Eine Reise zum Wohlgefühl über die LCHF und Keto Ernährung – Carmela Mongelli-Lamprecht

April 11 / Podcast / von Mag. Julia Tulipan

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Mein heutiger Gast ist Carmela Mongelli-Lamprecht. Carmela ist heute LCHF-Lifestyle Coach mit dem Spezialgebiet Schwergewichte – wie sie es selbst nennt.

Wenn es jemanden gibt der dafür qualifiziert ist, dann ist es Carmela. Carmelas Kampf mit ihrem Gewicht beginnt schon früh. Mit 6 Jahren beginnt das Gewicht zu steigen, mit 12 Jahren die erste Diät. Ein ständiger Kampf mit Auf und Ab. Ab dem 30 Lebensjahr beschreibt sie, dass dann das Gewicht vollkommen ausuferte. Hilflosigkeit, Hunger und Ohnmacht – gut gemeinte, aber nutzlose Ratschläge von Ärzten und Diätologen. Eine Situation, die sicher viele kennen. 2017 erreicht Carmela ihr Höchstgewicht von 200 kg – dauernde Schmerzen und Hilflosigkeit bringen Carmela an ihre Grenzen. Sie beschließt, wieder einmal, es muss sich was ändern, denn so kann und möchte sie nicht weitermachen. Der Unterschied, sie wählt einen neuen Ansatz, nämlich low carb high fat. Heute – Carmela hat das unmögliche geschafft. Sie hat 83 kg abgenommen, etwas was laut Experten ohne Magenbypass gar nicht möglich ist. Sie ist Schmerzfrei und ist voller Energie. All diese Energie kanalisiert Carmela nun in ihre Beratungstätigkeit. Sie hilft nun anderen „Schwergewichten“ das Unmögliche, möglich zu machen 😊 Wir sprechen über ihre Reise, wie sie den Weg zu LCHF und Keto gefunden hat und welche Strategien sie für ihre Klienten bereithält.

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Lies das komplette Transkript

Julia Tulipan: Liebe Carmela, herzlich willkommen zur Evolution Radio Show.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Danke, liebe Julia, danke, dass ich dabei sein darf. Das ist mir eine Ehre bei dir im Podcast zu sein.

Julia Tulipan: Die Ehre ist ganz meinerseits. Ich freue mich wirklich. Wir kennen uns jetzt auch schon einige Zeit. Wir haben uns über die Ausbildung zum LCHF Lifestyle Coach kennengelernt, wo ich damals als Dozentin dabei sein durfte und du quasi auf der Seite der Schülerin oder Studentin warst. Mittlerweile bist du selber als Coach tätig. Du hast ein sehr erfolgreiches Instagram Profil, auf dem du wirklich vor allem viel Motivation weitergibst, was ja auch so eins deiner Schwerpunkte ist. Aber bevor wir jetzt in diesen Teil deines Lebens eintauchen, würde ich gerne anfangen, ein bisschen mit deiner Geschichte. Du hast eine seine sehr, sehr spannende, vielleicht auch anfangs natürlich auch traurige Geschichte. Aber eine, mit der du natürlich nicht alleine bist. Es gibt ganz viele Menschen da draußen, die eine sehr, sehr ähnliche Geschichte haben. Deswegen soll es auch motivieren und Hoffnung geben, dass man sieht, es gibt einen Weg. Bitte fang mal an, von vorne .

Carmela Mongelli-Lamprecht: Von vorne: Ich hab schon immer ein Problem mit meinen Kilos gehabt. Also ich war ungefähr bis 6 Jahre völlig normal und bin dann in der Schule plötzlich auseinander gegangen wie so ein Hefekloß. Da hat man mir bzw. meiner Mutter schon in der – ich glaub vierten Klasse war es –nahegelegt, doch mal eine Brigitte Diät zu starten und ein bisschen Gewicht zu reduzieren bei dem Kind. Na ja und das hat sich dann immer wie so ein Faden durch mein ganzes Leben gezogen. Ich wurd ein Teenager, hatte Übergewicht. Hab dann meine erste Diät gemacht, ich glaub da war ich 12, 13, keine Ahnung. Hab dann immer wieder Gewicht verloren, hab es nicht halten können. Es ging wieder hoch und irgendwann in der Lehre wurde das immer mehr und immer mehr. Ich habe natürlich auch noch einen entsprechenden Beruf gewählt. Ich hab Konditorin mir ausgesucht, da war ich dann quasi an der Quelle. Ja, und es ging immer weiter und immer weiter mit dem Gewicht. Und irgendwann war ich dann plötzlich über 30! Mein Gewicht ist völlig ausgeufert. Ich hab eine Diät nach der anderen gemacht, hab auch immer wieder schön abgenommen, 30, 40 Kilo aber nicht halten können. Also es stieg dann immer, weiter hoch, immer weiter hoch. Und im Juni 2017 war ich dann bei fast 200 Kilo angelangt. Ich konnte es gar nicht mehr genau sagen, weil meine Waage, die hat nur noch Error angezeigt und ich habe auch wirklich nichts mehr zum Anziehen gefunden. Ich hatte Hosengröße 62, teilweise 64. Ich hab auch noch das Pech, dass ich ein Hohlkreuz habe. Also das heißt, ich hab oben eine andere Größe wie unten und hab dann wirklich gar nichts mehr zum Anziehen gefunden. Ja, und dann war irgendwann der Punkt, an dem ich morgens auf der Bettkante saß und mir überlegt hab: So was tust du jetz? Entweder du machst so weiter und stirbst. Weil es ging gar nichts mehr. Mir ging es so schlecht. Oder du fängst jetzt mal an, irgendwas zu ändern. Und dann kam ich an dem Morgen auf die irrwitzige Idee, eine Fastenkur zu starten und hab das auch schon ein paarmal gemacht gehabt. Und auch mit Erfolg, dass ich halt ne schnelle Kilozahl am Anfang verlier und dadurch Motivation bekomme. Und diesmal ging es völlig nach hinten los. Ich hab mich immer schlechter gefühlt. Es wurde immer schlimmer. Und irgendwann hab ich zu meinem Mann gesagt Ich glaub, ich mach hier irgendwas falsch. Also ich fühle mich wie wenn ich jetzt hier gleich sterbe und hab dann wirklich mich an Computer gesetzt und hab mal bisschen gegoogelt und plötzlich bin ich so über die Ketose gestolpert und hab gedacht Ketose, das ist doch irgendwie alles was da steht, hab ich doch jetzt grad. Also ich hab Herzrasen, in mir stolpert der Puls, ich fühle mich furchtbar. Ja und dann hab ich angefangen, da so'n bisschen zu recherchieren und nach dieser Ketongrippe zu gucken und hab dann halt festgestellt: ich bin tatsächlich in dieser Ketogrippe jetzt grad drin und da war mein Interesse geweckt. Und dann hab ich gedacht: So, jetzt versuchst du es nochmal richtig und bringst dich mal gewollt in dieser Ketose. Bin dann unter anderem auch auf dich, Julia, gestoßen und hab gedacht, gut, die Ärzte helfen mir nicht, Ernährungsberaterinnen, bei denen ich war und tja ich war bei der Krankenkasse bei einer, die hat dann gesagt ja sie haben so viele, da kann ich Ihnen nicht helfen, das geht nicht. Essen Sie nur noch Reis in der Pfanne angedünstet, dann nehmen Sie ab. Dann hab ich gesagt okay, alles klar. Wenn mir jetzt hier keiner helfen kann, dann muss ich mir irgendwie selbst helfen und hab dann begonnen zu recherchieren. Also so die Kurzversion. Also mir ging es wirklich überhaupt nicht mehr gut. Ich hab keine Luft mehr bekommen. Ich konnte mir die Schuhe nicht mehr binden, weil ja da so viel Masse war, dass ich mich nicht mehr richtig bücken konnte. Ich hab nicht mehr laufen können, teilweise. Also ich hab mir einen Hund und 10 Minuten mit dem Hund haben mich völlig geschafft. Also ich war am Ende. Dann im Sommer, wenn draußen schön die Sonne war: Ich natürlich hier – nix wie nach Hause, flach hinlegen und am besten gar nix mehr tun. Also es war richtig die Hölle. Und wenn ich da nix geändert hätte. Ich glaube, das hätte nicht mehr lang gedauert und dann wär Ende gewesen.

