Diabetes (Typ 1) mit ketogener Ernährung besiegen, geht das? – Interview mit Jeff Heusserer

August 15 / Podcast / von Mag. Julia Tulipan

In Folge #079

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Kurze Zusammenfassung

6 Monate, 181 Tage, 827 Fingerstiche zur Messung von Blutzucker und Blutketone, 6067 Einträge ins fddb-Ernährungstagebuch, 121 Aktivitätsaufzeichnungen, 181 Ruhepuls- und Stress-Messungen morgens, 13 Megabyte Daten aus Messungen und erstellten Analysen, unzählige Stunden Arbeit zur Auswertung und Dokumentation. Jeff hat wirklich genau geschaut, was sein Körper macht.

Lies das komplette Transkript

Folge 79 Interview mit Jeffrey Heusserer von http://living-keto.at

Julia:
Typ 1 Diabetes mit ketogener Ernährung besiegen. Geht das? Jeff hat vor zwei Jahren die Diagnose Typ 1 Diabetes erhalten. Er erzählt von seinem Weg zur ketogenen Ernährung. Was er alles testet und wie es ihm heute geht.

Evolution Radio Show - dein Programm für evolutionäre Gesundheit, Training und höchste Performance.

Julia:
Herzlich willkommen zu einer neuen Episode der Evolution Radio Show. Mein heutiger Gast ist Jeff Heusserer, er ist Typ 1 Diabetiker und erzählt, wie er mit einer ketogenen Ernährung seine Krankheit super managet. Jeff, herzlich willkommen zur Show!

Jeff Heusserer:
Hallo Julia! Danke das ich mit dir sprechen darf!

Julia:
Ja sehr gerne. Bevor wir über die Ernährung reden und wie du das genau machst. Vielleicht erzähl ganz kurz. Wie war das mit der Diagnose? Wie bist du überhaupt zur ketogenen Ernährung gekommen? Weil das ist ja eigentlich genau das Gegenteil von dem, was man empfohlen bekommt.

Jeff Heusserer:
Zur Diagnose bin ich gekommen, weil ich regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen mache und habe dazwischen aber eine Schulter - Operation gehabt. Das war zwischen zwei Untersuchungen. Da war der Blutzuckerspiegel schon erhöht, so um die 160 herum. Haben wir uns aber nichts dabei gedacht. Wird wohl irgendeine Ausnahme mal gewesen sein. Dann, bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung, war es dann wirklich wieder, wieder so hoch und dann wurde ein paar Mal gemessen. Und die Internistin damals hat dann festgestellt. Damals noch Typ 2 Diabetes, obwohl ich eher schlank und sportlich bin. Ich habe dann diese Internistin gewechselt und bin dann zu einem anderen Diabetes Arzt, zum Doktor Klosterneuburg, gegangen. Der hat dann noch weiterführende Untersuchungen angestellt, und ich hat dann einen Typ 1 Diabetes festgestellt oder einen ähnlichen. Es gibt diese LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults) Typen und ich habe irgendeinen von diesen acht LADA Typen der, also in meiner Familie gibt es keinen Diabetiker, deswegen hab ich Pech, dass ich den jetzt vor zwei Jahren mit 47 Jahren bekommen habe. Natürlich aus heiterem Himmel. Stürzt er dann direkt mal ein der Himmel! Ja, und was ich dann eigentlich nicht machen wollte, mich jetzt nur auf Medikamente oder Insulin und alles Mögliche, was wird mir da verschrieben wurde oder geraten wurde.

Julia:
Was war denn so nach der ersten Diagnose oder der Arzt hat gesagt, jetzt müssen Sie folgendes machen…..?

