Migräne und Energiekrisen im Gehirn. So hilft dir die Ketogene Ernährung – Interview mit Elena Gross

April 13 / Beschwerden, Ernährung, Podcast / von Mag. Julia Tulipan


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In Folge #109

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Folge 109 Migräne und Energie. Krisen im Gehirn. So hilft dir Keto. Interview mit Neuro Wissenschaftlerin Elena Groß. Migräne ist nicht nur einfach Kopfschmerz. Migräne ist eine schwerwiegende neurologische Erkrankung mit dramatischen Folgen für die Betroffenen. Übelkeit, extreme Lichtempfindlichkeit, erhöhte Reizempfindlichkeit, die das Tragen von Kleidung oft unerträglich macht. Neurologische Ausfälle und Kopfschmerz all das und mehr ist Migräne. Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt und bieten keine wirkliche Heilung. Abschwächung oder Milderung der Symptome sind nur teilweise möglich, und die verwendeten Medikamente kommen mit teilweise massiven Nebenwirkungen. Mein heutiger Gast ist Elena Groß. Sie hält einen Master an der University of Oxford in Neurowissenschaften und einen Bachelor in Psychologie. Sie leidet nicht nur selbst seit der Pubertät an Migräne, sondern ist auch direkt in der Migräne Forschung involviert. Mehr über ihr aktuelles Projekt findest du in den Links in den Show Notes. Unter anderem in dieser Folge, reden wir, über, was man eigentlich unter Migräne versteht, was Migräne und Epilepsie gemeinsam haben. Wieso eine ketogene Ernährung bei Migräne helfen kann. Aktuelle Forschungsprojekte zum Thema Migräne und Migräne Prävention durch Ketone. Und welche Erfahrungen Elena selbst mit der ketogenen Ernährung und ihrer Migräne gemacht hat.

Alles, was du über Keto, Low-carb und Paleo wissen, musst. Evolution Radio Show, dein Programm für evolutionäre Gesundheit, präsentiert von Julia Tulipan.

Julia:
Liebe Elena, herzlich willkommen zur Evolution Radioshow, freu mich, dass du da bist und dass wir heute die Gelegenheit haben, auch mal tatsächlich persönlich miteinander zu sprechen, weil sonst habe ich ja immer eher die Skype interviews. Umso mehr freut mich, das ich “in Person” Jemanden bei mir hab.
Ja die Freude ist ganz meiner Seits. Spannende Themen und jetzt gerade nach drei Tagen Kongress, Keto Kongress bin ich noch sehr positiv gestimmt. Jetzt können wir vielleicht ein paar der Informationen weitergeben oder?!

Elena Groß:
Unbedingt wir sind im richtigen Mindset. Genau im richtigen Mindset.

Julia:
Wir wollen ja heute, du hast das ja schon gesagt, wir wollen ja über Migräne sprechen. Was dein Spezialgebiet ist. Aber bevor wir jetzt wirklich über, in die Details gehen, die ja die chemischen Wege erklären und was man vielleicht auch machen kann oder welche Strategien Sinn machen beim Management. Erzähl ein bissel, was über dich kurz, was ist dein Hintergrund und was hat dich dazu gebracht, überhaupt in diesem Feld hineinzugehen, auch wissenschaftlich zu forschen.

Elena Groß:
Das erste Mal, dass ich mit Migräne in Berührung kam, ist ganz lustig, da war ich vielleicht fünf oder sechs. Vielleicht kennst du den Film “Pünktchen und Anton?” Pünktchen und Anton war einer meiner Lieblingsfilme und wir haben den bestimmt fünf sechs Mal geschaut. Oder zehnmal. Immer sonntags bei Regen. Und ich habe das, als Kind saugt man dieses Wissen ja auf, und der Vater oder die Mutter von Anton hat Migräne und Pünktchen fragt:” Was ist denn Migräne?” Und dann sagt der Papa:” Migräne sind Kopfschmerzen, die es gar nicht gibt.” Und so hab ich dann gelernt Migräne, Kopfschmerzen, die gibt's gar nicht. Und das hab ich für die nächsten zehn Jahre dann auch geglaubt. Und bis ich dann in die Pubertät kam und plötzlich diese richtig starken Kopfschmerzen bekommen hab, meistens einseitig und etwas unerklärlich. Und wir sind zum Hausarzt, und der wusste nichts. Und dann haben wir Hirnscans gemacht und dann irgendwann saß ich beim Psychologen. Und der dachte ich, hätte Stress in der Schule und so weiter. Und das ist wirklich über ein Jahr lang nicht prognostiziert worden, obwohl es eine so häufige Erkrankung ist. Und dann haben wir das Problem dann gegoogelt. Mittlerweile gabs auch schon Computer und so. Meine Mutter hat sich dann erinnert. Die Oma hatte das auch so was ähnliches, könnte Migräne sein. Da hab ich dann gelernt Migräne, die gibt's doch. Das sind nicht nur Kopfschmerzen, sondern es gehört auch noch mehr dazu. Am Anfang hat es aber dann so angefangen, mit zweimal im Monat oder so. Es war noch nicht so schlimm, aber es ist dann eben mit den Jahren. Damals war ich 15. Mit den Jahren ist es immer schlimmer geworden, Ich hatte angefangen, Psychologie zu studieren. Und auch im Studium war es schon sehr mühsam, alle Vorlesungen zur, ja teilzunehmen, zu bestehen und so weiter, Klausuren zu schreiben und versuchen, nicht Migräne zu haben oder mit Triptane Medikamenten zu benutzen. Ich habe dann den Bachelor geschafft, wollte dann klinische Psychologin werden. Aber am Master hatte ich dann so gesundheitliche Probleme, auch durch Migräne bedingt. Dass ich den geplanten Master gar nicht machen konnte und mir gedacht habe, ich kann sowieso keinen normalen Job mehr machen. Da war dann die Migräne schon chronisch. Also chronisch, bedeutet mehr als 15 Tage im Monat Migräne oder Kopfschmerzen, acht Tage Migräne und auch sieben Tage Kopfschmerzen zählt auch schon als chronische Migräne. Und dann hab ich entschieden Ich mag das nicht mit dem Kontrollverlust. Ich habe alle Ärzte aufgesucht, auch diese Spezial Zentren und das kann eigentlich Keiner wirklich sagen:” Was ist überhaupt Migräne?” Da kommen mir sicherlich gleich noch zu. Und da bin ich dann in die Neurowissenschaften gegangen und habe überlegt, wenn ich studiere. Vielleicht kann ich ein paar Antworten auf meine Fragen finden zumindest. Habe dann Neurowissenschaften studiert, durfte beide Master Arbeiten, sogar dann auch in dem Thema machen. Also einmal ein Stammzellen Modell zu Migräne und einmal Neuroimaging, also Hirnscans von Migränikern, also chronischen Migränikern. Und das war sehr gut, weil hab ich selber erst einmal gelernt, was ist überhaupt Migräne. Konnte darüber schreiben, über die Genetik bei Migräne und so weiter. Und ich hatte das erste Mal auch Zugang zu Patienten oder chronische Patienten wie ich. Noch schlimmer, noch schlimmer wie ich. Da muss ich sagen dieses Projekt, da kriege ich immer noch Gänsehaut. Das hat mich so bewegt. Die Patienten, die zu dir kommen, die überall waren, denen keiner helfen kann, die nur noch für ihre Familie am Leben sind und denen quasi zum ersten Mal einer zuhört und sie auch ernst nimmt. Ich sitzt da, und ich konnte Ihnen nicht helfen. Ich konnte Ihnen nichts sagen. Sie sind wieder gegangen, und Sie sind quasi aus dem Labor gekrochen, quasi. Und jetzt denke ich mir immer, ich denke immer noch an diese ersten fünf Patienten zurück. Wenn ich damals gewusst hätte, was ich jetzt weiß, hätte ich ihnen helfen können. Und jetzt, gegen Ende des Masters, bin ich dann durch Zufall in der Natur-Magazin auf einen Artikel zur ältesten Behandlung von Epilepsie gestoßen. Die Ketoge Diät. Dann hab ich mir die Mechanismen angeschaut und nach Case Studies gesucht. Hab angefangen zu recherchieren und dann war ich mir sicher, dass ist Migräne relevant. Das muss man untersuchen. Das muss man machen. Und dann war ich schon in der Phase, wo ich mich für’s PhD beworben habe, hab angefangen mit Selbst - Experimenten. Am Anfang ging alles schief, und mir ging es auch so schlecht wie noch nie. Aber jetzt weiß ich, mittlerweile hab ich gelernt, und damals gab es diese ganzen Podcasts noch nicht. Es gab noch sehr wenig Information. Aber so langsam hat es dann funktioniert. Und ich kann dann auch noch einmal erklären Was sind die Fehler, die man machen kann, oder worauf kann man vielleicht achten. Aber ich hatte mein Leben zurück.