Julia Tulipan: Ja, 200 Kilo, das können sich die wenigsten vorstellen, wenn man es nicht selber miterlebt. Und ich glaube, wenn man auch ein bissl eine Empathie dafür entwickeln möchte, dann sollte man sich mal etwa auch einen schweren Rucksack zum Beispiel nehmen. Man muss ja nicht gleich 200 Kilo. Aber man merkte einfach, selbst 30, 40 Kilo mehr sind schon enorm. Und natürlich ist es eine riesen Belastung. Und wie du sagst: Ich finde immer interessant – du hast ja ganz viele, wirklich viele Diäten – du hast es ja versucht. Es ist ja nicht so, dass man sagt, mir ist alles wurscht und ich sitze den ganzen Tag auf der Couch und stopf Kartoffelchips in mich rein und Trink Cola. Sondern du hast eigentlich seit, ja seit dem sechsten Lebensjahr im Wesentlichen versucht, dagegen anzukämpfen, mit all den Mitteln oder den Optionen, die dir ja von den Ärzten oder von anderen Ernährungsexperten angeraten wurden im Wesentlichen. Und eigentlich hat es immer kurzfristig funktioniert, aber keine langfristige Lösung. Bevor du dich mit Keto wirklich beschäftigt hast, war da schon irgendwo Low Carb oder LCHF schon mal irgendwo ein Thema für dich? Oder hast du – weil der Schritt, stelle ich mir vor, wenn man jetzt in dem klassischen Ernährungsgedankenmodell drinnen ist, ganz wenig Fett und Kalorien zählen, dann hin zu Keto ist ja doch ein ganz schöner Schritt. War das auf einmal, hast du dich das auch getraut, überhaupt dann diesen Schritt zu gehen?

Carmela Mongelli-Lamprecht: Ja, also ich habe schon vor Jahren mal versucht, das war so eine Art – Zuckerknacker nannte sich das glaub ich – Zuckerknacker-Diät. Da hat man im Prinzip alles zuckrige weggelassen und das war so ne Art Slow Carb. Also du hast du Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, sowas hast du essen können. Hab ich auch ganz gut durchgehalten, aber das hat bei mir – ich sage es mal anders: jede Diät, die ich gemacht hab, die hat bei mir mein Essverhalten schlimmer gemacht, weil ich im Endeffekt mir antrainiert hab, Fressanfälle zu bekommen. Das hab ich regelrecht antrainiert mit diesen Diäten. Ja und dann hab ich eben dieses Zucker Knacker damals entdeckt und hab das versucht und es hat auch ganz gut geklappt. Bin aber wieder in das alte Verhalten zurück. Also das hat irgendwie nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Jetzt ein richtiges Low Carb hab ich nie probiert. Es war ja auch immer so ein bisschen verpönt, egal wo man in Zeitschriften gelesen hat oder wo auch immer. Das war so ein bisschen verpönt und da nimmt man auch nicht besser ab wie mit einer fettreduzierten Diät, dann hab ich das gar nicht ausprobiert, logisch nicht? Und das war dann wirklich wie so ein Umschalten, weil ich plötzlich festgestellt habe, dass ich richtig abhängig bin vom Essen. Also ich habe plötzlich realisiert, dass ich eigentlich den ganzen Tag am Kauen bin und je öfter ich esse, umso öfter ist mein Verlangen auch nach Essen da. Also das war so eine richtige Kettenreaktion. Plötzlich habe ich gemerkt, ich steck da in so einer Spirale drin und es dreht sich immer weiter, immer weiter und ich komme da gar nicht mehr raus. Und dann kam der Cut und dann hab ich gesagt, okay, und jetzt komplett alles weg. Und jetzt gucken wir mal, was passiert. Und ich hatte ja kein Sättigungsgefühl mehr. Das war ja komplett weg. Also ich konnte wirklich den ganzen Tag essen und ich hab, glaub ich, drei Tage zuckerfrei hinter mir gehabt. Und plötzlich hab ich festgestellt, da stellt sich irgendetwas um, da tut sich was. Ich hab plötzlich wieder einen Hunger. Das ist mir als erstes aufgefallen. Hunger ist da. Und dann auch wieder eine Sättigung nach dem Essen. Und das war für mich ganz fremd und neu. Also ich hab das bis ich 45 war nie mehr gehabt. Ich hatte kein Sättigungsgefühl mehr. Also ich kann mich auch gar nicht erinnern, wann das jemals da war.

