Hautausschlag durch ketogene Ernährung?

Du hast dich voller Enthusiasmus in diese neue Ernährungsform gestürzt. Dir geht es gut und du hast so viel Energie wie noch nie in deinem Leben und dann das, ein juckender Hautausschlag. Im Gesicht, am Hals, auf der Brust und am Rücken.

Keine Angst, das ist eine sehr selten vorkommende Reaktion auf die Ernährungsumstellung und es gibt schnelle Hilfe dagegen. Das Phänomen nenn sich Keto-Ausschlag oder auch Keto-Rash. 

In diesem Artikel erkläre ich dir warum manchen Menschen mit diesem Ausschlag auf Keto reagieren und was du dagegen Keto-Rash tun kannst.  

Allergic rash on the skin. Woman with dermatology problem on back skin

Was ist der Keto-Rash oder Keto-Ausschlag

Du fragst dich vielleicht, warum die Keto-Diät bei dir Juckreiz verursacht? Genau das erkläre ich dir jetzt.

Der Keto-Ausschlag ist eine ziemlich seltene entzündliche Hauterkrankung. Der wissenschaftliche Begriff dafür lautet Prurigo pigmentosa [i]. Hört sich komisch an. Ist es auch.

Dieser Begriff wurde erstmals 1971 von einem japanischen Dermatologen beschrieben. Der Keto-Ausschlag zeigt sich als juckende und erhabene Hautläsionen. Die Farbe der Beulen variiert in der Regel von hellrosa über rot bis braun.

Die eigentliche Ursache des Keto-Ausschlags ist nicht bekannt, da es an wissenschaftlichen Untersuchungen zur Prurigo pigmentosa mangelt. Das macht es schwieriger, die genaue Ursache und Behandlung zu bestimmen.

Es gibt zwar nicht genug Forschung zum Thema Keto-Ausschlag, aber es ist unwahrscheinlich, dass er in irgendeiner Weise gefährlich für das menschliche Leben ist.

Ketose und längere Fastenperioden scheinen die Hauptauslöser zu sein.

Was sind typische Symptome von Keto-Rash

Ein Keto-Ausschlag sieht einem Ekzem oder einer Dermatitis sehr ähnlich. Er juckt, ist lästig und führt zu erhabenen Hautbeulen, deren Farbe von hellrosa bis braun reicht. Obwohl der Ausschlag unangenehm und sogar peinlich ist, ist er nicht lebensbedrohlich.

Typischerweise tritt der Keto-Ausschlag an Armen, Hals, Brust, Rücken und Achselhöhlen auf. Der Ausschlag neigt dazu, auf beiden Seiten des Körpers symmetrisch zu verlaufen. Wenn sich der Ausschlag in der Endphase befindet, kann er wie dunkle Flecken oder Sommersprossen aussehen.

Dabei handelt es sich um eine Hyperpigmentierung, die noch lange nach Abklingen des Ausschlags anhalten kann. Normalerweise ist der Keto-Ausschlag vorübergehend und verschwindet innerhalb weniger Wochen. Ein kleiner Prozentsatz der Menschen neigt dazu, ihn jedes Mal zu bekommen, wenn sie in die Ketose kommen.

Wodurch wir der Keto-Ausschlag ausgelöst?

Es gibt zwar keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise dafür, warum dieser Ausschlag auftritt, aber einige Untersuchungen haben einen Zusammenhang zwischen Prurigo pigmentosa und Ketose und exzessivem Fasten festgestellt [i].

Die genaue Ursache für den Keto-Ausschlag ist, wie gesagt, wissenschaftlich noch nicht 100% geklärt, es gibt jedoch einige Hypothesen und Erklärungsansätze. Glücklicherweise stellt er keine unmittelbare Bedrohung für deine Gesundheit dar und es gibt einige Maßnahmen, die du umsetzten kannst.

Enzymmangel

Hast du dich lange Zeit fettarm ernährt, dann beginnt der Körper an Enzymen einzusparen, die für die Fettverdauung notwendig sind. Ein anderer Grund kann auch ein Problem mit der Bauchspeicheldrüse sein. Mit zunehmender Insulinresistenz kann auch die Bauchspeicheldrüse verfetten und generell ihre Funktionsfähigkeit verlieren.