Jeff Heusserer:
Das war eigentlich der Auslöser, mal darüber nachzudenken. Warum ist es eigentlich passiert? Wie habe ich da vorher mein Leben gestaltet? Auch in der Ernährung usw. Da bin ich draufkommen, dass ich schon sehr viel auch so Süßigkeiten in der Früh zum Beispiel. Es ist kein Tag vergangen, wo ich nicht bei irgendeiner dieser Bäckereien vorbeigegangen bin und eine Nusskrone oder ein Mohnbeutel oder so irgendwas gegessen habe. Über Jahre. Da bin ich dann eigentlich dazu übergegangen, das ganze Zeug wegzulassen. Von heute auf morgen und auch in der anderen Ernährung, also Vollkornbrot zu essen, weniger von diesen Nudeln. Wirklich, dass es diesen Weizen, die gängigen Kohlenhydrate, die man halt so isst einfach mal zu reduzieren oder qualitativ zu ändern. Das hat dann eigentlich so drei, vier Monate relativ gut funktioniert. Der Zuckerspiegel ist wieder gesunken, im Schnitt 120 Gramm Nüchternzucker. Dazu muss ich sagen, dass ich noch Rest Insulin Produktion hab, Gott sei Dank. Was mich bisher davon abgehalten hat, dass ich kein Insulin spritzen muss, ja. Nach diesen zwei, drei, vier Monaten einfach einmal ein bissel Einschränkung der Kohlehydrate, ist der Zuckerspiegel wieder gestiegen. Dann habe ich sozusagen den nächsten Schritt unternommen und hab mal angefangen zu recherchieren. Was gibt's denn da? Wäre die nächste Stufe. Und dann bin ja auf Low-carb gekommen. Dieses Leben ohne Brot, also die gängigen Bücher, die man da heut so liest, die habe ich mir reingezogen. Ja, und das ist dann halt immer intensiver worden. Auch diese Recherche, habe ich dann auch Studien gelesen. Es wird ja sehr kritisiert, zum Teil, was da dann nicht Alles schiefläuft, wenn man jetzt überhaupt keine Kohlehydrate mehr isst. Überzeugt hat mich dann schlussendlich diese Band Bücher von…Wollek? diese amerikanischen Wissenschaftlern, die sich schon sehr lange mit dem Thema auseinandersetzen und damit hab ich gesagt, das ist was für mich, das probiere ich aus und habe das dann im August 2014 wirklich begonnen. Und ja.

Julia:
Aber du machst es ja auch nicht so irgendwie, sondern richtig!

Jeff Heusserer:
Also bin nun mal grundsätzlich der Typ, der wenn er was macht, dann mit Leidenschaft, mit aller Konsequenz, das durchzuziehen. Meine Motivation ist in Wirklichkeit leichter. Das ist die einzige Alternative, wie ich jetzt meinen, meinen Diabetes, jetzt im Nachhinein gesagt, problemlos managen. Das war immer so die, die Möhre vor mir oder das “Zuckerbrot”. Und das nicht mehr zu essen. Mit dem bin ich gut gefahren. Was ich dann nach der ersten Zeit zwei, drei, vier Wochen wo nun wirklich das Schlimmste vorbei war, an diese Anpassung, die bei mir wirklich sehr, sehr hart war. Also muss ich wirklich sagen! Also ich habe die erste Woche, war ich froh, wenn ich da über die Stiege rauf gekommen bin, also wirklich! Ich konnte mich nicht mehr bewegen, mein Hirn hat gehämmert, gib mir Zucker sozusagen ja und dies war wirklich eine sehr große Überwindung und ich habe wirklich ein ein paarmal gedacht. Das halte ich nicht durch.
Das hat so zwei Wochen gedauert. Wo es wirklich wehgetan hat, auch physisch weh getan hat. Dann war das aber schlagartig vorbei. Offensichtlich habe ich dann ein paar Sachen besser gemacht als zuvor. Man schaut dann nach was machen Andere, die Vorschläge, wie man das ändern kann. Danach hat es wirklich zu funktionieren begonnen. Was man sofort gesehen hat. Ich habe gemessen. Also ich habe immer zu Erst den Blutzucker gemessen und dann halt angefangen auch Ketonkörper zu messen. Und der Blutzucker war innerhalb von drei, vier Tagen, das hat man wirklich gesehen. Von 150 zu 110. Und das ist es dann immer weiter gesunken auf zwischen 90 und 100. Wieder super Werte und der Initiale Langzeit Zucker. Der war bei der Diagnose über neun Prozent und da bin ich jetzt auf 5,7 - 5,6. Das ist dazwischen wirklich permanent mit 4 Prozent runter gepurzelt über die Monate.