Julia Tulipan: Voll spannend auch diese die Beschreibung, die du hast. Und vor allem finde ich es auch interessant, weil was war jetzt der Unterschied sozusagen, weil du hast ja quasi die Zuckeknacker-Diät, das hört sich jetzt auch quasi nach Low Carb an irgendwo. Auch diese Auswahl der langsam verstoffwechseltenn Kohlenhydrate. Da denkt man jetzt ja auch, ist ja schon irgendwo Low Carb. Aber es war eben nicht ausreichend für deine Bedürfnisse und war das auch gleichzeitig wohl auch nicht wirklich höher in Fetten oder?

Carmela Mongelli-Lamprecht: Ne, das war nicht höher in Fetten, also es war ganz normal. Du durftest auch schon mal eine Butter oder Mayo oder so. Aber das Grundprinzip war eigentlich auf Kalorien achten.

Julia Tulipan: Und deshalb war dann für dich schon der große Unterschied, der Keto dann für dich zu einer funktionierenden Ernährungsweise gemacht hat und zu einer, die du dann auch ja erfolgreich jetzt auch langfristig umsetzt. Was würdest du sagen war jetzt hier für dich der große Unterschied?

Carmela Mongelli-Lamprecht: Der große Unterschied ist, dass ich satt wurde und nicht aufhören musste zu essen, sondern einfach aufhören wollte, weil ich satt war und das hatte ich vorher eben nicht. Da hab ich gegessen, weil da stand 300 Gramm, ich sag jetzt mal Vollkornbrot. Dann hab ich 300 Gramm Vollkornbrot gegessen. Aber satt war ich nach den 300 Gramm nicht. Und das ist jetzt wirklich so, dass ich jetzt aufhör zu essen, wenn ich satt bin. Und wenn da eben noch ne halbe Aubergine oder was auch immer auf den Teller legt, dann ist das halt so. Also ist es wirklich so, dass ich nicht mehr die komplette Menge essen muss, sie angegeben ist und ich immer noch nicht satt bin, sondern ich hör einfach auf wenn ich satt bin. Also dieses Gefühl der Sättigung hatte ich nicht mehr. Das ist jetzt das Große, ja, das was anders ist.

Julia Tulipan: Das ist natürlich gewaltig und sicherlich auch – Ich war zwar nie auf dem Gewicht, aber dieses Gefühl, dieses Fehlen von Hunger und Sättigung bzw. eher das nicht vertrauen in den Körper, war bei mir immer so ein Thema, dass ich eben quasi nicht gewusst habe, darf ich – da ich mich auch an diese Regeln gehalten hab, quasi einfach an an irgendwelche Zahlen – sagen, das darf ich jetzt essen. Und ich trau mich gar nicht mehr zu essen oder was anderes zu essen, weil ich auch sehr empfindlich auf Kohlenhydrate bin. Und wenn ich mehr gegessen habe, habe ich auch zugenommen. So ein bisschen kann ich das schon nachvollziehen, auch wenn ich halt natürlich nicht auf dem Gewicht war. Du hast gesagt, 200 Kilo war dein Höchstgewicht. Wo stehst du jetzt?

Carmela Mongelli-Lamprecht: Jetzt stehe ich 87 Kilo weiter unten.

Julia Tulipan: Großartig. Also ich meine das ist enorm, wirklich enorm. Und das ist ja nicht nur Gewicht, sondern damit verändert sich ja auch ganz viel in der Gesamtgesundheit natürlich. Also würdest du sagen, wenn man sagt okay, der Gewichtsverlust ist quasi die Kirsche obendrauf oder das Sahnehäubchen obendrauf. Was hat sich für dich noch verändert?

