Industrielle Massentierhaltung ist absolut abzulehnen. Käfighaltung, Vollspaltenböden, dunkle versiffte Ställe ohne Licht, Einstreu und Beschäftigung sind barbarisch. Akkordschlachtung und Lebendtiertransporte dunkle Relikte, die keinen Platz in unserer heutigen Welt haben dürfen. Sollte wir dann gänzliche auf Nutztierhaltung verzichten? Hat die Tierhaltung tatsächlich diesen großen negativen Einfluss auf das Klima und die Umwelt, wie es die Medien hinausposaunen? Nein - die Tierhaltung wird durch aufgeblasene und aus dem Zusammenhang gerissene Zahlen zum Sündenbock gemacht. In diesem Artikel erkläre ich dir, wo die veganen Moralapostel lügen.

Tierische Lebensmittel können und müssen Teil der Zukunft sein

Angesichts der vielen Probleme, die ohne Zweifel, in der aktuellen, industriellen Tierhaltung zu finden sind, ist die vollkommene Abkehr vom Konsum tierischer Produkte, hin zu einer rein veganen Lebensweise, nicht nur illusorisch, sondern auch nicht zielführend.

Tierische Produkte stellen einen integralen und lebensnotwendigen Teil unserer artspezifischen Ernährung dar. Das bedeutet, Menschen brauchen tierische Nahrungsquellen für optimale Gesundheit. Seit dem Beginn der Steinzeit und der Nutzung von Steinwerkzeugen, konnten wir den Anteil tierischer Nahrung drastisch erhöhen, was unter anderem, einer der wichtigsten Faktoren war, die es uns erst ermöglicht hat, ein großes Gehirn, Kultur und Sprache zu entwickeln.

Auf der anderen Seite spielen große Pflanzenfresser eine unglaublich wichtige Rolle in der Erhaltung von Artenvielfalt, Ökosystemen und auch als Klimaschützer. Ja genau, du hast richtig gelesen. Rinder und andere Weidetiere tragen maßgeblich dazu bei, dass CO2 im Boden gebunden werden kann. Das passiert vor allem über die Wurzeln von Gräsern und die Erhaltung von Graslandschaften (Steppe, Prärie, Tundra). Graslandschaften sind die am weitest verbreitete Pflanzengesellschaft. Sie wachsen fast in allen Klimazonen. Von den trocken und heiß, bis nass und kalt. Gras fühlt sich fast überall wohl. Diese Böden eigenen sich meist nicht für Pflanzenbau in großem Stil, zumindest nicht ohne den Boden dabei in wenigen Jahren oder Jahrzehnten zu zerstören. Die folgen dieser Art der Landausbeutung sind in vielen Teilen der Erde bereits deutlich sichtbar, wie etwa im Mittleren Westen der USA. Etwa 60% der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche ist nicht für den Pflanzenbau geeignet.

Halbwahrheiten und Märchen

Beunruhigend und ärgerlich ist die populistische und absichtlich irreführende Darstellung von Daten durch vegane Unternehmen und pro-vegane Gruppierungen, die nur dazu dienen, ihre Weltanschauung zu rechtfertigen. Dabei werden Daten aus dem Zusammenhang gerissen, unvollständig zitiert und schlicht und einfach zusammengedichtet.

Ich habe hier die größten Vegan-Lügen zusammengefasst und versucht die Nuancen und Schattierungen wieder einzufügen, wo der vegane Propagandaminister auf Schwarz und Weiß Malerei gesetzt hat.

Wir essen so viel Fleisch

Auf der Seite des Veganen-Fleischersatz Startups „Redefine Meat“ durfte ich schon das erste Beispiel aus der Kategorie Halbwahrheiten und andere Mythen finden. Redefine Meat schreibt: „Weltweit produzieren wir jedes Jahr mehr als 340 Millionen Tonnen Fleisch. Das ist eine schwindelerregende Zahl. Das ist mehr als das Dreifache der Menge an Fleisch, die noch vor fünfzig Jahren produziert wurde.“ Schocking! Oder vielleicht auch nicht.

Quelle. https://www.redefinemeat.com/blog/meat-consumption/

Was die vegane Propaganda geflissentlich unter den Tisch fallen lässt, in den 50 Jahren hat sich die Weltbevölkerung auch verändert. Waren es 1961 noch 3 Milliarden Menschen, waren es 2020 mehr als 7 Milliarden Menschen. Also mehr als verdoppelt. Die Zahlen beziehen sich nicht auf den Pro-Kopf verbrauch, sondern auf den Gesamtverbrauch. Mehr Menschen, bedeutete auch mehr Fleischkonsum. Das sollte nicht gerade die große Überraschung sein.

