Die Pantothensäure, auch als Vitamin B5 bezeichnet, gehört zur Gruppe der B-Vitamine. Die Pantothensäure gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Der Name leitet sich von dem griechischen Wort pantothen ab, was so viel bedeutet wie, „von überall“. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Tatsache, dass Pantothensäure, zumindest in kleinen Mengen, in beinahe jedem Nahrungsmittel zu finden ist.
Funktion im Körper
Pantothensäure dient zur Synthese von Coenzym A. Das Coenzym-A-Molekül setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: dazu gehören ein Nukleotid (Adenosindiphosphat, ADP), Pantothensäure, Vitamin B5, sowie die Aminosäure Cystein. Diese drei Komponenten werden während der Synthese im Körper miteinander verknüpft und anschließend noch leicht modifiziert werden[1].
Coenzym A ist Bestandteil jeder lebenden Zelle. Coenzym A ist ein zentrales Element im Zellstoffwechsel und essentiell für die Energiegewinnung in den Mitochondrien. Neben seiner Funktion im Energiestoffwechsel wird Coenzym A auch für die Synthese von Cholesterin, sowie Sexual- und Nebennierenhormonen benötigt.
Vorkommen in der Nahrung
Pantothensäure kommt, zumindest in kleinen Mengen, in allen mehrzelligen Organismen vor. Besonders reiche Quellen dieses B-Vitamins sind Innereien, Eigelb, Fisch, Avocado, Brokkoli, Pinienkerne und Bierhefe[2].
Pantothensäure wird über den Bürstensaum der Dünndarmschleimhaut aufgenommen. Ein Überschuss wird über den Urin ausgeschieden.
Mangelsymptome
Ein isolierter Mangel an Pantothensäure ist äußerst selten. Meistens findet man auch Defizite anderer B-Vitamine. Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Lebererkrankungen und Darmerkrankungen, sowie Alkoholiker.
Symptome können sein:
- Müdigkeit
- Schlaflosigkeit
- Depressionen
- tauben oder schmerzenden Muskeln
- Anämie
- Immunschwächen
Burning-Feet Syndrom
Erstmals beschrieben wurde das Syndrom während des Zweiten Weltkriegs. Kriegsgefangene in Burma und Japan litten an einem Pantothensäuremangel. Die Beschwerden treten nach einem drei- bis viermonatigen Pantothensäuremangel auf. Die Krankheitserscheinungen sind zuerst Kribbeln und Taubheit in den Zehen, gefolgt von Brennen und Stechen in den Füßen.
Labordiagnostik
Um einen Mangel festzustellen, eignet sich die Bestimmung des Pantothensäurewertes im Vollblut oder die Pantothenausscheidung im Harn.
Pantothensäure als Nahrungsergänzungsmittel
Eine isolierte Einnahme von Pantothensäure ist nur bei einem vorliegenden Pantothensäuremangel zu empfehlen. Eine Überdosierung ist schwer, da überschüssige Pantothensäure über den Harn ausgeschieden wird. Bei einer Einnahme von 10 g/ Tag über mehrere Monate, kam es bei den Probanden zu leichten Darmstörungen und Durchfall[3].
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[1] Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Lubert Stryer: Biochemie. 6 Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2007. ISBN 978-3-8274-1800-5.
[2] Otten, J. J., Hellwig, J. P., Meyers, L. D. (2008). Dietary reference intakes: The essential guide to nutrient requirements. Washington, DC: The National Academies Press
[3] Gabriel a Camporeale, Rocio Rodriguez-Melendez, Janos Zempleni: Pantothenic acid and biotin. In: Ira Wolinsky, Judy A. Driskell (Hrsg.): Sports Nutrition: Vitamins and Trace Elements. CRC Press, Kapitel 9, 31. Oktober 2005, S. 312.