Vitamin Mängel

Im Gegensatz zu dem was gerne kommuniziert wird, sind Vitamin- und Mineralstoffmängel durchaus weitverbreitet und evident. Alle 4 Jahre wird im Rahmen der Nationalen Verzehrstudie auch der Versorgungsstatus von Mikronährstoffen erhoben. Große Teile der Bevölkerung, vor allem aber die Kinder und die Senioren, weisen Mängel an Eisen, Jod, Zink, Kalzium, Vitamin D und Selen auf. Gerade mit steigender Popularität von veganer und vegetarischer Ernährung werden die B-Vitamine zur Mangelware.

Liegen bereits latente Vitamin B6 und Vitamin B12 Mängel vor, dann können die, beim Umstieg auf eine fettreiche Ernährung, sichtbar werden, denn die Fettverdauung benötigt genau diese Vitamine.

Gallensäuremangel

Die Galle wird benötigt, um Fett richtig zu verdauen. Probleme mit der Gallenblase bzw. dem Gallenfluss sind häufig mit juckenden Hautausschlägen verbunden [i].

Giftstoffe reizen die Haut

Ihr Körper speichert Giftstoffe im Fettgewebe[ii]. Und wenn du mit der ketogenen Diät beginnst, werden Fette aus deinen Fettspeicher abgebaut und freigesetzt. Dadurch können diese Giftstoffe in den Blutkreislauf gelange. Giftstoffe werden über die Leber löslich gemacht und über Schweiß, Harn und Stuhl ausgeschieden. Das kann zu unangenehmen Körpergeruch führen, aber auch zu Pickel und Ausschlägen.

Was tun bei Keto-Rash

Es gibt ein paar einfache Tricks und Maßnahmen, die schnell Erleichterung schaffen sollten. Halten die Symptome an, dann solltest du immer einen Hautarzt aufsuchen und andere Ursachen abklären lassen. 

Unterstützung der Verdauung durch Enzympräparate und Bitterstoffe

Viele Menschen leiden unbemerkt an einem Enzymmangel. Dies kann sich zum Beispiel in Form von Sodbrennen oder faulig riechenden Blähungen äußern. Verdauungsenzyme werden aus der Papaya oder Ananas gewonnen. Die Einnahme von Verdauungsenzymen ist sicher und kann sehr schnell Abhilfe schaffen. Auch Gallensalze können ergänzend eingenommen werden.

Vitamin Defizite ausgleichen

Vitamin- und Mineralstoffdefizite sind nicht ungewöhnlich und können durch Ernährungsumstellung und verstärkte Entgiftung manifest werden. Folgende Mikronährstoffe können bei Keto-Ausschlag von Bedeutung sein.

  • Magnesium
  • Omega 3
  • Vitamin D + K2
  • B- Vitamine
  • Zink

Unterstützung der Leber bei der Entgiftung

Die Leber kann mit Leberwickel und Mariendistelextrakt unterstützt werden. Saunagänge helfen ebenso. Freiwerdende Gifte können auch im Darm gut mit Aktivkohle gebunden werden. Das hilft auch beim sogenannten „die off“. Sterben Pilze wie Candida oder andere schlechte Bakterien im Darm ab, dann werden dadurch Giftstoffe frei, die ebenfalls zu Problemen führen können. Akne, übler Körpergeruch, Kopfschmerz sind hier häufig.



[i] Murao, K., et al. "Prurigo pigmentosa associated with ketosis." British Journal of Dermatology 134.2 (1996): 379-381.

[i] Oh, Y. J., and M‐H. Lee. "Prurigo pigmentosa: a clinicopathologic study of 16 cases." Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 26.9 (2012): 1149-1153.

[i] Kremer, Andreas E., et al. "Serum autotaxin is increased in pruritus of cholestasis, but not of other origin, and responds to therapeutic interventions." Hepatology 56.4 (2012): 1391-1400.

[ii] La Merrill, Michele, et al. "Toxicological function of adipose tissue: focus on persistent organic pollutants." Environmental health perspectives 121.2 (2013): 162-169.

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