Fleischkonsum stieg vor allem in armen Ländern

Nun könnte man berechtigterweise anmerken, dass dennoch der Fleischkonsum, auch wenn man das Bevölkerungswachstum mit einbezieht, überproportional gestiegen ist.

Sehr richtig bemerkt. Woher kommt also dieser Zuwachs? Er kommt daher, dass in diesem Zeitraum, sehr arme Länder, den Sprung aus Armut, Hunger und Mangelernährung geschafft hat. Der hohe Anteil pflanzlicher Nahrung in Entwicklungsländern ist keine bewusste oder freiwillige Entscheidung, sondern erzwungen durch die ökonomischen Rahmenbedingungen. Fleisch und tierische Produkte sind ein Zeichen für Wohlstand und Versorgungssicherheit. Der signifikante Zuwachs an Fleischkonsum kommt also aus den ehemaligen Entwicklungsländern. In den Industrieländern ist der Pro-Kopf Fleischkonsum nur geringfügig gestiegen.

https://www.bbc.com/news/health-47057341

Rinder sollen an allem schuld sein

Wenn man dem allgemeinen Narrativ glauben schenkt, dann sind ja die Rindviehcher an allem Schuld. Rotes Fleisch macht angeblich krank, verursacht Krebs und Herzinfarkte und so nebenbei zerstören die Kühe auch noch das Klima.

Was ist dran, an den Behauptungen? Ein wichtiger Grundsatz in jeder Diskussion ist: „Außergewöhnliche Behauptungen, bedürfen auch außergewöhnlicher Beweise.“. In den letzten Jahrzehnten ist die Häufigkeit für Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen starkt angestiegen. Lässt sich das alleinig durch den Verzehr von rotem Fleisch erklären?

In der folgenden Grafik sehen wir die durchschnittliche Verzehrmenge unterschiedlicher Fleischsorten pro Kopf. Wir sehen, dass zwischen 1970 und 2018 der Verzehr von rotem Fleisch sogar abgenommen hat. Dafür essen wir mehr Geflügelfleisch.

Weltweite Treibhausgasemissionen nach Sektoren

Tierhaltung erzeugt nicht gleich viel GHG wie gesamter Transportsektor

Alle Aussagen sind natürlich nur so gut wie die zugrundeliegenden Daten. Das ist das Problem mit allen Daten zu Klima, Wasserverbrauch oder Landnutzung. Die Grenzen sind oft sehr verschwommen und die einzelnen Sektoren auch nicht so sauber voneinander zu trennen, wie man sich das vielleicht vorstellt.

Tierhaltung und Pflanzenanbau ist nicht auf die direkten Emissionen beschränkt. Richtigerweise sollte man alles mit einbeziehen, was auch im weiteren Sinne mit der Produktion zusammenhängt. Eine solche Analyse nennt sich Life Cycle Analysis ( Lebenszyklusanalyse).

Tatsächlich gibt es nicht für alle Bereich eine solche Lebenszyklusanalyse. Der vegane Propagandaminister weiß das natürlich, und zitiert dann folgende Zahlen:

Tierhaltung: 14,5 % GHG vs. Transport: 14 % GHG

Moment, wirst du sagen. Heiß es nicht gerade, dass Tierhaltung 5,8% GHG hat? Genau, 5, 8% sind die direkten Emissionen, die 14,5 % stammen aus einer Lebenszyklusanalyse. Was ist jetzt mit dem Transportsektor? Hier gibt es keine Lebenszyklusanalyse. Es gibt nur die direkten Emissionen. Man vergleicht Äpfel mit Birnen. Die FAO geht davon aus, dass der absoluten GHG-Beitrag aus dem Transportsektor eher bei 21 % liegt [i].

Bildquellen:

  1. Ich sehe die angesprochenen Ounkte, aber auch dieser Artikel geht nicht in die Tiefe. Ist nicht Deutschland auch ein großer In- und Export Handelspartner für Fleisch…? Das Fleisch bleibt ja nicht beim Viehbauern, es wird auch transportiert.
    Es bringt weder etwas Fleischkonsum, noch Vegansnzs zu verteufeln. Man muss überall die besten Lösungen finden, die seltens Extremismus beinhaltet.

    1. Da bin ich absolut bei dir. Es geht nicht darum irgendjemand und etwas zu verteufeln. Es geht eher darum die Nuancen aufzuzeigen. Dass einfach nicht alles schwarz und weiß ist. Liebe Grüße Julia

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