Carmela Mongelli-Lamprecht: Also als allererstes Mal hatte ich ja Beine, die waren unten – die hatten solche Ausmaße, dass ich fast nicht mehr laufen konnte. Ich habe ja auch in der Zwischenzeiten ein Lipödem diagnostiziert bekommen. Also es war wirklich – ich konnte gar nicht mehr laufen. Das ging gar nicht mehr. Ich hatte Schmerzen in den Beinen. Ich hatte Bluthochdruck. Das hab ich total vergessen. Das ist schon aus dem Kopf raus. Weil es ist so, ich nehme keine Medikamente mehr und das ist schon nach ganz kurzer Zeit passiert. Ich habe glaub ich zwei Wochen nachdem ich umgestellt hab, mit der Ärztin sprechen müssen, weil mein Blutdruck plötzlich so mit den Medikamenten in den Keller gegangen ist, dass die gesagt hat, jetzt lassen wir mal sofort die Medikamente weg und gucken, was passiert. Und seitdem ist eigentlich mein Blutdruck stabil. Im Gegenteil, ich habe Werte, wie so ein kleines Baby. Also die Ärztin, die guckt jedes Mal und denkt es wie ein Säugling, was ist mit der los? Weil ich bin ja noch lange nicht schlank. Ich habe ja immer noch genug auf den Rippen. Aber mein Blutdruck, der ist Wahnsinn, Bilderbuch mäßig. Und die Beine, die haben mir ja am Anfang so Probleme gemacht. Ich hatte ja Schmerzen, ich konnte ja nicht laufen. Ich laufe einwandfrei. Also ich mache momentan Strecken mit dem Hund, das glaubt keiner. Am Anfang gegen 10 Minuten rund um eine Parkbank quasi. Und inzwischen hab ich eine Kondition entwickelt. Ich hab sogar mir ein Trampolin in die Wohnung gestellt. Ich fange jetzt an, richtig sportlich zu werden. Ja, am Anfang war das ja so Sport ist Mord. Und nur nicht zu viel machen, weil das ist nämlich auch ein großer Punkt. Beim Schwerstgewicht sage ich mal, du bist gar nicht in der Lage irgendwas zu machen. Also dich überfordert schon einfaches Laufen da. Und inzwischen ist es wirklich so, dass ich eben auf dem Trampolin herumspringen und große Runden mach. Ich bin immer noch keine große Sportlerin, gebe ich auch offen zu. Aber es ist auch gar nicht mein Ziel. Also von daher es ist alles gut so wie es ist. Mir geht's gut. Ich habe kein Bluthochdruck mehr. Ich fühle mich richtig energiegeladen. Ja, kann viel mehr machen. Also ich, ich bin ja damals nicht mal mehr in diese Drehkreuze, die man da hat, wenn man einkaufen geht, da bin steckengeblieben. Also ich musste immer mal so ein bisschen gucken, wo gehen wir hin, gehen wir essen, sind da Armlehnen an Stühlen, da konnte ich mich nicht reinsetzen. Also sind wir nicht mehr essen gegangen. Dann eben einkaufen, Drehkreuz ging nicht, musste mein Mann rein. Ich selbst hab dann draußen im Auto gewartet. Lauter so Sachen, die damals nicht mehr gingen. Und da denkt man auch gar nicht drüber nach, für andere ist das völlig normal, für mich war das eben nicht normal. Also das gehört im Prinzip auch zu den Verbesserungen dazu, die ich jetzt hab. Ja, also nicht nur das Körperliche und dass Schmerzen weg sind und dass es mir besser geht, dass ich Kondition habe, sondern eben, dass ich viele Sachen auch wieder machen kann. Ich konnte ja auch nicht mehr schaukeln oder so irgendwas. Also jetzt ist keine Schaukel mehr vor mir sicher. Überall wo ich eine Schaukel sehe, muss ich mal schnell drauf. Da lachen sich die Leute kaputt. Es ist mir aber völlig wurst. Das ist wirklich Lebensqualität.

Julia Tulipan: Ja wie du sagst, an sowas denkt man oft gar nicht, dass dann ja Alltägliches eigentlich zu Herausforderungen werden, man natürlich in Situationen kommt, die unangenehm sind, man sich den Blicken der anderen dann aussetzen muss, das ja alles wirklich sehr, sehr verletzend ist. Wahrscheinlich sehr viel – wie soll ich sagen – man wird wohl irgendwo auch mit den Blicken irgendwo eingeordnet und „Ah, schau dir an...“ Zumindest interpretiert man das ja auf jeden Fall auch rein. Selbst wenn es vielleicht auch nicht immer so ist. Aber es ist definitiv etwas, dass man zudem, dass man sowieso schon dem dem Leid ausgesetzt ist, dann noch diese soziale Komponente hat, diese urteilvollen Blicke, denen man sich da aussetzt und dann vielleicht beginnt, sich immer mehr zurückzuziehen, kann ich mir vorstellen, weil das ja quasi Folter ist, der man sich da aussetzt.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Ja, ist im Prinzip auch so. Also ich bin nicht mehr gerne rausgegangen und vor allem, wenn du auch nicht mehr so schnell hinterher kommst und immer das Schlusslicht der Gruppe dann bist. Also es ist wirklich nicht angenehm und du siehst den Leuten teilweise wirklich an, was die denken. Es ist auch wirklich so. Selbst wenn sie es nicht bewusst machen. Unbewusst ist dieser Blick da und dieser Blick, der sagt alles. Also, du wirst da in eine Kategorie eingeordnet. Und was ich auch immer wieder gehört habe, war der Satz – und den lieb ich ja total – Wie kann man es nur so weit kommen lassen? Ja Leute, wenn es so einfach wär, dann wär es nicht so weit gekommen.

Julia Tulipan: Das impliziert ja eben schon dieses quasi du bist ja selber schuld. Ja, also wenn man sagt, wie kann man es so weit kommen lassen, heißt es, dass man diese Entscheidung irgendwo selber getroffen hat. Und wie du ja auch beschrieben hast – das ist keine, keine bewusste Entscheidung zu sagen: So, ich werde jetzt 200 Kilo schwer, sondern das ist etwas, was dich seit dem sechsten Lebensjahr schon begleitet. Wir wissen nicht, woran es liegt, aber wir wissen, dass es Menschen gibt, die sehr, sehr kohlenhydratsensibel sind. Oder es kommen noch andere Aspekte – natürlich gibt es eine genetische Komponente und und und. Dies dazu führt, dass das eben für dich oder für jemanden, der eben so sensibel ist, nicht die gleichen Regeln gelten als für jemanden, der schlank ist. Weil das ist die größte Problematik an dieser ganzen Ernährungsgeschichte ist das, dass die Annahme im Raum steht – ich sage es jetzt absichtlich so überspitzt – Ein dicker Mensch muss nur so essen wie dieser dünne Mensch und dann wird er auch dünn. Aber das passiert nicht. Weil der dünne Mensch, der hatte wohl nicht die Voraussetzung, so „leicht“ quasi, unter Anführungszeichen, zu einem dicken Mensch zu werden und ein dicker Mensch hat andere Rahmenbedingungen. Und deswegen, wenn die gleich essen, wird aus dem dicken Mensch kein dünner Mensch werden. Und das ist das große Problem, das man einfach sieht, da gibt's unterschiedliche Bedürfnisse. Und du hast für dich herausgefunden, dass ein quasi einfaches Low Carb offensichtlich nicht ausreicht, sondern du einen weiteren Schritt gehen musst. Machst du jetzt immer noch Keto oder wie machst du, wie ernährst du dich momentan?