Julia:
Und gleichzeitig hast du dann auch immer Ketonkörper gemessen, dann auch?

Jeff Heusserer:
Mein Forscherdrang, den ich so irgendwie mitkriegt hab aus der Wiege und vor allem auch der Jimmy Moore aus Amerika, der ja auch so ein ähnliches Experiment gemacht hat. Hat mich irgendwie auch inspiriert. Zu schauen, wie wirkt sich jetzt die Ernährung auf Sport oder Stress, wie wirkt sich das eigentlich alles aus, auf diesen Fettstoffwechsel?
Hab da auch, mit Support von einigen Firmen, zum Beispiel hab ich Ketonmessstreifen gesponsert bekommen und andere Dinge, wirklich geschaut, was muss ich tun? Oder was sind die Dinge, die ich für mich adaptieren muss oder auf mich einstellen muss. Z.B. wie viel Kohlenhydrate kann ich wirklich essen, dass ich in Ketose bleib oder wie viel oder wie hoch ist der Anteil des Eiweiß das ich brauche. Wie viel Fett ist das dann in Wirklichkeit. Da immer in Korrelation zwischen der Ernährung und dem Zucker und dem Keton Spiegel. Gemessen, gespeichert, analysiert und auch täglich beinhard Tagebuch geführt. Welche Lebensmittel habe ich gegessen über die Food Data Base und mir ein sozusagen, Informations Datenpool geschaffen. So eine Statistik Datenbank.

Julia:
Also wen das interessiert, wir verlinken natürlich auch auf die Website, auf das Blog vom Jeff, der eben wie er sagt ein Daten Geek ist. Da kann man sich auch sehr grafisch sehr schön aufbereitet, all seine Messpunkte und Ergebnisse. Da kann man mit interaktiven Grafiken, interaktiven Charts vergleichen.

Jeff Heusserer:
Da habe ich gegessen die oder die Speise und da ist der Zuckerspiegel zwei Stunden später gestiegen oder gesunken. Am nächsten Morgen der Keton Wert war oben oder unten. Dadurch bin ich eben auch wirklich auf viele Dinge gekommen, die ich vorher noch nicht so richtig gemacht habe.

Julia:
Würdest du sagen, also jetzt gerade Jemand als Typ 1 Diabetiker, sollte man das auch so machen? Also mal die erste Zeit auch wirklich so viel messen, um es richtig umsetzen zu können?

Jeff Heusserer:
Es muss immer Jeder irgendwie das wissen, wie dieser Umstand verläuft, wie sich bestimmte Lebensmittel auf den Blutzucker auswirken. Das kriegt man aber mit der Zeit immer immer besser rein. Und ich glaube, wenn man nicht so ein Nurd ist wie ich, kann man relativ simpel diese Dinge einfach schrittweise runter gehen und schauen. Weil als Typ 1Diabetiker muss man sowieso den Blutzucker messen, mehrere Male am Tag.
Und dann kriegt man das relative gut mit und man spürt, selbst wenn man Ketonkörper nicht misst, man spürt soviel Änderungen wie Sie, wie sie ja das Ganze Mind Setting und die Energie, die man eigentlich dadurch kriegt, wie sich das alles ändert. Als typisches Beispiel bei mir, was ich wirklich bemerkenswert gefunden habe, nach dieser Umstellungen, wenn ich oft in der Früh in die Firma gegangen bin, wir machen sehr viele Meetings und manchmal gibt's Meetings Marathons, wo ich den ganzen Tag von Einem ins Andere komm, noch nicht mal zum Mittagessen komme und nicht einmal bei Tageslicht und seit ich umgestellt hab, dass ich am Abend immer noch total konzentriert war und Energie noch gehabt hab. Hunger sowieso nie, den Tag über. Also da hat es wirklich den ganzen Tag Spaß gemacht, das Arbeiten, auch unter widrigen Bedingungen. Das ist eins der wirklich tollen Seiteneffekte, die man mit einer ketogenen Ernährung bekommen kann. Jetzt bin ich’s schon gewohnt. Jetzt kann man gar nicht wissen wie es anders wäre.

