen, direkt Zerstörungen an der Darmwand auslösen, die dazu führen, dass fremde Proteine entweder direkt aus dem Gluten oder aus anderen Stoffen in den Körper reingehen. Und ist bei Autoimmunerkrankung problematisch und immer verdächtig. Das Zweite sind Milchproteine aus der Milch, Mais, Soja, Zucker. Wobei das nicht direkt ist. Das hat andere Gründe und Erdnuss. Das sind die die häufigsten Trigger. Grundsätzlich Verdächtige, die man erst mal rauswirft, und dann gibt es noch eine ganze Menge andere Stoffe, die da reinkommen. Es ist aber auch da, ist mir immer ganz wichtig. Das muss nicht unbedingt für Jeden gelten. Also es gibt bestimmte Punkte, die sind für Menschen relevant. Aber bei Milchprodukten zum Beispiel geht man zumindest von wissenschaftlicher Sicht aus ungefähr von einer Rate von 50 Prozent auf die auf das Kasein, also das Milchprotein reagieren. Das ist eine sehr hohe Rate, weswegen sich lohnt, die erst mal bei Jedem rauszuwerfen. Aber es kann eben auch sein. Man gehört zu der anderen Hälfte.

Julia:
Und bei Gluten ist es wahrscheinlich auch so.

Dr. Simone Koch:
Ja bei Gluten ist es ein bisschen tricky, wenn der Darm nicht in Ordnung ist, dadurch, dass es eben immer nicht verdaut wird und immer Löcher in den Darm picken kann, ist es grundsätzlich eher problematisch. Wenn der Darm wieder völlig in Ordnung ist, kann man eventuell bei einigen wenigen Gluten wieder einführen. Ich würde aber, wenn ich unter einer Autoimmunerkrankung leide, Gluten nach Möglichkeit wirklich vollständig vermeiden.

Julia:
Ich habe mal gelesen, dass, also weil du eben den Darm angesprochen hast, dass dieses Leaky Gut Syndrom, diese gestörte Barrierefunktion des Darms ganz, ganz häufig mit Autoimmunerkrankungen assoziiert ist. Siehst du das auch?

Dr. Simone Koch:
Genau das ist diese Idee, dass der Darm nicht in Ordnung ist, also das, was im Englischen Begriff Leaky Gut heißt und ganz viel in den Medien überall unterwegs ist. Wir wissen nicht ganz genau, wo Huhn und wo Ei ist und  was man, wenn man die Leute untersucht, fast immer findet. Ist das die Immunabwehr, Faktoren des Darms geschädigt sind. Zum einen ist es das sequetorisch da ein Protein, das unsere Darmschleimhaut schützt, und das andere. Das ist eine angeborene Abwehr, Einheit am Darm, und beides ist fast immer bei Autoimmunerkrankungen nicht in Ordnung. Das Beta Angustin ist angeboren, also scheint eine angeborene Komponente zu sein. Bekannt ist, dass bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, also chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Bei meiner Tätigkeit in der Praxis, ist mir aber aufgefallen, dass es für alle gilt. Hashimoto erkrankt bedarf immer eine Störung des Pitta Defensives. Es scheint also eine wichtige Komponente für die Entwicklung der Autoimmunerkrankung zu sein, dass der Darm nicht so funktioniert wie beim Gesunden.

Julia:
Wie kann man das messen?

Dr. Simone Koch:
Im Stuhl. Das sind Tests, wo der Gehalt an diesen Proteinen gemessen wird.

Julia:
Wenn man jetzt zum Beispiel nicht das Glück hat, eine wissende und aufgeschlossene Ärztin zu haben wie dich. Gibt es da spezielle Einrichtungen, die sowas machen, oder Labore? Kann man das auch selber?

Dr. Simone Koch:
Man kann das selber machen. Der Nachteil, wenn man es nicht beim Arzt macht, ist immer, dass man 20 Prozent Mehrwertsteuer hat. Die zahlt man nicht, wenn man in einer ärztlichen Behandlung macht. Aber ansonsten kann man sowas auch selber machen. Und es gibt halt inzwischen in Deutschland, glaub ich, drei, vier oder fünf spezialisierte Labors, die diese Tests anbieten. Ja, das ist wichtig, da man das an sich Selbst abschätzt, wenn man da ein Risiko hat. Ist mir Wert mein Leben zu ändern oder warte ich, bis ich wirklich, was hab bis ich mich ändere? Aber das sollte man vielleicht nicht so drauf ankommen lassen.