Ich habe angefangen, wieder mein Leben zurück zu haben. Damals war ich in Oxford. War ich dann auf Antiepileptika nehmen müssen, um überhaupt funktionieren zu können. Das hat Demenz ausgelöst. Ich merke es immer noch. Also im Namen vergessen. Also du sitzt mit der besten Freundin beim Kaffee und du weißt den Namen nicht. Du wachst auf, du weißt nicht wo du bist. Es macht richtig Angst. Du vergisst Wörter, die du im Alltag gebrauchst, auch unter den Medikamenten. Und genau. Deshalb habe ich mir gedacht:” Das ist keine langfristige Lösung.” Ich hatte mir damals das Ziel gesetzt, vielleicht innerhalb von meinem Leben etwas herauszufinden über Migräne, dass ich vielleicht es besser verstehen kann oder besser therapieren kann. Und es ist, nach ein, zwei Jahren ist es schon passiert, quasi ein Wunder geschehen.

Ich weiss nicht ob es Fügung war, dass dieses Natur Magazin, das einzige Natur Magazin, in das ich nicht reingeschaut habe. Dieses Epilepsie Spezialthema drinnen. Und ich habe mich wieder abgelenkt vom Arbeiten, Schreiben und so. Es war vielleicht wirklich Schicksal, ich weiß es nicht. Und dann habe ich eben Professoren, Migräne, Spezialisten auf der Welt kontaktiert. Und eigentlich alle wollten sie zwar schon PhD mit mir machen, aber eben nicht zu dem Thema. Es war noch zu risikoreich oder sehr alternativ, und es gibt noch nichts dazu. Also ne das würden Sie nicht machen, außer in Basel. Da hat einer gesagt, wenn du deine anderen Sachen absagst, dann kannst du hier mal so ein kleines Pilot Projekt machen. Dann ist der auch wieder unglücklicher und glücklicherweise nach vier Monaten gegangen. Und ich hatte keinen Supervisor mehr. Aber ich hatte schon langsam so Pilot Daten, die sehr vielversprechend aussahen. Und dann hat mich ein anderer Prof adoptiert, und ich habe quasi bis dahin Gelder gesucht und für die Sache gekämpft und mehr Pilot Daten gesammelt. Und so, und jetzt mittlerweile, gerade seit zwei Tagen haben wir nach zwei Jahren kämpfen. Quasi haben wir jetzt den Ground bekommen, der groß genug ist, dass wir es wirklich auch untersuchen können. Also, ich mache jetzt hauptberuflich Migräneforschung. Ketonkörper bei Migräne. Und ich kann, nun ja, auch noch ein bisschen erzählen, wie es zu der Idee eigentlich gekommen ist. Aber das wäre so meine Geschichte von Psychologie nach Neurowissenschaften. Und jetzt promoviert ich in klinischer Forschung oder medizinischer Forschung an der Neurologie.

Julia:
Das ist einerseits ein bisschen erschreckend, was man eigentlich alles durchmachen muss, um da zu landen. Wo man dann irgendwie im Endeffekt ankommt. Das es immer so, mit Leidensdruck verbunden ist.
Aber auf der anderen Seite würde man nicht kämpfen oder?