Julia:
Ich meine der Ansatz der ketogenen Ernährung ist ja noch sehr ungewöhnlich. Wie hat denn da dein Arzt drauf reagiert? Hast du ihn dann ins Boot holen können? Weil viele wollen ja vielleicht auch Ansätze haben, dass sie auch wissen. Wie hast den du mit deinem Arzt gesprochen?

Jeff Heusserer:
Also ich habe den Arzt gewechselt, also ja die Ärztin, gewechselt. Der Dr. Klecker hat diese ketogen Ernährungsweise schon gekannt, dass es so etwas gibt. War also weder positiv noch negativ eingestellt. Seine Herangehensweise war, zu sagen “Du kommst eh alle 3 Monate zum Check und in den drei Monaten kann jetzt nichts passiert. Da kann jetzt kein Blutmarker irgendwie so nach oben schließen, dass man da nicht rechtzeitig gegensteuern kann. Und das haben wir ja auch gemacht. Und jetzt bin ich eben fast zwei Jahre bei ihm. Und mittlerweile ist er eigentlich auch der Meinung, dass diese Art der Ernährung schon sehr hilfreich ist. Eine gute Therapieform. Mir persönlich hat es wirklich gefallen, nicht so wie die Ärztin davor, die gesagt hat das ist Blödsinn, Kohlenhydrate braucht man, das das ist gefährlich. Er schaut auch selber hier und da rein, was man da noch machen kann, auch vielleicht andere Blutwerte, die man noch mit testen kann, um zu sehen hat sich da wirklich was verändert. Ich habe bei ihm die Möglichkeit, zum Beispiel die Antikörper so öfter zu messen als normal, weil es auch ihn selber interessiert, wie sich das verändert. Da hat man auch deutlich gesehen, dass die Antikörper immer niedriger geworden sind. Die CPT und die Insulin, Insulinzellen sozusagen.
Gegenüber dem Anfang ist eine Regeneration da, aber man kann halt nicht sagen, ist diese Remission aus irgend einem anderen Grund oder nicht. Ich führe es auf meine Ernährung zurück und freue mich, wenn das noch länger so bleibt. Keine Ahnung, wie lange noch, aber solange es so ist bin ich happy, ja!

Julia:
Ich meine, die Studienlage gibt's ja nicht wirklich dazu aber zumindest aus Anekdoten, schaut es ja schon sehr positiv aus. Also das es eigentlich ein dauerhaft anhaltender Effekt sein sollte eigentlich. Sehr spannend.

Jeff Heusserer:
Das ist aber mittlerweile auch durch dieses halb – jährliche Projekt, für mich sehr leicht, weil dort hab ich auch gelernt mit Nahrungsmitteln umzugehen. Wenn ich jetzt ein Stück Fleisch anschaue, ok da ist so und so viel Eiweiß drin. Und es ist alles leicht, mittler Weile

Julia:
Was würdest denn du sagen. Was waren deine größten Fehler? Bzw. wo du sagts, ohne dem messen, hättest du das vielleicht nicht so schnell gelernt, das hat mich überrascht.

Jeff Heusserer:
Ich glaub, den größten Fehler habe ich gemacht, dass ich zu viel Eiweiß gegessen habe am Anfang. Weil auch ich hatte ja auch das Mindset im Hirn, dass Fett schlecht sei und nichts Gutes. Da habe ich gedacht “Wahnsinn, ich kann ja jetzt nicht einfach Oliven - oder Kokosöl, da einfach in Massen drauf schütten und dadurch ist es eben viel mehr Fleisch geworden oder Käse und Milchprodukte. Da habe ich schon sehr viel Käse gegessen. Da hab ich schon gemerkt, wenn man zu viel ist, wird das vom Körper dann in Glucose langfristig umgewandelt. Dass dann am nächsten Tag, der Blutzuckerspiegel wieder gestiegen ist und Ketonkörper gesunken sind. Das sind halt so die Dinge, die “aha-Erlebnisse” , wo ich halt damals draufkommen bin. Nebenbei so andere Dinge, die man dann im Laufe dieser Recherchen kriegt, also wie einfach mehr Salz essen zu müssen, wenn man in dieser Ernährungsform lebt und man dann mehr, trinkt. Weil der Durchsatz einfach größer ist und man weniger Salz im Körper halten kann. Das waren so Schlüsselerlebnisse sind relativ bald auch in meinen Charts sichtbar geworden. Die habe ich beherzigt und es hat funktioniert. Sonst fangen wir an, große Fehler niederringen. Ich habe da keine Experimente gemacht, wie einfach wieder viel mehr Kohlehydrate zu essen oder zu sagen, es ist mir jetzt egal, ich versuche einmal so ein “Cheat-Day”, das habe ich nie gemacht. Das brauche ich, obwohl ich sehr viel Sport mach, das brauche ich nicht mehr.