Carmela Mongelli-Lamprecht: Also ich mache momentan so eine Mischung aus beidem. Es ist so, ich habe Phasen, da bin ich ein bisschen lockerer. Momentan rutscht auch schon mal ne halbe Birne in meine Ernährung rein oder ne halbe Mandarine. Das geht alles. Ich habe wirklich gelernt, mit der Zeit damit umzugehen und. Und dieses Sättigungsgefühl ist dann auch geblieben. Also ich traue mir zu, jederzeit zurückkehren zu können in Keto. Das war am Anfang nicht so. Da hatte ich so eine starke Gier in mir, dass ich die nur durch Keto ausschalten gekonnt hab. Inzwischen habe ich mich so trainiert, dass das wirklich auch geht, wenn ich ein bisschen lockerer bleibe. Ich darf aber nicht zu locker werden. Also wenn ich jetzt in die Zucker Richtung gehen würde, dann wäre ich ganz schnell wieder in einem alten Verhalten drin. Auch nach vier Jahren ist das nicht ausgeschaltet. Also es ist immer eine permanente Arbeit, hier im Mindset, das ist wirklich so. Ich habe am Anfang auch gemerkt, wie ich mich selbst belogen hab die ganze Zeit. Du, du merkst ja gar nicht, dass du dich die ganze Zeit wirklich selbst belügt. Deine Gedanken, die sagen dir Dinge. Und du glaubst das. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Ich hab mich für nen Loser gehalten, weil ich hab ja nie durchgehalten. Ich hab immer abgebrochen. Jedes Mal und jedes Mal, wenn ich abgebrochen hab, ist in mir so ein Stückchen mehr kaputt gegangen und ich hab mich wirklich für jemand gehalten, der nie und nimmer das Unmögliche schaffen kann. Und das hab ich ja aber im Prinzip jetzt geschafft. Alle sagen, es ist unmöglich. Ohne Magenband kann so ein Schwergewicht nicht leichter werden. Ja. Hallo. Es funktioniert. Und auch wenns ein bisschen länger dauert, es ist doch total egal. Also das ist das, was ich z.B. meinen Coachees immer sag – Zeit ist gar nix hier. Du hast dir 30 Jahre gebraucht, um es dir wirklich so an zu essen. Also Zeit aus dem Kopf ausschalten, loslaufen und dann sich an kleinen Erfolgen erfreuen. Und genau das ist es, was ich gemacht habe und es hat gut funktioniert. Also Gelassenheit brauchst du, die Zeit ausschalten aus dem Kopf und schon funktioniert das Ganze.

Julia Tulipan: Da möchte ich ja vielleicht so sei es eben gleich den Bogen spannen, weil wir sehr viel über deine Reise, deine Erfahrungen gesprochen haben. Aber du bist ja jetzt immer an einem Punkt angekommen, wo du auch anderen hilfst, das weiter gibst, quasi anderen, wie du es selber nennst, Schwergewichten, hilfst und zeigst: Das Unmögliche ist möglich. Und da möchte ich gleich das erste quasi ansprechen, weil du sagst, die Zeit. Man kriegt ja wirklich, ob das jetzt auf diesem ganzen Büchern oder Zeitschriften sonst was, da steht ja immer 20 Kilo in 20 Tagen und es wird einem ja suggeriert, es ist sozusagen normal, schnell Gewicht zu verlieren und viele – ich sehe das auch bei mir in der Beratung – sagen, der Arzt hat gesagt, wenn ich so und so viel weniger Kalorien esse, dann muss ich 5 Kilo im Monat abnehmen. Ich habe aber nur 3 Kilo abgenommen. Was mach ich falsch? Gar nicht. Es ist sofort die Schuld bei sich selber gesucht. Wie gehst du damit um? Und auch mit diesen Erwartungen?

Carmela Mongelli-Lamprecht: Also erstmal Erwartungen gibt's gar keine. Ich sag erst mal Erwartungen gibt's nicht. Beim Schwerstgewicht musst du ganz anders rangehen wie bei einer Frau oder einem Mann, die oder der jetzt 5 Kilo abnehmen will. Das erste, was ich meinen Coachees sag: So, wir nehmen jetzt nicht das Gesamtgewicht her, das du hast und gucken da gar nicht drauf. Wir gucken 5 oder 10 Kilo Schritte und jedesmal, wenn du einen dieser Schritte erreicht hast, sagen wir jetzt 5 Kilo, dann feierst du dich ohne Ende. Mach ne richtige Party innerlich und flipp aus Und so holen wir uns die Motivation, um dann im Endeffekt diesen ganzen langen Weg zu machen. Um immer kleine Schritte und immer mit ganz viel Zeit und völlig entspannt und gechillt. Und so kiregen sie das eigentlich auch hin. Also ich hab bis jetzt noch nie jemand gehabt, der sagt, ich habe gar nichts abgenommen. Also das es dauert halt.

Julia Tulipan: Aber ich glaube, das ist sicherlich total schwierig, oder, das oftmal so aus den Köpfen rauszubringen. Dieses, ich muss so und so viele Kilo oder in einem Monat abnehmen.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Genau. Vor allem weil das Abnehmen ja mit einer LCHF Ernährung bzw Keto Ernährung ja ein ganz anderes Abnehmen ist. Das heißt die Waage, die sagt was ganz anderes wie dein Körper sagt. Und genau das ist nämlich der Punkt. Wenn du ein Maßband nimmst oder Bilder machst, die sagt z.B. all meinen Coachees: Macht Bilder. Jetzt sofort und dann immer mal jeden Monat ein Bild und vergleich, nebeneinander setzen und gucken. Das hab ich nämlich am Anfang auch gemacht und habe dann festgestellt, dass die Waage, mein Spiegelbild und die Fotografien was total anderes aussagen. Und genau das ist eigentlich die Strategie, die ich jetzt mit meinen Coachees mach. Und es läuft richtig gut so! Also der Kopf geht da mit. Bei mir ist am Anfang der Kopf nicht mitgegangen. Ich hab dann immer gedacht, okay, und jetzt sehe ich aber im Spiegel so aus. Ich hab mich quasi anders gesehen, als ich dann wirklich war. Und auf der Waage war dann wieder so eine Zahl. Da hab ich gedacht, okay. Und was ich ja auch am Anfang ja ganz schlimm gemacht hab, ich hab mich verglichen. Oh, jetzt hat die 20 Kilo abgenommen und die sieht so aus und jetzt hab ich ja das selbe Geicht, dann warum sehe ich dann nicht so aus wie die. Na also, das war auch so eine Geschichte, wo ich dann immer sage: Ne, gar nicht vergleichen, gar nicht rechts und links gucken. Straight vorwärts funktioniert am besten. Also sie nehmen es auch wirklich gut an. Ich hab ja vor allem Frauen als Coachees und die nehmen es richtig gut an.