Elena Groß:
Ja, auf jeden Fall. Und jeder, der ein PhD gemacht hat, der weiß, wenn man nicht für das Thema brennt, dann werden diese vier Jahre verdammt lang. Und ich kann sagen, ich habe etwas, wo ich so überzeugt bin, dass ich auch noch die extra Mile mal gehe und vielleicht auch anderen helfen kann. Wir haben keine größere Motivation.

Julia:
Extrem motivierend und unglaublich viel gibt, wenn man weiß, dass man anderen Menschen damit helfen kann und verhindern kann, dass jemand das durchmachen muss, was du durch gemacht hast.

Elena Groß:
Ja, genau, oder man sollte Menschen auch eine Hoffnung geben. Es gibt noch andere Lösungen, als einem angeboten werden beim Arzt.

Julia:
Was mir auch gar nicht so bewusst war und was du eben jetzt gesagt hast. Das ist diese Wahnsinnige. Fast alles, also diese unglaublichen Einschränkungen durch Migräne. Eben, wie du sagst, ist das aus Pünktchen und Anton wird oft abgetan als: “ ja die hat halt Migräne.” Als Kopfschmerz oder vielleicht auch noch, ich hab keine Lust, “Ich hab Migräne und geh schlafen”, eben sowas. Sowas Hysterie mäßiges, ja ist ein stärkerer Kopfschmerz. So hat man es. Genau so wird es oft nur wenige wissen. Migräne ist ja wirklich einschränkend und Lebensverändernd.

Elena Groß:
Und es gibt ja drei Phasen eigentlich. Es ist nicht nur der Kopfschmerz bei vielen ist noch nicht mal der Schmerz, das schlimmste Symptom. Schmerzen kann man immer noch behandeln. An zehn Tagen im Monat darf man auch mehr oder weniger Gefahren frei Triptane oder Schmerzmittel nehmen. Also wirklich spezifische akut Migräne Medikamente, die bei einem großen Teil der Patienten so wirken, dass du die Attacken, sagen wir mal “manageable” sind, sagen wir mal das du einigermaßen deinen Tag noch beenden kannst oder vielleicht sogar arbeiten kannst. Wenn du mehr als 10 Tage Migräne im Monat hast, wird es schwierig. Aber was eben mit der Migräne noch einhergeht. Es kommt in drei Phasen, die erste heißt.

Julia:
Was der Unterschied zum normalen Kopfschmerz ist.

Elena Groß:
Genau. Ersts Mal geht es los mit dieser Prodromi Phase. Prodromi Phase , ist die Phase die vor dem Kopfschmerz kommt. Und das ist häufig so, dass du so Sachen wie Übererregbarkeit, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit, Geruchsempfindlichkeit teilweise sehr stark. Dann hast du Übelkeit, du hast Müdigkeit., du bist schlapp. Du hast keinen Antrieb. Du hast manchmal richtig Heißhunger, Stimmungsschwankungen und so weiter. Du gehst schon häufiger auf's Klo. Alles so Symptome, die quasi auf gewisse Mechanismen schon Hinweise geben, kommen vor der Attacke Du bist richtig müde. Dann kommt die Kopfschmerz Attacke, und das ist das, was Viele kennen. Migräne ist häufig einseitiger. Schmerz ist es oft, die Augen sind betroffen. Der Trigeminusnerv, der Bereich um den Trigeminusnerv bis in den Kiefer teilweise. Dann geht es richtig runter, Richtung Nacken. Es ist verschieden. Jeder hat das ein bisschen anders. Manche haben es auf beiden Seiten, teilweise, aber es ist auch teilweise die komplette Seite, die die Schultern betroffen, der Nacken. Und du hast eben diese neurologischen Symptome, die auch noch mit da rein spielen. Diese Empfindlichkeit, die Übelkeit, die Schlappheit also wirklich so, dass du, wenn du einen Schritt läufst, würde es noch viel schlimmer. Du musst dich wirklich hinlegen, und wenn du keine Schmerztabletten nimmst, bist du für drei Tage wahrscheinlich ausgeschaltet. Und was man bei einem normalem Kopfschmerz oft macht Luft, Wasser, Schlafen. Schlafen ist undenkbar. Wenn du Migräne hast, du wachst auf. Du wacht auf. Das Schlimmste ist wirklich, wenn es nachts kommt und du verpasst die Prodromi Phase und du kannst nicht rechtzeitig die Tabletten nehmen, dann wachst du auf, und es ist schon zu spät. Also die Migräne weckt dich auf. Schlafen? Vergiss es!

Julia:
Dann helfen die Medikamente auch nicht?

Elena Groß:
Die Medikamente helfen meistens in der Regel. Helfen Sie wirklich nur, wenn man die Migräne am Anfang erwischt. Ich stelle mir das ein bisschen so vor, wie wenn quasi der Stein einmal ins Rollen gebracht ist. Diese Migräne Mechanismen, die dann losgetreten werden. Dann kannst du sie kaum noch aufhalten. Ein Stein, der runterrollt von dem Berg und so in Fahrt, kommt ist so schnell, dass du quasi kaum noch dich da und dann ist es wirklich schwierig.
Das Wichtige beim Migräne Management ist wirklich, wenn du akut die Attacke bekommst, nehmen, so schnell du kannst, Triptane oder am besten noch mit einem Anti-inflammatory, also antientzündlichen. Dann nach der Attacke kommt dann noch die Erholungsphase und da hast du quasi nochmal die gleichen Symptome, die du vor der Attake hast. Unfassbare Müdigkeit, Schlappheit, Muskelbrennen. Du kannst mir denken, du bist entweder depressiv oder teilweise sind die Leute auch wirklich manisch. Und ja, und dann hast du wieder die Übelkeit und die Sachen. Und genau diese Sachen, das ist Migräne und Migräne, wenn du sie eben chronisch hast, hast du das Problem, dass du die Tabletten nicht mehr nehmen kannst, die Akut Medikamente.

Julia:
Die helfen, dann einfach nicht mehr oder?