Julia:
Das ist vielleicht das Stichwort für den letzten Punkt, den wir noch ansprechen wollen. Wir werden noch im Detail, in einer weiteren Folge genau darauf eingehen. Aber du machst ja nicht nur einfach so ein bissel Sport, sonder wirklich auf hohem Niveau. Das ist ja auch etwas, was sich viele nicht vorstellen können dass man in einer ketogenen Ernährung auch sehr leistungsfähig sein kann. Ich meine jetzt hast du nicht NUR die Diabetes, sondern auf der anderen Seite eben diesen Ausdauersport. Du fährst Rad. Wie lange hat es gedauert am Anfang? Weil du hast gesagt, du bist am Anfang die Stufen nicht einmal mehr rauf gekommen. Wie lange hat es gedauert, bis du wieder auf einem guten Niveau warst beim Sport?

Jeff Heusserer:
Ich habe dann, wie ich die erste Adaption hinter mich gebracht habe. So nach drei, vier Wochen langsam wieder versucht mit Sport zu beginnen. Dann eher mal langsam locker laufen gehen oder am Rad die Beine drehen. Und es hat in Wirklichkeit schon sehr lange gedauert, bis ich wieder so weit war wie vor dem Beginn meiner Ernährungsumstellung.
Also ich würde schon sagen, so fünf bis sechs Monate, mindestens, vielleicht sogar einen Monat länger. Und es ist relativ rasch weiter gegangen. Also wenn man das Level mal wieder hat und der Körper macht ja jeden Tag weitere Adaptionen, alles was du ihm gibt's, versucht er irgendwie in sein System reinzubringen und wieder dorthin zu kommen, dass das alles funktioniert. Und je länger diese Adaption gedauert hat, desto besser, desto höher hab ich wieder mein Puls rauf bekommen. Der war zuerst um 20 - 30 Schläge niedriger. Und ich habe mich gefühlt, als ob ich maximal Puls habe. Die Dinge sind dann so, noch voriges Jahr im Sommer / Herbst herum war das, wieder auf dem Level von wo ich ein dreiviertel Jahr vorher aufgehört hatte. Heute mache ich wieder Hit Training und Freeletics um habe auch wieder 8 Tage Radrennen gemacht. Ich mein ich mach das jetzt alles Hobby Niveau. Mich freut es halt mich zu bewegen und je nachdem wie lange ich dann auf dem Rad sitze mache ich so 10 bis 15 Stunden Sport in der Woche. Ohne Kohlenhydrate, hab ich trotzdem auch Muskelzuwachs gehab. Die Ergebnisse waren für mich sehr positive, das ich da wieder reingekommen bin. Das Niveau wieder erreicht habe und ohne Probleme diesen Sport ausüben kann.

Julia:
Vielleicht jetzt noch zum Abschluss. Beschreibe doch mal was isst du so? Wie sieht so dein Tag aus Essensmäßig?

Jeff Heusserer:
Also das ist ganz verschieden. So unter der Woche ist es so, dass ich bei der Arbeit bin, die meiste Zeit und zu Mittag gibt es dann halt in der Kantine meistens ein Stück Fleisch. Das ist so die haben 2 Fleischspeisen, vegetarische Speise mit Nudeln oder sonstigen Dingen und eine süße Hauptspeise.
Da kann ich mir meistens eins dieser beiden zwei Fleischstücke aussuchen. Die Beilage ist für mich nicht geeignet. Da nehme ich mir halt einen Salat dazu. Das Salatbuffet ist relativ gut. Alles ist gut gemischt, was so die gängigen Salate sind und ein bissel Gemüse dazu. Aber das ist nun mal das Mittagessen. Ich esse meistens dreimal am Tag. Frühstück ist meistens Irgendwas mit Avocado. Entweder Avocado mit Mascarpone. Mascarpone ist eine meiner Hauptspeisen mittlerweile. Mit dem kann man Süßes machen. Mascarpone Avocado Kokos Creme ist so meine Lieblingsspeise. Oder so, Topfen mit verschiedenen Leinsamen oder anderen Nüssen.