Julia Tulipan: Sehr gut. Jetzt, welche anderen vielleicht Hilfsmittel oder kleine Tools kannst du auch vielleicht gleich den Zuhörerinnen mitgeben, was Mindset und Motivation betrifft? Weil du hast ja gesagt, der Kopf ist bei dir am Anfang nicht mitgegangen und du hast auch sowas sagt wie, du hast dich als Loser gefühlt. Und in deinem Kopf warst du quasi ein Loser. Wie gehst du diesen Wandel an? Weil so was ist ja sicher auch nicht von heut auf morgen gemacht. Also welche Möglichkeiten gibt's da? Und vielleicht hast du in einen Kniff, einen Trick, auch wenn man sich da erkennt oder ertappt bei diesem Selbstbildern, die man sich da generiert.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Also es ist ja so, dass ich inzwischen mit Meditation und ein bisschen Hypnose arbeite, also Selbsthypnose, die der Coachee dann zu Hause anwenden kann. Am Anfang war das bei mir so, dass mir nicht bewusst war, was ich da überhaupt tue. Ich hab nicht gemerkt, dass das so ein automatisches Programm ist, das da abläuft im Kopf haben. Ich hab mich dann hingesetzt und hab wirklich mal geguckt, wie haben die denn sich alle ernährt? Wie komme ich denn zu diesem Essverhalten? Wer hat mir denn so was gelernt? Sind wir alle am Tisch gesessen? Haben alle zusammen gegessen? Hat meine Mutter gern gekocht. Hat sie vielleicht gar nicht gekocht, also so Sachen, hab ich mich dann selbst gefragt und hab dann gemerkt, in welche Richtung das so geht und wo mein Essverhalten herkommt, z.B. dass mein Vater aus Italien kommt. Und in Italien wird es ja immer so zelebriert und man sitzt ja wirklich stundenlang am Tisch. Und es gibt ein wrstes, ein zweites und drittes. Da brauchst du dich zu wundern, wenn ich dann plötzlich drei Gänge irgendwann koch. Und wenn du dir solche Sachen dann mal bewusst machst, was du dir überhaupt von anderen so angenommen hast und weiter führst und das eigentlich ja gar nicht das ist, was du möchtest, dann kannst du es ja erst ändern. Also du machst unbewusst eben diese Dinge weiter und ich gucke zahlt, dass ich wirklich mit Meditation so ein bisschen Selbsthypnose die Leute dann eben in diese Richtung bringe, dass sie drüber nachdenken: warum ist es so? Warum mach ich das? Warum ist es in dem Moment so und warum reagiere ich so?

Julia Tulipan: Also so ein Reflektieren einfach auch mal über diese Sachen und das Verhalten.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Genau.

Julia Tulipan: Und hast du vielleicht auch einen Tipp, wie man quasi am Mindsett arbeiten kann? Was einerseits die eigene Wahrnehmung betrifft, vielleicht. Dass man sich auch irgendwie ein bisschen selber raus holen kann aus diesem Teufelskreis.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Also was ich in dem Moment immer gemacht habe von Anfang an: ich hab mich hingesetzt und habe erstmal angefangen in mich zu gehen und zu atmen. Also das hat mich direkt aus der Situation in der ich war rausgenommen. Wenn ich jetzt z.b. gespürt habe jetzt kommt hier eine Gier oder ein Verlangen nach irgendwas. Dann hab ich mich hingesetzt und hab erst mal tief durchgeatmet. Ja, hab die Augen zugemacht, hab mich drauf konzentriert, bin ruhiger geworden und durch dieses in sich gehen und ruhiger werden, werden die Gedanken dann plötzlich auch klarer. Also das es immer so was was ich sag nicht gleich nachgeben, hinsetzen, ruhiger werden, atmen und dann gucken. Ist es immer noch so? Muss ich da jetzt reagieren? Und dann natürlich mein unschlagbarer Tipp wenn es dann immer noch so ist, dann macht man sich eine zuckerfreie heiße Schokolade. Es funktioniert immer und dann sind die Gelüste weg.

Julia Tulipan: Ist ein super Tipp!

Carmela Mongelli-Lamprecht: Das hat bei mir immer funktioniert. Also das gebe ich dann auch wirklich meinen Coachees so weiter. Wenn du merkst, es geht gar nicht der Gier Herr zu werden, da dann tu's. Aber mach es richtig und nicht hier im Supermarkt, wo die Regale und naja, die Gummizeugs oder sonst irgendwas. Also bewusst dann gucken, ist es jetzt immer noch so, komme ich aus der Geschichte gar nicht raus? Dann gehst du in die Küche, machst dir irgendeine zuckerfreie Süßigkeit und dann ist es hinterher aber auch wieder gut.

Julia Tulipan: Und wie würdest du – die eigene Einstellung ist ja eine Sache oder die eigenen Vorsätze nenne ich es mal – aber die Umwelt spielt einem ja dann doch auch manchmal einen Streich, spielt nicht so mit. Es gibt da auch oft interessanterweise oft wenig Verständnis. Obwohl gerade wenn ich wirklich mehr Übergewicht hab, sollte man denken, man wird unterstützt von der Umwelt. Aber das passiert ja ganz oft nicht. Was Rat ist du da deinen Klientinnen bzw. was hast du auch für dich selber herausgefunden. Was machst du da?