Elena Groß:
Die helfen und zum Teil eben schon. Aber du bekommst dann etwas ein bisschen wie eine Abhängigkeit. Einen Medikamenten über Gebrauchs Kopfschmerz. Das heißt, der Körper gewöhnt sich so sehr an diese Substanzen, die den Schmerz dann verhindern. Dass du, wenn du sie nicht nimmst, kriegst du die Schmerzen. Deshalb müsste es eigentlich dauernd nehmen. Und irgendwann wirkt es auch nicht mehr so sehr. Dauerhaft solche potenten Medikamente einnehmen, ist auch nicht gut. Also ist die Regel, wie das auf alle zutrifft, das weiß ich nicht genau. Also nicht alle bekommen die Medikamente über Gebrauchs, Kopfschmerz. Das ist vielleicht ein bisschen so wie die Suchtgene, die man dann vielleicht hat oder Polymorphismen. Aber wenn du nur an zehn Tagen Medikamente nehmen kannst und du hast aber 30 Tage Kopfschmerzen oder Migräne, dann fällst du quasi 20 Tage im Monat aus, und das ist dann grausam.
Ist man damit ja arbeitsunfähig. Genau und was du bei den chronischen Fällen auch noch hast, das habe ich vergessen zu erwähnen. Das nennt sich Allodynie, das haben nicht alle. Allodynie bedeutet, dass dein ganzer Körper nicht nur der Kopf sensitiviert ist, also empfindlich wird, sondern der ganze Körper und Allodynie ist, wenn du etwas anfasst, und es wird schmerzhaft. Also die Leute können keine Klamotten mehr tragen, die wissen nicht mehr, wie sie im Bett liegen sollen, weil alles brennt. Jede Berührung ist richtig unangenehm, und das deutet darauf hin, dass es eigentlich eine neurologische Erkrankung ist und nicht so sehr eine vaskuläre Erkrankung, wie man oft gedacht hat. Wer Migräne hat, der weiß, der Schmerz ist oft pulsierend. Und es ist, was darauf hinweist, dass es schon etwas in der Nähe der Vaskulatur stattfindet. Aber dass die Vaskulatur der Trigger oder die Hauptkomponente ist.

Julia:
Du hast ja jetzt schon ein bissel beschrieben, was Standard of Care ist.
Ja aber Prophylaxe haben wir jetzt noch nicht gemacht.

Elena Groß:
Genau das habe ich jetzt ja genau, Standard oft Care, dass ist was ich vergessen hab zu erwähnen. Es gibt die akute Therapie, und die darf man nur zehn Tage im Monat nehmen. Und bei Migräne gibt es eben auch noch diese Prophylaxe. Prophylaxe bedeutet du nimmst etwas jeden Tag ein, damit die Häufigkeit der Migränen Attacken, runter geht oder heruntergesetzt wird oder deine Schwelle zur Migräne erhöht wird. Was man da nimmt, ist, da man so wenig weiß, leiht man sich quasi von anderen Erkrankungen Medikamente, wo man gemerkt hat, die Migräne wird reduziert bei einigen. Was wir zur Auswahl haben, quasi als Migräne in Medikamenten Option, prophylaktische Option sind Antidepressiva, Antiepileptika oder Blutdrucksenker. Und dann gibt es noch so Dinge wie Kalzium Antagonisten oder sowas. Es sind alles relativ harte Drogen, natürlich mit sehr signifikanten Nebenwirkungen.
Es gibt eigentlich nichts, was jetzt als Medikamenten Option, wo man sagen kann, das ist besonders gut verträglich. Jeder reagiert natürlich ein bisschen unterschiedlich darauf, aber ich persönlich kenne niemanden, der keine Nebenwirkungen hat. Bei den Sachen, und das ist relativ unbefriedigend. Es gibt jetzt noch Medikamente, die entwickelt werden. Die nennen sich CGRP antibodies. CGRP ist ein Neuro Peptid, also ein Signalstoffe im Körper, was Schmerz weiterleitet. Was sie jetzt machen. Aber dieses Peptid gibt es im ganzen Körper, besonders auch im Darm und überall. Was Sie jetzt machen, ist Sie blocken die Wirkung von diesen kleinen Neuropeptid. Und die Wirkung ist so, naja, die Effektivität ist, sagen wir mal, nicht gerade befriedigend. Es tut was. Aber die Nebenwirkungen wissen wir nicht, was es langfristig macht, wenn man so einen Stoff im kompletten Körper einfach blockiert. Was es da noch gibt ist Sachen wie Akupunktur, die man machen kann. Natürlich Q Enzym, Q10 Riboflavin. Sachen, die mitochondriale Funktion unterstützen, was auch wirkt, wenig Nebenwirkungen hat, aber auch nicht die Effektivität ist auch zu gering, als dass man sagen könnte, dass chronische Migräniker hat sein Leben zurück. Also das wäre Standard of care.

Julia:
Gut, dann können wir sozusagen die Überleitung machen. Also du hast schon mehrere Hinweise gegeben. Einerseits, du bist im Natur Artikel auf, in diesem Epilepsie Spezial auf die ketogene Ernährung gestoßen und hast gesagt, dass Antiepileptische Medikamente auch wirken können. Da gibt's ja anscheinend schon vielleicht ähnliche Wirkmechanismen. Ja, vielleicht ja. Ja, und das hat dich dann dazu gebracht zu überlegen. Wenn diese Ernährungsform für Epilepsie wirk, könnte das vielleicht auch bei Migräne wirken.

