Keine Angst vor Omega-3 Fisch Öl

Oktober 31 / Blog, Studien / von Mag. Julia Tulipan

Entwarnung – Fischöl verursacht KEINEN Prostatakrebs

Bereits am 10. Juli 2013 wurde vorab im Journal of the National Cancer Institute (JNCI) eine Studie von Brasky et al. veröffentlicht mit dem Titel „Plasma Phospholipid Fatty Acids and Prostate Cancer Risk in the SELECT Trial“. Diese Studie und die von den Autoren gezogenen Schlüsse haben zu einiger Verwirrung geführt hat und vor allem in den Massenmedien zu unnötiger Panik.

Ich möchte vorerst kurz auf die Details der Studie eingehen und danach die Kritikpunkte besprechen.

Studien Details:

  • 2200 Männer aus USA, Kanada und Puerto Rico, über 55 Jahre und bereits an Prostatakrebs erkrankt
  • Teil einer anderen Studie, die den Einfluss von Vitamin E und Selen auf die Entstehung von Prostatakrebs untersuchen sollte.
  • Zu Beginn der Studie wurde bei den Studienteilnehmern die Omega-3 Fettsäuren DHA, EPA und DPA im Serum gemessen
  • Die Studie ist eine sog. Epidemiologische Studie – in einer solchen Studie werden zahlreiche Faktoren erhoben und ermittelt ob gewisse Faktoren gemeinsam auftreten also assoziiert sind. Diese Studien sind wichtig um mögliche Zusammenhänge erkennen zu können und entsprechende Hypothesen formulieren zu können. Diese Hypothesen müssen dann in kontrollierten Studien überprüft werden.

Kritik:

  • Die Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Studie bereits an Prostatakrebs erkrankt
  • Die Omega-3 Werte wurden nur einmal (zum Beginn der Studie) erhoben. Wir haben keine Information wie sie sich im Laufe der Zeit entwickelt haben
  • Die Tatsache, dass zwei Ergebnisse korrelieren, heißt nicht, dass das eine Ergebnis das andere verursacht. Hier kann ein Zusammenhang bestehen, muss aber nicht. Schlussfolgerungen, dass ein Ergebnis das andere verursacht sind nicht möglich (siehe auch mein Erklärung im Blog hier)
  • Wir wissen nicht warum die Männer einen erhöhten Omega 3 Status haben. Es gibt keine Information was die Teilnehmer einnahmen, seit wann oder ob überhaupt supplementiert wurde. Genauso gut könnte es sein, dass die Männer erst nach der Diagnose mit der Einnahme von Omega-3 Nahrungsergänzungsmitteln begonnen haben oder einfach nur die Ernährung umgestellt haben.
  • Professor Bill Harris (Sanford School of Medicine der University of South Dakota, USA), einer der führenden Omega-3 Forscher, verglich die Werte aus der Studie mit seinen eigenen und denen anderer großer Studien und kam zu dem Schluss dass die gemessenen Werte eigentlich recht niedrig sind.
  • Andere epidemiologische Studien kommen zu einem genau gegenteiligen Ergebnis. Männer aus Ländern in denen viel Fisch konsumiert wird und die höhere Omega-3 Werte im Blut aufweisen, haben ein deutlich reduziertes Risiko an Prostatakrebs zu erkranken .

Fazit:

Es gibt keinen Grund fetten Fisch oder Omega-3 Nahrungsergänzungsmittel zu meiden. Wie auch in allen anderen Bereichen sollte Qualität an oberster Stelle stehen und „echtes“ Essen ist einem Nahrungsergänzungsmittel sicherlich immer vorzuziehen.

Mag. Julia Tulipan

Über den Autor

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Master of Science in klinischer Ernährungsmedizin. Sie ist Speakerin, Dozentin und Best Seller Autorin ("Keto Kompass") und schreibt für verschiedene Magazine (u.a. Super You)sowie für ihr eigenes Blog JuliaTulipan.com vor allem zu den Themen ketogene und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Keto-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

Mag. Julia Tulipan

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