L-Glutamin ist eine Aminosäure. Sie gehört zu den bedingt essentiellen Aminosäuren. Das bedeutet, wir können sie selber synthetisieren,  unter bestimmten Umständen – wie Erkrankung, Trauma oder starke körperliche Belastung – reicht die Eigensynthese nicht aus und die externe Zufuhr wird notwendig.

Funktion im Körper

L-Glutamin wird aus Glutamat und Ammonium (NH3) synthetisiert. Glutamin ist die häufigste freie Aminosäure im menschlichen Körper. Ungefähr 90% des körpereigenen Glutamins wird in den Muskelzellen synthetisiert. Den größten Bedarf an L-Glutamin haben die Zellen des Darmtrakts, die Nierenzellen und die Zellen des Immunsystems[1].

Weitere Funktionen sind:

  • Proteinsynthese, wie alle Aminosäuren
  • Regulation es Säure-Basen Haushaltes, durch Produktion von Ammonium in der Niere
  • Energiesubstrat für Lymphozyten und Darmzellen
  • Präkursor für das wichtigste körpereigene Antioxidans, Glutathion
  • Stickstoff-Donor für viele anabole Prozesse
  • Kohlestoff-Donor für den Citrat-Zyklus[2]

L-Glutamin spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau und bei der Erhaltung von Zellsystemen.

L-Glutamin als Nahrungsergänzungsmittel

Sport

Glutamin wirkt dem ermüdenden Effekt von sportinduzierter Erhöhung von Ammonium im Blut entgegen[3]. Eine ausreichende Versorgung mit L-Glutamin wirkt dem Muskelabbau entgegen und verzögert die Ermüdung der Muskulatur.

Dosierungsempfehlung: 5 g pro Tag; am besten in der Früh oder vor und nach dem Training

Verletzung/ Trauma

Bei schweren Verletzungen, Verbrennungen oder Operationen wird ein erniedrigter Glutamin-Spiegel beobachtet. Reicht die Eigensynthese nicht aus, muss supplementiert werden[4].

Dosierungsempfehlung: 15 – 40 g/ Tag

Leaky-gut

Zellen mit hohen Teilungsraten, wie die Zellen des Immunsystems und die Mucosazellen des Dünndarms, sind auf eine ausreichende Versorgung mit der Aminosäure Glutamin angewiesen. Außerdem ist L-Glutamin als Präkursor der Glutathion- Biosynthese eine zentrale Komponente zur Erhaltung des antioxidativen Status. Eine Supplementierung mit Glutamin unterstützt die Heilung der Darmmucosa und verbessert die Barrierefunktion des Darms[5] [6]. Eine ausgezeichnete natürliche Quelle für Glutamin ist Knochenbrühe. Ein einfaches Rezept für Rinderknochensuppe findest du hier.

Dosierungsempfehlung: 1500 mg/ Tag

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More Information

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[1] Brosnan, John T. (June 2003). „Interorgan amino acid transport and its regulation“. J. Nutr. 133 (6 Suppl 1): 2068S–2072S.

[2] Yuneva, M.; et. al.  (2007). „Deficiency in glutamine but not glucose induces MYC-dependent apoptosis in human cells“. The Journal of Cell Biology 178 (1): 93–105.

[3] Bassini-Cameron, Adriana, et al. „Glutamine protects against increases in blood ammonia in football players in an exercise intensity-dependent way.“ British journal of sports medicine 42.4 (2008): 260-266

[4] „Glutamine“. Medical Reference Guide. University of Maryland Medical Center. 2011-05-24. Archived from the original on 2009-12-09. Retrieved 2014-03-03.

[5] Brenna JT. 2002. Efficiency of conversion of alpha-linolenic acid to long chain n−3 fatty acids in man. Curr Opin Clin Nutr Metab Care.[5:12]7–32.

[6] Sukhotnik I, Khateeb K, Mogilner JG,et al: Dietary glutamine supplementation prevents mucosal injury and modulates intestinal epithelial restitution following ischemia-reperfusion injury in the rat. Dig Dis Sci. 2007 Jun;52(6):1497-504.

  • Sehr interessant! Immer wieder spannend, für was einzelne Substanzen so alles gut sind. Julia Ross nutzt L-Glutamin als Ergänzung auch bei Patienten, die den Blutzuckerspiegel noch nicht im Griff haben bzw. aus dem gleichen Grund auch bei Alkoholentzug. Liebe Grüße, Nadja

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