Elena Groß:
Ja es war doch ein bisschen anders. Ich hatte damals dann schon angefangen, mir so meine eigen Hypothese zu entwickeln. Was ist denn Migräne überhaupt? Und meiner Meinung nach ist es ein Energie Defizit Syndrom im Gehirn. Was bedeutet das, wenn man sich einmal die Trigger Faktoren von Migräne anschaut. Wer Migräne hat oder wer jemanden mit Migräne kennt, der weiß, dass wenn man die Nahrung auslässt, wenn man zu wenig schläft, wenn man Stress hat. Wenn man Alkohol trinkt. Wenn der Wetterumschwung zu einem Tiefdruck Wetter geht oder man altitude auf dem Berg ist oder sowas. All diese Faktoren. Nichts trinken auch. All diese Faktoren können Migräne auslösen, und es ist ein bisschen wie bei diesem Krebs paradox. Man fragt sich Was haben die denn alle gemeinsam? Und eigentlich haben sie eine Sache gemeinsam Sie wirken sich alle negativ auf den sogenannten oxidativen Stress aus. Das heißt all diese Faktoren wirken sich negativ auf unseren Energy, Metabolismus oder Haushalt aus. Und Dinge, die Migräne, vor Migräne schützen wie Q10 oder Riboflavin. Moderater Ausdauersport. Zu viel Sport löst auch wieder Migräne aus. Man kommt also ins Energie, Defizit. Stress, genau die wirken sich eher protektiv auf unseren Energiehaushalt aus. Das ist jetzt mal eine Anekdote, die das unterstützt, dass Migräne eventuell eine Enerdiedefizit Syndrom im Gehrin sein kann. Es gibt da noch andere Studien, die zeigen Bei den Mono Genetischen also der schweren Formen der erblichen Form von Migräne gibt es teilweise ungünstige genetische Varianten oder Mutationen in Glukose Transportern. Es gibt schon Dinge, die unterstützen. Oder “findings” die zeigen, Glucose, Transport oder Glucose Verarbeitung, Verbrennung in den Mitochondrien gestört sein könnte bei Migräne. Wenn man sich jetzt anschaut. Was macht denn die Ketogene Diät? Also einmal Ketonkörper sind Stoffe, die, die quasi den Menschen der Menschheit das Leben gerettet haben, evolutions bedingt, ohne Ketonkörper, wären wir jetzt nicht mehr hier als Spezies. Weil der Körper kann nur bedingt Glucose speichern, also nach ein bis drei Tagen sind unsere Glukose Speicher im Körper leer und das Gehirn und das Herz auch bedingt, können andere, andere Brennstoffe, schlecht verarbeiten zu Energie. Das heißt, die Leber fängt an und stellt den einzig anderen mehr oder weniger einzig anderen Energie, Stoff, Energie Substrat für das Gehirn her. Wenn wir fasten, wenn wir keine Kohlenhydrate zu uns nehmen, und das kann das Gehirn verbrennen. Und jetzt gibt es Studien, die zeigen, dass nicht nur das Ketonkörper eben nicht nur ein anderes Energie Substrat ist, sondern auch noch effektiver sind. Dass sie zu weniger oxidativen Stress führen, dass sie die Erregbarkeit des Gehirns, was auch eine Rolle bei Migräne spielt über Erregbarkeit, dass sie das herabsenken durch verschiedene Mechanismen, die jetzt ein bisschen zu kompliziert sind, vielleicht für diesen Vortrag. Aber dann werden mehr Mitochondrien, also die Kraftstoffe in unseren Zellen, davon werden mehr gebaut. Also auch wieder mehr und besser Energie produzieren. Und das waren so die Mechanismen, die bei der Ketogenen Diät, über die ich gelesen haben, die bei Migräne relevant sein könnten. Und deshalb bin ich dann zu der Idee gekommen. Energie, Defizit, Syndrom, aber auch die anderen Dinge, die wir über Migräne wissen wie Übererregbarkeit, dass wir oder Entzündungen Ketonkörper senken die Entzündung herab, ist sicherlich auch eine wichtige Komponente. All diese Dinge können wir mit Ketonkörpern positiv, eventuell positiv beeinflussen. Und Migräne, ich habe jetzt noch nicht so viel davon erzählt, was wir darüber wissen. Aber es ist definitiv eine Multi Gene Erkrankung. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass bei unserem Normal Migräniker, also nicht den wirklich seltenen Ausnahmen die eine Mutation in der DNA haben, dass irgendein Protein, nicht ein, sagen wir mal ein Protein im Gehirn nicht gut gebaut wird. Wenn man die nicht hat, dann hat man wahrscheinlich ganz viele ganz kleine ungünstige genetische Varianten in verschiedenen Stellen, die sich addieren oder multiplizieren, vielleicht sogar, die dann zum Erscheinungsbild Migräne führen. Und das ist bei jedem anders. Keiner hat wahrscheinlich die gleiche Migräne. Alles hat nicht die gleiche Ursache, nicht die gleichen Trigger Faktoren. Es fühlt sich auch nicht gleich an! Das Schöne bei diesen Ketonkörpern ist, dass sie so viele verschiedene pathways beeinflussen. Das wir vielleicht eine Therapie haben, eine Therapie vielleicht mehr oder weniger. Die so viele verschiedene Mechanismen beeinflussen kann. Ich meine Ketonkörper, wir haben es jetzt gerade gehört. Es gibt keine Erkrankung, die ich mir vorstellen kann, fast keine, wo Ketonkörper, nicht positiv auf irgendwie positive bewirken können.

Julia:
Alleine ja Entzündungshemmung.

Elena Groß:
Genau so, wie wir im Moment leben, so sind wir wahrscheinlich für unsere heutige Ernährung. Dafür sind wahrscheinlich 60 Prozent, würde ich mal sagen. Mindestens der Bevölkerung sind dafür nicht gemacht. Wir sind dafür gemacht, dass wir auch mal Hunger Phasen haben und uns eben auch mal voll fressen, mit viel Fett und Proteinen und vielleicht auch mal einem Apfel, aber eher weniger, eher weniger Kohlenhydraten. Und deshalb kommt unser, kam unser Körper immer mal wieder zumindest in diese Ketose und Ketose. Das Gehirn verbrennt sehr gerne Ketone. Im Vergleich zu Glukose. Und es könnte sein, dass viele dieser Zivilisationskrankheiten und Migräne könnte dazu gehören davon negativ beeinflusst sind. Und dann kommen die anderen, ungünstigen genetischen Varianten zum Tragen, die vielleicht anders nicht wirklich zum Tragen kämen. Und das war jetzt so die Vorgeschichte, wie ich dazu gekommen bin. Ich habe dann angefangen, mit der ketogen Diät zu experimentieren, und was ich am Anfang nicht gewusst habe, zum Beispiel Protein, kann in Glukose umgewandelt werden. Also wenn du zu viel Protein isst, was nicht in Eiweiße oder sonst irgendwo eingebaut wirst du kommst aus der Ketose raus. Ich habe so viele Nüsse gegessen. Also ohne dass man das jetzt mal so ein bisschen am Anfang ausrechnen, wird es schwierig. Dann muss man vorsichtig sein mit Alkohol und auch Nüsse. Ich meine, es ist so einfach eine gesalzene Nüsse, weil man die Packung aufmacht, plötzlich ist sie leer. Und dann sind es halt auch Kohlenhydrate, die sich addieren. Und teilweise muss man wirklich auch aufpassen mit dem Gemüse.
Es gibt nicht alle, die unlimitiert Gemüse essen kann. Ich vermute, auch bei Krankheiten wie Epilepsie oder auch schwerer Migräne ist es schon wichtig, dass du einen Spiegel im höheren Bereich erreichtst, also Ketonkörperspiegel.

