Nur Omega 3 aus tierischen Quellen schützt

April 29 / Blog, Mikronährstoffe und NEM / von Julia Tulipan

Es gibt nicht viel Bereiche, in denen unter den Ernährungs- und Gesundheitsexperten ein Konsens besteht. Einer dieser seltenen Ausnahmen stellen die Omega 3 Fettsäuren dar. Man ist sich einig, Omega 3 Fettsäuren sind gesund und verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit. Doch damit ist es mit der Einigkeit auch schon wieder vorbei. Uneinigkeit herrscht, ob den die Quelle der Omega 3 Fettsäuren eine Rolle spielen würde. Doch, bevor wir uns dieser Frage widmen, sollten wir einen kurzen Exkurs machen und klären was eigentlich Omega 3 Fettsäuren sind und wo kommen sie vor?

Was sind Omega 3 Fettsäuren und wo kommen sie vor?

Die Omega-3-Fettsäuren zählen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie sind essenziell, das bedeutet sie sind lebensnotwendig und können vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Fettsäuren bestehen aus langen Kohlenstoffketten, die sich durch die Zahl der Doppelbindungen unterscheidet. Mehrfach ungesättigte Fettsäuen haben mehr als eine Doppelbindung und dadurch freie Bindungsstellen. Dies macht sie flexibler und wesentlich empfindlicher gegenüber Sauerstoff, Wärme und Licht, das heißt sie oxidieren leicht. Wenn ein Fett oxidiert, dann wir es ranzig.

Wo kommen Omega 3 Fettsäuren vor?

Omega 3 Fettsäuren kommen in Algen, Pflanzen, Fischen, Eiern und Tieren vor. Der Gehalt von Omega 3 Fettsäuren in Nutztieren (auch Fischen) wird stark durch die Fütterung beeinflusst. Fische aus Aquakultur haben einen wesentlich niedrigeren Gehalt an Omega 3 Fettsäuren als Fische aus Wildfang. Rinder, Schweine oder Hühner, die auf einer Weide gehalten werden, weisen einen höheren Omega 3 Fettsäuregehalt auf.

Auch in Pflanzen findet man Omega 3 Fettsäuren. Allerdings unterscheiden sich Omega 3 Fettsäuren aus pflanzlicher Herkunft von Omega 3 Fettsäuren tierischer Herkunft.

Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren (α-Linolensäure, „ALA“)

Im menschlichen Körper muss ALA in die tierischen Omega 3 Fettsäuren EPA und DHA umgewandelt werden. Gemessen wurde eine Umwandlungsrate von α-Linolensäure in Eicosapentaensäure von ca. 5 % und in Docosahexaensäure von unter 0,5 % [1]. Bei Schwangeren scheint sich diese Umwandlungsrate zu erhöhen. Es ist daher nicht möglich den gesamten Bedarf an Omega 3 Fettsäuren über pflanzliche Quellen, wie Leinöl, zu decken. Algen bilden eine Ausnahme, sie enthalten kein ALA sondern DHA und EPA.

Tierische Omega-3 Fettsäuren (Eicosapentaensäure (EPA),Docosahexaensäure (DHA))

EPA und DHA sind die wichtigsten tierischen Omega-3 Fettsäuren. Fette Fische wie Aal, Karpfen und Sardinen sind gute Quellen für Omega 3 Fettsäuren. Es gib tauch bestimmte Algen, die ebenfalls EPA und DHA enthalten.

 

WICHTIG

  • Omega 3 Fettsäuren sind essenziell.
  • Omega 3 Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und sind äußerst Wärme und Licht empfindlich
  • Es gibt tierische Omega 3 Fettsäuren (DHA und EPA) und pflanzliche Omega 3 Fettsäuren (ALA).
  • ALA muss im Körper zu EPA und DHA umgewandelt werden. Die Umwandlungsrate liegt bei zu EPA liegt bei ca. 5% und in DHA unter 0,5%.

 

 

raw fish

 

Nur tierische Omega 3 wirken schützend

In einer aktuellen Meta-Analyse wurde der Zusammenhang des Omega-3 Spiegels mit dem Mortalitätsrisiko untersucht.

Harris, William S., et al. „Blood n-3 fatty acid levels and total and cause-specific mortality from 17 prospective studies.“ Nature Communications 12.1 (2021): 1-9.

 

Studiendesign

In die aktuelle Untersuchung wurden 17 prospektive Kohortenstudien, mit insgesamt 42.466 Personen eingeschlossen. 15,720 der beobachteten Personen starben während der Follow-Up Zeit von durchschnittlich 16 Jahren. Die Forschergruppe interessierte dabei, ob es einen Zusammenhang zwischen der Sterberisiko und dem Omega-3 Spiegel der Personen gab. Andere relevante Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index und Bildungsstatus, aber auch der Omega-6 Spiegel herausgerechnet.

Ergebnisse

Die langkettigen Omega-3-Fettsäuren (EPA, DPA, DHA sowie EPA+DHA) waren assoziiert mit einem 15-18 % niedrigerem Risiko der Gesamtmortalität bei Vergleich des oberen mit dem unteren Quintil (p < 0,003).

Zudem bestand eine jeweils inverse, signifikante Assoziation mit den kardiovaskulären, onkologischen sowie sonstigen Mortalitätsursachen. Also je besser der Omega 3 Status umso geringer das Risiko.

Bei Betrachtung der pflanzlichen ALA konnten diese Zusammenhänge nicht beobachtet werden.

Die Autoren schlussfolgern, dass höhere Level der langkettigen Omega-3-Fettsäuren einen positiven Einfluss auf diverse Zellsysteme haben könnten, die zu einer Reduktion des Mortalitätsrisikos führen.

 

[1]Brenna, J. Thomas, et al. „α-Linolenic acid supplementation and conversion to n-3 long-chain polyunsaturated fatty acids in humans.“ Prostaglandins, leukotrienes and essential fatty acids 80.2-3 (2009): 85-91.

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  1. Liebe Julia Tulipan,
    Ich habe auch lange das Omega 3 aus Kleinfischen von Norsam genommen, da es ja auch gereinigt ist. Nun sagen aber mehrere Quellen, dass durch die Aufbereitung (Verdünnung, Destillation und mehr glaube ich) zur Verminderung der Schwermetalle – mehr als eine Reduzierung ist es ja nicht – der verbleibende Rest aktiviert wird und sozusagen als Hochpotenz wirkt, als auch die Blut-Hirnschranke überwinden kann. Ich weiß nicht ob Dir das bekannt ist und was Dein Schluss daraus ist, ich bin jedenfalls auf Algenöl umgestiegen.
    Viele Grüße,
    Sabine

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