Julia:
Würde ich auch so sehen, ist es Jedem selber überlassen, wir er das sehen möchte und für wie wichtig er das hält und wie sehr man sich einschränken mag. In dem Zusammenhang Autoimmunerkrankungen hat mich ganz besonders Terry Wahls beeindruckt, ich meine, die ist dir sicherlich auch ein Begriff. Das fand ich wirklich toll, wie das umgesetzt hat. Und hast du so ähnliche Ansätze wie Sie, oder? Zum Teil!

Dr. Simone Koch:
Mir ist es ganz wichtig die Individualität jedes Menschen zu betrachten. Weil, also Terry Wahls ist sehr, sehr groß. Das darf man nicht vergessen, sie ist eine sehr beeindruckende Frau, die einen ganz speziellen Energieumsatz hat. Sie wohnt sehr nördlich, ist sehr viel draußen, sie wohnt also sehr viel kälter und ist auch dem kalten Klima ausgesetzt. Und hat da durch natürlich einen sehr, sehr wohl höheren Kalorienumsatz durch das, was sie so isst und das ist so ganz anders zu beurteilen als eine 155m große Frau, die sich irgendwie nur indoor aufhält und sich so gut wie gar nicht beweg. Und da sind einfach so Sachen. Wo ich also finde, dass es wichtig ist, das individuell anzusehen. Grundsätzlich finde ich das, was sie gemacht hat, super und benutze ähnliche Konzepte. Aber das Prinzip von Terry Wahls ist ja sehr auf die ketogene Ernährung ausgelegt und das ist was, wo ich denke, dass das bei Weitem nicht für Jeden geeignet ist. Ich glaube, sie hat auch so mehrere Stufen, aber nach Möglichkeit, wenn es nach ihr geht, soll man bei der Endstufe bleiben und das ist meiner Meinung nach nicht für Jeden das Richtige! Und da hab ich auch die Erfahrungen gemacht, dass es für Einige katastrophal sein kann sich daran zu halten! Deswegen finde ich es ganz wichtig, dass Individuum zu betrachten und zu gucken, was passt für wen? Und das ist auch das, was ich denke, was meine Arbeit auszeichnet, weil ein ein Buch kaufen, wo Alles relativ genau beschrieben ist und auch sehr gut beschrieben ist, wie soll ich vorgehen, das kann auch Jeder für sich alleine.

Julia:
Aber man ist ja doch. ich mein, jetzt ist ja die Diagnose schon sehr dramatisch oder traumatisierend für die Person. Und weil man ist ja auch sehr verunsichert als Patient oder Patientin. Und da ist es schon nochmal was anderes, wenn man vielleicht eine Ärztin hat, wie dich, die einen da betreuen kann, unterstützen kann. Und man weiß, dass das ja auf jeden Fall nicht mehr schadet.

Dr. Simone Koch:
Ja und das eine ist für mich die Begleitung und das was mir, was mir ganz, ganz wichtig ist in meiner Arbeit ist, dass ich der Meinung bin, dass es einen ganz großen Unterschied macht, aus welcher Ethnie ich komme, wie ist mein Lebensstil? Wie habe ich mich vorher ernährt? Welchen evolutionären Hintergrund habe ich? Ich glaube, um jemandem wirklich helfen zu können, muss man immer die ganze Geschichte betrachten.

Julia:
Weil es mich sehr interessiert, könnte jemand der jetzt nicht in Berlin wohnt, irgendwie trotzdem deine Hilfe in Anspruch nehmen? Natürlich, das man sicherlich mal vor Ort ist, aber würdest du ach so Gespräche per Skype machen oder sowas?

Dr. Simone Koch:
Ja also ich arbeite auch von der Ferne. Quasi was wir gerade erst auf dem Deutschen Markt eingebracht haben, das ist in Amerika schon Gang und Gebe und kommt halt auch immer mehr und inzwischen ist das auch schon ganz offiziell. Die Dermatologen machen das ganz viel, man schickt denen einfach ein Bild und fragt was hab ich? Und die schicken zurück, das und das…..da gibt es inzwischen sogar eine App für wo man dann Preis xy bezahlt, dass man sein Foto bewertet kriegt. So bieten wir das halt auch an in Skype. Ganz viel kann man wirklich auch gut von Ferne machen Was natürlich aus der Ferne nicht gut geht sind Blutkontrollen. Das ist schwierig, dass können wir noch nicht.