Carmela Mongelli-Lamprecht: Also für mich selbst habe ich herausgefunden, dass ich auf gar niemand mehr höhre. Das ist das erste, was ich gemacht habe. Ich habe alle Gegenstimme erstmal ausgeschaltet, also hab gedacht , okay redet mal, schauen wir mal hinterher, wer hier als Sieger vom Feld geht. Also ich habe oft gehört: Ah, das kann man doch nicht, so viel Fett, um Gottes willen...“ Und die Blicke im Restaurant – unschlagbar. Wenn du natürlich zum Grillsteak nochmal extra Kräuterbutter verlangst und die dann denken, was will die denn da mit der Kräuterbutter noch? Aber im Endeffekt ja, man muss wirklich an seinem Kopf arbeiten und das ausschalten und die anderen reden lassen und dann funktioniert das auch. Ich hab von Anfang an mit meinem Mann die Strategie gefahren, der hat ja auch wieder gedacht, oh die schwätzt jetzt nur, die fängt ja mal wieder irgendwas an. Hab ich gesagt, lass mich machen. Wir einigen uns da schon irgendwie. Ich mach dir trotzdem deine Beilagen dazu. Funktioniert ganz gut bis heute. Also manchmal isst er mit, manchmal braucht er eine Beilage dazu, das macht mir inzwischen auch überhaupt gar nichts mehr aus, das zu kochen. Wenn ich essen gehe bei meinen Eltern oder sonst wo, ja die finden es jetzt nicht so prickelnd, sagen wir mal so. Können sich ohne Kohlenhydrate nicht vorstellen, aber sie akzeptieren es. Also ich werde nicht gezwungen irgendwie mal hin zu greifen oder wie es in Italien halt immer so der Fall ist – Oh wir sind beleidigt, wenn du jetzt nicht isst. Also ich werde zu nichts gezwungen, das bleibt mir alleine überlassen. Ich habe von Anfang an gesgat ich mach das so, bitte akzeptiert das. Kuckt, dass ihr mich ein bisschen unterstützt. Hat nicht immer so geklappt mit der Unterstützung. Wenn ich jetzt irgendwo anders bin und die Leute partout nicht damit zurecht kommen, dann kann ich auch schon mal sagen Okay, dann ist es heute zu halten nicht dummer Tag, dann esse ich jetzt halt mal das, was da ist, weich halt somit den Diskussionen aus. Aber in der Regel ist das alles easy. Am Anfang hat man es sich schlimmer vorgestellt, als es dann wirklich ist. Irgendwann akzeptiert das jeder.

Julia Tulipan: Ja es ist sicher – also ich glaube auch, dass da auch jeder ein bisschen seine eigene Strategie finden muss und dass man eigentlich auch natürlich irgendwo, so wie du es auch sagst, wenn es irgendwie geht, einfach die Leute reden lassen soll. Und da wohl auch ein bisschen aus Selbstschutz heraus sich da ein bisschen distanziert vielleicht auch. Und ich meine, mittlerweile gibt dir der Erfolg Recht. Ich weiß nicht, wie du das erlebt, aber ich hab auch immer wieder gehört von anderen, dass trotz des Erfolgs es weniger akzeptiert wird. Finde ich auch oft ganz interessant, dass es dann, obwohl du es toll abgenommen hast, es trotzdem nicht alle sagen: Boah super, das muss ich auch machen, sondern es immer trotzdem noch hinterfragt wird.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Ja, ich habe hier in der Nachbarschaft eine ganz tolle Erfahrung gemacht. Dann kam die Dame auf mich zu und sagt zu mir: Boah hast du toll abgenommen, aber so wie du das machst, könnte ich das nicht. Wo ich dann denke, okay, warum kannst du das nicht? Also, es ist wirklich so. Die hören, ah weniger Kohlenhydrat – was, keine Kartoffeln, keine Nudeln, ja was isst du dann also wirklich noch? Ja ganz viel Aufklärung braucht es da noch.

Julia Tulipan: Alle, die sich das jetzt fragen: Was isst du denn dann? Die sollen unbedingt einen Blick auf dein Instagram werfen. Denn da teilst du ja auch immer wieder, was du isst und man sieht, das ist nicht nur einfach machbar, sondern einfach ein ganz, ganz tolles Essen. Man muss eigentlich auch auf nichts verzichten in dem Sinne. Ja, man isst einfach anders. Und wird wieder satt, hat mehr Energie und muss nicht hungern. Was Schöneres gibt's nicht. Ich glaube, das können sich viele nicht vorstellen, dass, wenn ich so esse, dass ich nichts entbehre.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Ja, genau, die denken immer, Keto ist Verzicht und das ist das, was ich als erstes sage. Keto ist kein Verzicht. Keto ist all das, was ich noch essen kann und nicht ich verzichte auf Kohlenhydrate und Zucker. Nein, ich esse das, was ich essen kann und darf, in großer Menge. Das ist für mich Keto. Also Gemüse, Öle, Fleisch, Fisch, Käse, Eier. Das ist für mich Keto. Das kann ich ja alles noch. Warum soll ich mich also hier im Kopf verrückt machen und denken ne, Nudeln darf ich nicht, das darf ich nicht. Ist ja völliger Wahnsinn.