Julia:
Gibst du da noch Fett dazu? Weil der Topfen ja jetzt von sich aus nicht so fett ist….

Jeff Heusserer:
Ja ich schau immer, dass ich den fettigsten kriege, den 40% zigen, aber das ist immer noch zu wenig. Ich schau auch das ich die Skaldeman Ratio immer einhalte.
Das man zumindest so viel Fett mindesten drin hat im Essen, wie Eiweiß und Kohlenhydrate gemeinsam hat. Am Abend versuche ich eine zweite Portion Salat oder Gemüse meistens dann irgendeinen Fisch, so Räucherlachs oder irgendeinen anderen Fisch aus der Konserve, Sardienen, Markrelen. Am Wochenende ähnlich, was sich ergibt, wenn wir irgendwo hin Essen gehen, dann ist Standard, auch ein Stück Fleisch oder wenn wir frühstücken gehen, dann Eier, Käse, Schinken und die ebenfalls gängigen Nahrungsmittel. Da machen ich jetzt keine besonderen Ausnahmen.
Es ist ja wirklich, da muss ich immer wieder lachen. Wenn ich früher so was Süßes, ein Stück Torte oder sowas gesehen hab, hat’s mich magisch hingezogen. Jetzt habe ich fast eher Eckel und ganz anders dann, wenn ich ein fettes Stück Fleisch oder einen Schweinebraten sehe. Das ist ja Wahnsinn. Da ändert sich so viel, der Körper funktioniert ganz anders und gibt zu verstehen, dass ist jetzt das Neue, was du brauchst, nämlich das Fett und nicht mehr so das Süße. Dieses Verlangen ändert sich einfach. Und auch diese Zucker Ersatzstoffe nur ganz wenig, wenn man mal irgendwo hingehen, vielleicht bringe ich selber eine Torte mit.

Julia:
Naja, super. Dann haben wir ja wirklich ein großes Thema abgedeckt mit dem Diabetes bzw. das war natürlich nur ein kurzer Einblick. Aber ich denke, es sollte auch Mut machen, vielleicht das auch auszuprobieren. Und zwar das es eben nicht nur für Typ 2 Diabetiker geht, sondern auch wenn man Typ 1 Diabetiker ist. Natürlich gilt immer, dass man das unbedingt vom Arzt absprechen sollte und auch ganz genau messen sollte, damit auch wirklich nichts passieren kann.

Jeff Heusserer:
Und das Umgehen auch dazu, also, wenn man jetzt Insulin Pflichtig ist, dann muss man schon mal ganz anders handhaben.

Julia:
Genau. Genau.
Dein Blog heißt https://www.living-keto.at und da gibt's eben dieses Keto Reading Projekt, dieses halbjährliche. Da gibt's das Speak Projekt was man vielleicht noch sprechen werden und auch einen Haufen an Informationen. Meine Recherchen Literatur.
Super Sammlung rund um diese und natürlich über deine Geschichte und deine Erfahrungen. Wie gesagt, all die diese Daten kann man sich auch anschauen. Dann sage ich Vielen Dank für deine Zeit gerne. Und ich sage Wenn etwas dabei war, dann freuen. Wenn er das teilt. Natürlich. Oder wenn hier jemand kennt, der Typ 2 Diabetiker ist und ihr denkt, dass das vielleicht eine gute Information wäre, dann einfach weiter empfehlen. Ich freue mich aufs nächste Mal.

Bücher

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Über den Autor

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Master of Science in klinischer Ernährungsmedizin. Sie ist Speakerin, Dozentin und Best Seller Autorin ("Keto Kompass") und schreibt für verschiedene Magazine (u.a. Super You)sowie für ihr eigenes Blog JuliaTulipan.com vor allem zu den Themen ketogene und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Keto-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

Mag. Julia Tulipan

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