Julia:
Aber es ist ja doch einfach nicht für Jeden einfach möglich. Einmal nach Berlin für ein erstes kennenlernen, sollte drin sein. Aber es ist ja nicht möglich, jetzt öfters nach Berlin zu fahren, finanziell oder beruflich oder sonstige Gründe.

Dr. Simone Koch:
Das Tolle an der modernen Technik, so wie wir jetzt miteinander reden, ist so klar, dass man auch fast das Gefühl hat Derjenige sitz einem gegenüber. Und es macht keinen großen Unterschied, weil in der Arbeit, die ich mache, vor allen Dingen das Sprechen unglaublich wichtig ist und Blickdiagnosen, ist es mir wichtig die Leute auch zu sehen, dass macht Skype inzwischen halt auch und dank HD kann ich auch sehen hat Derjenige Augenringe oder komische Pigmentflecken. Da ha sich viel geändert und ich glaube das ist ein Zweig der mehr und mehr kommen wird.

Julia:
Ja das glaube ich auch. Ich denke auch super, dass du da auch in dem Bereich so fortschrittlich bist wie in, deiner medizinischen Herangehensweise! Für alle, die dich gerne mal einfach mal so persönlich kennen lernen wollen. Da gibt's dann im August die Möglichkeit bei der Paleo Convention. Du wirst einen Vortrag halten über Autoimmunerkrankungen und Ernährung. Da bin ich schon sehr gespannt, und das ist die Gelegenheit. Eine richtige Expertin auf dem Gebiet, einmal vielleicht sogar, dann auch natürlich. Und vielleicht das sicherlich auch. Die Möglichkeit für die eine oder andere Frage wird es dort sicherlich geben. Diese Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen. Insgesamt haben wir zwar schon eine großartige Atmosphäre, und wer die Möglichkeit hat, sollte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen. Wer mehr über dich, über deine Arbeit und auch dein Angebot erfahren möchte, kann auf deiner Website Dr. Koch.de schauen. Du hast Dr. Kochs natürlich auch verlinkt. Ganz klar, und es gibt einen Newsletter. Wo sich Jeder gerne anmelden kann für neue Updates. Was schreibst du da oder was gibt's für Informationen?

Dr. Simone Koch:
Also ich würde gerne möglichst regelmäßig was zu wissenschaftlichen Themen im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankung schreiben und mit Ernährung und so weiter. Tatsächlich ist es eher unregelmäßig. Es gibt viele Rezepte im Blog, weil ich gerne schreibe und genauso leidenschaftlich gerne koche. Und die meiste Frage die mir gestellt wird ist, Was soll ich den nun noch essen? Das versuche ich schon viel das aufzugreifen und den Leuten da zu helfen. Und ansonsten einfach Dinge die wir interessant finden, die für Leute mit Autoimmunerkrankung hilfreich sind.

Julia:
Unbedingt auf die Website schauen, für den Newsletter anmelden und natürlich für die Paleo Convention anmelden und Frau Dr. Koch und mich dort persönlich kennenlernen. Wir freuen uns alle einfach herkommen, “hallo” sagen Niemand beißt von uns und keine Hemmungen haben. Liebe Simone! Vielen Dank für deine Zeit und für das nette Interview. Ich freue mich, wenn wir uns dann ganz, ganz persönlich kennenlernen auf der Paleo Convention. Und liebe Zuschauer, liebe Zuhörer, ich hoffe, es war spannend. für euch und mal wieder was dabei, wenn du jemanden kennt, der vielleicht an einer Autoimmunerkrankung leidet oder jemand sonst in der Familie hat. Dann teil doch diese Folge. Es ist eine wichtige Information, die raus muss, und vielleicht ist der eine oder andere dankbar dafür.

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Über den Autor

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Master of Science in klinischer Ernährungsmedizin. Sie ist Speakerin, Dozentin und Best Seller Autorin ("Keto Kompass") und schreibt für verschiedene Magazine (u.a. Super You)sowie für ihr eigenes Blog JuliaTulipan.com vor allem zu den Themen ketogene und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Keto-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

Mag. Julia Tulipan

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