Julia Tulipan: Ja, es ist gut, wie du das sagst, finde ich, dass man da auch den Fokus quasi eigentlich woanders hinsetzt. Dass man nichts sagt, nicht auf das fokussiert, was ich nicht mehr essen darf, sondern lieber auf das fokussieren, was ich jetzt alles essen darf. Und damit verändert sich ja die Wahrnehmung auch schon wieder gleich, sozusagen.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Das ist auch so ein Punkt, der in Mindset und Motivation reingeht, dass ich eben gucke was darf ich? Und in welcher Menge darf ich das? Und was kann ich da draus machen aus den Lebensmitteln? Ich gehöre absolut nicht zu der Fraktion Hardcore – geht bei mir gar nicht. Ich habe von Anfang an gesagt, Nachbauten brauch ich. Ich komm aus einem Gewichtsbereich, wo ich mich hauptsächlich von Nudeln, Brot, Pizza, Kuchen ernährt hab, von Süßigkeiten. Ich hab auch am Anfang tatsächlich die bösen, bösen Gummiteile, die zuckerfreien gegessen. Eine mini handvoll. Aber ich habe das gebraucht. Ich hab das für hier oben gebraucht. Wenn mein Kopf ruhig war, dann ging das alles problemlos und ich hab es dann mit einer Mini Portion Gummitieren tatsächlich ruhigstellen können. Und das ist nämlich auch so ein Punkt. Wenn man komplett auf alles verzichtet von jetzt auf nachher, dann geht das Ding in die Hose. Aber volle Kanne. Und ich hab mir eben für alles meine Alternative gemacht und hab dann am Anfang klar bis ich mal drin war und gesehen hab, wie groß muss meine Portion sein, dass ich satt werde? Was kann ich überhaupt essen? Da hab ich so ein bisschen Nachbauten frei gemacht. Aber dann nacher einer Zeit hab ich geguckt, wie kann ich das alles einbauen? Und ja, ich fahr da jetzt seit 4 Jahren gut damit. Und ja, ich hätte das nicht machen können. Von einem Tag auf den nächsten auf Null. Deswegen hab ich mich darauf konzentriert. Was kann ich? Wie kann's aussehen? Und vor allem, dass es eben halt geil schmeckt. Ja, dass du keinen Unterschied merkst. Und du merkst definitiv keinen Unterschied, wenn du jetzt einen Kuchen oder eine Torte machst. Da ist nicht viel Unterschied.

Julia Tulipan: Genau. Ja, liebe Carmela, wir kommen so langsam zum Ende unseres Interviews. Vielen lieben Dank, dass du so viel von dir geteilt hast. Und ich bin mir sicher, dass du ganz, ganz vielen da draußen Hoffnung gegeben hast und auch wieder einen Ansatz für deren weiteren Schritte. Ja, und wie gesagt, ich kann jedem nur empfehlen – und wir verlinken das natürlich auch in den Shownotes – auf deinen Instagram zu schauen, oder auf deine Website zu schauen und sonst auch deine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn ich glaube, das ist vielleicht auch noch ganz wichtig, man muss nicht alles alleine schaffen und es ist keine Schande darin, sich Hilfe zu holen und Hilfe zu nehmen. Und vielleicht abschließend gibt's irgendetwas, was du noch den ZuhörerInnen mitgeben möchtest? Irgendwelche weisen Worte zum Schluss oder etwa sollte noch am Herzen liegt?

Carmela Mongelli-Lamprecht: Ja, man darf sich nicht von Ãrzten verunsichern lassen. Die Ärzte haben mit der Ernährung nicht so viel am Hut. Wenn ich zurückdenke, was ich da eigentlich getrieben habe – ich bin zum Arzt gegangen, der Arzt hat gesagt, so wie du aussiehst, so kannst du nicht abnehmen, du brauchst eine Magen OP. Hätte ich mich verunsichern lassen, hätte ich das gemacht. Dann würde ich heute nicht so hier sitzen, wie ich hier sitze. Also man darf sich wirklich nicht verunsichern lassen. Ich habe einen guten Weg eingeschlagen. Ich habe gezeigt, dass es auch ohne geht. Und jeder kann das, wirklich jeder kann das. Man darf sich wirklich nicht verrückt machen lassen. Alles ist möglich.

Julia Tulipan: Das ist ein wirklich schöner Schlusssatz. Damit sage ich vielen lieben Dank nochmal für deine Zeit.

Carmela Mongelli-Lamprecht: Danke, dass ich da sein durfte. Dankeschön.


 

Carmela Mongelli-Lamprecht

LCHF-Lifestyle Coach für “schwere Fälle”

Erfahrungscoach, der selbst mal fast 200 Kilo gewogen hat. Ernährungscoach mit Schwerpunkt Mindset und Motivation. Ich arbeite mit Meditations- und Hypnoseelementen.

Homepage: https://www.low-carb-life-balance.de/

Blog: https://kiefernweg.net/

Social Media: Instagram & Facebook

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Diese Klauseln beziehen sich auf die Inhalte (Tipps, Ratschläge und Produktbeschreibungen) auf der Webseite, in meinen Büchern, E-Mails und Vorträgen [im Folgenden kurz INHALTE genannt]. Ersteller der Inhalte ist PaleoLowCarb.de, Mag. Julia Tulipan und weitere Autoren [im Folgenden kurz ANBIETER genannt] Haftungsbeschränkung Die Inhalte werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Der Anbieter übernimmt jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Nutzung der Inhalte der Website erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des jeweiligen Autors und nicht immer die Meinung des Anbieters wieder. Mit der reinen Nutzung der Inhalte des Anbieters kommt keinerlei Vertragsverhältnis zwischen dem Nutzer und dem Anbieter zustande. Informationsinhalt Alle Inhalte wurden mit großer Sorgfalt ausgearbeitet und stellen die Recherche des aktuellen Stands der Wissenschaft dar. Sie dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Der Inhalt ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Die Inhalte stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Keine Medizinische Beratung Nichts, was in den Inhalten des Anbieters enthalten ist, ist dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren oder zu behandeln. Der Anbieter ist kein Arzt und gibt keine medizinischen oder gesundheitlichen Heilversprechen ab. Die Inhalte dürfen nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer ihren behandelnden Arzt.

Mag. Julia Tulipan

Über den Autor

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Master of Science in klinischer Ernährungsmedizin. Sie ist Speakerin, Dozentin und Best Seller Autorin ("Keto Kompass") und schreibt für verschiedene Magazine (u.a. Super You)sowie für ihr eigenes Blog JuliaTulipan.com vor allem zu den Themen ketogene und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Keto-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

Mag. Julia Tulipan

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