Julia:
Also nicht so, wie man es halt oft, wenn man jetzt ist, einfach aus allgemeinen gesundheitlichen Gründen machen möchtest, wo du sagst ja Hauptsache mal 0,5 und das reicht ja vielleicht auch mal aus und dann wieder raus und wieder ein.

Elena Groß:
Das ist dann auch egal.
Aber es könnte durchaus sein, dass auf jeden Fall bei den chronischen Migränepatienten. Einen großen Teil vom Metabolismus im Gehirn, vom Energiebedarf des Gehirns durch Ketonkörper decken muss. Um das zu machen, wenn man so überlegt, wenn man sagt so ungefähr einen Millimol im Blut von Ketonkörpern, zehn Prozent vom Energiebedarf im Gehirn. Ein Millimol und überlege Maximal kannst du 60 bis 80 Prozent durch Ketonkörper decken, das ist das Maximum.
Also, wenn du jetzt 50 Prozent decken wollen, müsstest, wären das fünf Millimol.
Das schafft man ja kaum. Zum Glück ist es wahrscheinlich bei den meisten nicht der Fall. Aber bei den ganz schlimmen Fällen könnte es der Fall sein. Das sind jetzt alles Hypothesen. Dazu gibt es noch keine Studien.

Julia:
In deinen persönlichen Erfahrung?

Elena Groß:
Also ich muss über eins, eins muss ich sein, sonst bin ich sehr anfällig. Das heißt dann nicht immer, dass ich dann, auch wenn ich darunter gleich, Migräne bekomme. Aber wenn ich dann noch wenig schlafe, was trinke, einfach mal lebe. Dann ist die Migräne da. Es ist ja immer Migräne, ist immer eine Sache der Schwelle. Je höher die Ketose, desto weniger, weniger wahrscheinlich oder desto schwieriger wird es, Migräne auszulösen. Und ich habe das auch schon so probiert, dass ich gesagt habe, ich faste jetzt mal eine Woche, und nach einer Woche Fasten war es mir unmöglich, Migräne auszulösen. Also, ich habe zwei Flaschen Wein getrunken und nicht geschlafen. Das ist teilweise reichen ein, zwei Gläser, und die Migräne kommt und dann noch keinen Schlaf. Das löst Migräne immer aus. Es war unmöglich,

Julia:
Wie viel Millimol hast du gehabt?

Elena Groß:
Das habe ich damals leider noch nicht messen können. Das ist schade. Aber nach einer Woche Fasten ist das sicherlich um die vier. Jetzt komme ich ja genau. Nach drei, vier Tagen Fasten komme ich schon so in die drei. Und ja, das würde ja für die Theorie auch sprechen.

Julia:
In deiner Erfahrung, hättest du das bemerkt? Irgendwie ob, sozusagen die Toleranz besser wird. Wie soll ich das sagen? Kommst du weniger leicht, bekommst du weniger leicht Migräne als vorher, auch wenn du jetzt vielleicht nicht so dich nicht zu streng an die ketogene Ernährung hälst. Weisst du was ich meine?

Elena Groß:
Ich weiß, was du meinst. Ich hab genau das erhofft. Weil man ja teilweise auch sieht, dass die Genexpression Veränderung auch langfristig teilweise noch länger bleiben als die eigentliche Therapie. Aber ich muss sagen, bei mir ist es leider nicht. Ich hab noch was vergessen. Vielleicht kann ich das noch schnell einfügen, bei den Fehlern, die man machen kann. Worauf man unbedingt achten muss, ist genug zu trinken und auch auf jeden Fall genug Salz zu essen, und zwar zu salzen, zählt nicht, wie ich fälschlicherweise sehr lange geglaubt habe, unser Tafelsalz. Das ist nicht genug, da es nur quasi Natriumchlorid drin. Und wir brauchen eben noch andere Mineralien, von denen man oft nicht genug bekommt, und besonders auch bei relativ strenger ketogener Diät, die wahrscheinlich nicht genug bekommen. Magnesium ist sehr wichtig z.B. Vitamin D ist auch immer gut und dann noch schauen, dass man Protein nicht zu viel ist. Ein Gramm pro Kilogramm reicht wahrscheinlich vollkommen aus. Mit den Nüssen aufpassen. Manche Leute vertragen auch Milchprodukte nicht so gut bei Migräne. Wenn man einfach mal einen Monat weglassen und schauen, ob die Migräne abnimmt. Allein das kann schon helfen, da ist noch Kasein in der Milch, dass das noch irgendwas auslöst bei Manchen. Gluten ist sowieso weg bei ketogener Diät. Genau das wollte ich noch kurz erwähnen.
Und bei Frauen.

Julia:
Genau, was vielleicht noch wichtig ist, wo wir auch schon drüber gesprochen haben.

Elena Groß:
Genau. Genau. Migräniker sind häufig Frauen. Und genau da gibt es eben auch Unterschiede. Die ich selber bemerkt habe, aber auch andere Patienten mir erzählen. Es gibt ja viele, beobachten das um die Tage herum, wenn Östrogen wirklich sinkt. Da die Migräne besonders schlimm ist, was bei mir der Fall, ist bei vielen anderen der Fall. Und interessanterweise bin ich jetzt gerade auf Informationen gestoßen oder Studien gestoßen, die zeigen, dass, wenn das Östrogen runtergeht. Wenn es runtergeht, steigt der Stresslevel. Cortisol steigt. Cortisol ist dafür verantwortlich, dass die Glukoneogenese angekurbelt wird. Was heißt der Zuckerspiegel steigt. Ohne dass ich etwas an meiner Ernährung geändert habe. Die Ketose war weg, komplett weg. Ich war komplett aus der Ketose raus, was dann natürlich wieder bewirkt, dass ich kein Zucker oder keine Energie im Kopf ab und Migräne bekomme. Und gerade um die Zeit ist es wohl auch so, dass Insulinresistenz nochmal zunimmt. Wir sind weniger sensitiv zu Insulin. Wir haben weder Ketonkörper noch kriegen richtig Glukose in die Zellen, und das macht dann natürlich “Worst Case”. Dann kommt es zu der Heißhungerattacke. Gerade in der Situation ist es wirklich angebracht, dann auch exogene ketogen Substanzen zu sich zu nehmen. Und das sind so Sachen wie Ketonkörper Salze, die jetzt in Europa noch nicht, noch nicht verfügbar sind. Aber wir arbeiten dran. Vielleicht gibt es bald ein Präparat, das man auch in Europa kaufen kann. Aber was man auch nehmen kann, ist MCT Öl, wenn man das verträgt. MCT Öl sind diese Mittekettigen Fettsäuren die von der Leber. Egal, was man isst, direkt in Ketonkörper umgewandelt werden. Die können nicht sehr anders metabolisiert werden. Das heißt du hast relativ schnelle Energie. Ketonkörper Energie.

Julia:
Da ist besonders gut, die C8 oder?

Elena Groß:
Genau die C8 da gibt's Studien die sagen C8 ist noch besser als die C10. Wenn man das reine C8 kriegen kann. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch viel teurer. Und wie viel besser das dann ist, wenn man mit MCT ist es auch in Ordnung. Und gute Erfahrungen, C8 und C10 Mischung ist auch ok Kokosnuss ÖL reicht alleine nicht. Kokosnuss alleine das geht nicht. Genau das wäre jetzt auch so ein Tipp. Und was mein Forschungsprojekt jetzt ist, das wir wollen, das wir systematisch bei Migränikern, untersuchen, helfen, Ketonkörper als Migräne Prophylaxe. Um das zu machen haben wir uns jetzt gegen die Ketoge Diät entschieden. Viele Gründe dagegen. Es ist schwierig zu Placebo kontrolliert ist auch schwer. Goldstandard ist immer Placebo kontrolliert Randomisiert doppelt blind oder auch schon fast unmöglich. Und dann ist es schwierig zu sagen wie viel Ketonkörper produziert denn die Leber, von dem einen jetzt und die Leber vom anderen vielleicht viel weniger. Und jeder reagiert auf das, was er isst. So unterschiedlich. Die Fette, die man isst, dass es fast unmöglich ist, das zu standardisieren.

Julia:
Und der Effekt, du weißt es nicht, ist es nun von den Ketonkörper, oder ist es nur, weil man Gluten weg lässt oder was auch immer.

Elena Groß:
Oder Milch oder vielleicht mehr Fett oder vielleicht mehr Protein oder weniger Protein oder Genau, und dann hast du immer diese Abwesenheit oder die drastische Reduktion von Glukose dann hast du stabilen Blutzucker. All diese Effekte. Man kann nicht wirklich schauen. Was macht jetzt wirklich die Anwesenheit von Ketonkörpern? Wir untersuchen verschiedene Parameter wie z.B. Fett Metabolismus, Glukose Metabolismus, wie schauen uns Zytokine an. Diese ganzen Marker für Entzündungen, genau Genexpression, Veränderungen im kompletten Genom. Wir schauen genetische Grundlagen an. Gibt es vielleicht eine bestimmte genetische Grundlage, die man die erklärt, wer auf die Behandlung anspricht und wer nicht? Es werden sicher nicht alle. Das ginbt’s nie schwarz oder weiß. Es wird sicherlich nicht für Alle funktionieren. Da kann man ein bisschen anschauen.

Julia:
Und ihr benutzt jetzt bewusst Keton Salze?

Elena Groß:
Genau wir benutzen bewusst Ketogen Salze, Magnesium, Kalzium, Salze. Und da können wir genau sagen Alle nehmen dreimal am Tag so und so viel Gramm. Das führt zu einer Pharmakologie. Der Anstieg ist so und so hoch. Das gibt hoffentlich vielleicht ein paar Aussagen auch über Mechanismen von Ketonkörpern. Und eben allen das Gleiche geben. Das startet im Mai, jetzt in drei Wochen. Jetzt, wo wir endlich Geld haben, kann es losgehen. Ich bin gespannt, ob es wirklich was hilft.
Ja, genau. Und Frauen bisher die Forschung, das wollte ich ja noch kurz sagen. Die Forschung bisher, auch an Mäusen. Es sind meistens männliche Mäuse und meistens auch männliche Ketoforscher zu einem großen Teil. Und ich glaube eben, dass Hormone definitiv eine Rolle spielen bei der Ketonkörper Produktion. Was wir eben schon gesagt haben, ist das Östrogen sinkt. Aber es sind sicherlich auch noch andere Mechanismen, die bei Frauen anders sind, die es Frauen auch teilweise vielleicht auch etwas schwieriger macht, so strenge Ketogene Diät einzuhalten, weil sie vielleicht keine Ketonkörper produzieren. Während der Tage und dann hast du weder Glucose noch Ketonkörper ist auch schlecht. Das ist ungünstig. Und auch das wird wahrscheinlich bei jedem unterschiedlich sein.

Julia:
Mit deiner Studie, nehmt ihr beide Geschlechter?

Elena Groß:
Genau wir nehmen beide Geschlechter. Da kann man dann auch nochmal inter group analysis oder so was machen und schauen. Männer, Frauen, wirkt es unterschiedlich. Wie sprechen die an auf Ketonkörper? Was passiert mit oxidativen Stress? Das machen wir auch noch. 90 Teilnehmer können an der Studie teilnehmen. 2 Haben wir schon,also noch 88. Mal schauen, wie es nach dem Wochenende ist, haben wir wahrscheinlich schon. Viele haben jetzt gerade angefangen mit der Rekrutierung. Die müssen auch alle nach Basel kommen acht Monate. Drei Monate Intervention, einen Monat Baseline. Da beobachten wir nur, wie es mit den Migräbetagen. Fünf bis 14 Migräne Tage wollen wir haben, also noch nicht chronisch, aber schon mittel schwer betroffen. Genau. Und dann gibt's noch zwei Monate Follow Up. Da passiert dann eigentlich nichts mehr. Schauen wir überleben sie.
Toll da, was auf dem Gebiet passiert. Bin schon sehr gespannt. Wahrscheinlich wird es mindestens zwei Jahre dauern.
Hoffentlich sind wir in zwei Jahren durch. Bis es publiziert wird, bis dann die Studie, die Statistik durch ist. Vielleicht flüster ich dir dann vorher schon was ins Ohr.

Julia:
Liebe Elena vielen lieben Dank für deine Zeit.

Elena Groß:
Sehr gerne. Ich hoffe es hilft vielleicht ein paar Zuhörern.

Julia:
Das sind ganz Viele, die das betrifft. Und ich bin mir sicher, dass sehr viele fleißig mitgeschrieben haben und vielleicht der ein oder andere vielleicht bei deiner Studie teilnehmen kann, wenn jemand, also weil wir haben auch viele in der Schweiz.

Elena Groß:
Die können sich auch melden die Studie heißt MigraKet. Also von Migräne und Ket von von Ketonkörper und die E-Mail-Adresse ist [email protected]
Danke Julia hat mich gefreut, jederzeit wieder.

Julia:
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Kurze Zusammenfassung

Migräne ist nicht nur einfach “Kopfschmerz”! Migräne ist eine schwerwiegende, neurologische Erkrankung mit dramatischen Folgen für die Betroffenen. Übelkeit, extreme Lichtempfindlichkeit, erhöhte Reizempfindlichkeit die das Tragen von Kleidung oft unerträglich macht, neurologische Ausfälle und Kopfschmerz, all das und mehr ist Migräne. Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt und bieten keine wirkliche Heilung. Abschwächung oder Milderung der Symptome sind nur teilweise möglich und die verwendeten Medikamente kommen mit teilweise massiven Nebenwirkungen.
Mein heutiger Gast ist Elena Gross. Sie hält einen Master der University of Oxford in Neurowissenschaften und einen Bachelor in Psychologie. Sie leidet nicht nur selbst seit der Pubertät an Migräne, sondern ist auch direkt in der Migräneforschung involviert. Mehr über ihr aktuelles Projekt findest Du unter: MigraKet:Energie für das Gehirn – eine klinische Studie für eine neuartige Migränetherapie

PhD candidate in clinical research, University of Basel
MSc in Neuroscience, University of Oxford
BSc in Psychology, University of York

Unter anderem in dieser Folge

  • Was man eigentlich unter Migräne versteht
  • Was Migräne und Epilepsie gemeinsam haben
  • Wieso eine ketogene Ernährung bei Migräne helfen kann
  • Aktuelle Forschungsprojekte zum Thema Migräne und Migräneprävention durch Ketone
  • Welche Erfahrungen Elena selbst mit der ketogenen Ernährung und ihrer Migräne gemacht hat

MigraKet:Energie für das Gehirn – eine klinische Studie für eine neuartige Migränetherapie

Sicherheit und Wirksamkeit von exogenen Ketonkörpern als Migräneprophylaxe (MigraKet): Eine randomisierte, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Studie
Ca. eine Milliarde Menschen sind weltweit von Migräne betroffen und dennoch gibt es bisher wenige Behandlungsmöglichkeiten.
Studienergebnisse weisen darauf hin, dass Veränderungen im Energiemetabolismus eine Rolle bei Migräne spielen könnten. Ketonkörpern (KK) sind körpereigene alternative Energieträger. Unsere klinische Studie untersucht den therapeutischen Nutzen von KK als Nahrungsergänzung bei 60-90 erwachsenen Migränikern (5-14 Migräne-Tage im Monat) am Universitätsspital Basel. Die gesamte Studiendauer beträgt ca. 6 Monate, bestehend aus: 4 Wochen Baseline, 12 Wochen Intervention mit KK Pulver oder Placebo und 8 Wochen Follow-up. Der primäre Endpunkt ist die Veränderung der Migränetage am Ende der Intervention im Vergleich zur Baseline-Periode. Des weiteren werden Genexpressionsveränderungen, Veränderungen im Fett-, Glucose- und Proteinmetabolismus, Entzündungswerten und Lebensqualität untersucht.
Zurzeit rekrutieren wir Patienten.

Mehr Informationen zur Studie bekommen Sie unter: [email protected] und YouTube.

Safety, tolerability and efficacy of exogenous ketone bodies for preventive treatment of migraine (MigraKet): A randomised, placebo-controlled, double-blind study
Approx. one billion people are suffering from migraine worldwide and yet, therapeutic options are still very limited. Research suggests that changes in energy metabolism could be part of migraine pathophysiology. Ketone bodies (KB) are endogenous alternative energy substrates. Our clinical trial assesses the efficacy and safety of KB supplements in 60-90 adult migraineurs (5-14 migraine days / months) at the University Hospital Basel. The total duration of the trial is approx. 6 months, consisting of 4 weeks baseline, 12 weeks intervention with KB powder or matched placebo and 8 weeks follow-up. The primary endpoint is the change in migraine days at the end of intervention compared to baseline. Additionally, changes in gene expression, fat-, protein- and glucose metabolism, inflammatory markers and quality of life will be examined.
We are currently recruiting.
More information on study can be found under: [email protected] und YouTube.

Webseiten

Mag. Julia Tulipan

Über den Autor

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Master of Science in klinischer Ernährungsmedizin. Sie ist Speakerin, Dozentin und Best Seller Autorin ("Keto Kompass") und schreibt für verschiedene Magazine (u.a. Super You)sowie für ihr eigenes Blog JuliaTulipan.com vor allem zu den Themen ketogene und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Keto-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

Mag. Julia Tulipan

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