In der aktuellen Juni-Ausgabe des amerikanischen Magazin TIME heißt es plötzlich: „Esst Butter“. Nach über 50 Jahren kommt nun endlich die wisschenschaftlich fundierte Kehrtwende.

Es zeichnet sich langsam ein Paradigmenwechsel ab. Der Low Fat, Low Calorie Mythos wird begraben. Der TIME Artikel stützt sich vor allem auf eine aktuelle Meta-Studie aus März 2014 die am Ende ganz klare Worte findet:
„Aktuelle Indizien unterstützen NICHT die aktuellen kardio-vaskulären (=Herzkrankheits) Richtlinien. Diese behaupten nämlich, dass der Konsum von einem hohem Anteil mehrfach ungesättigter Fetten (Omega-6 und Omega3 [Anm.]) und einem eingeschränktem Konsum von gesättigtem (=meist tierisches) Fett sinnvoll ist. [Diese Meta-Studie ist davon aber nicht überzeugt]“
Auch hier im Blog habe ich bereits eine Studie aus 2006 zu diesem Thema angesprochen
Eine im Schnitt 8,1 Jahre andauernde Ernährungs-Intervention welche die Aufnahme von Fett reduzierte und die Aufnahme von Obst, Gemüse und Getreide erhöhte, führte zu KEINER signifikanten Reduktion des Erkrankungsrisikos für CHD, stroke und CVD bei postmenopausalen Frauen. CVD Risikofaktoren konnten nur mäßig verbessert werden.
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Die TIME Berichterstatung im Laufe der Zeit
Zum Spaß hier die Zeitleiste der Fett und Cholesterin Leitartikel/Titelbilder der vergangenen 50 Jahre.

Im Jahre 1961 sehen wir den Arzt und Forscher Ancel Keys auf dem Cover. Die Sieben-Länder-Studie hat damals (fälschlicherweise) gezeigt, dass es einen (kausalen) Zusammenhang zwischen der Menge an konsumierten Fett und Herzkrankheiten gibt. Außerdem gab es immer noch den Fokus auf Unterversorgung (aber bei gleichzeitigem Anstieg der Fettleibigkeit). Schließlich haben sich alle politischen Gremien nach dem zweiten Weltkriegt vor allem um Unterernährung gedanken gemacht und kamen nun langsam zu dem Schluss, dass auch eine Überversorgung eine Fehlernährung ist.
Im Jahre 1984 kam dann eines der einprägsamsten Cover überhaupt:

Im Artikel „Bitte keine Eier oder Butter“ wurde fälschlicherweise vom „bewiesen tödlichen“ Cholesterin berichtet und dass wir unsere Ernährungsweise anpassen müssen. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht die Rede von „gutem“ und „bösen“ Cholesterin. Es gab nur EIN Cholesterin und das war zwar „lebensnotwendig aber auch gefährlich“.
4 Jahre Später, im Jahre 1988 dann die Erkenntnis: Es gibt “gutes” Cholesterin, nämlich HDL.

Im Leitartikel: „Die Suche nach dem Lebenselixier: HDL, das gute Cholesterin“ wird ein Arzt, Dr. Sprecher zitiert, der vor allem mit diversen Statinen und Niacin (B3) an der Cholesterinsenkung seiner Patienten forscht. Er sah bei seinen Untersuchungen, dass hohes HDL sogar postive Wirkung bei Herzkrankheiten zeigt. Nicht alles Cholesterin ist also schlecht.
Nur ein Jahr später im Jahr 1989 gab es in der europäischen Ausgabe ein Spiegelbild des 84er Covers.

Cholesterin: Und jetzt die Gute Nachricht. Der Leitartikel: Eier sind OK, Margarine nicht. Die neue Wissenschaft vom richtigen Essen verspricht viel, ist online aber leider nicht abrufbar.
Nach einer langen Pause gibt es im Jahr 2003 ein Cover mit der Frage „Was macht uns wirklich dick?“

Hier wird auf die klassische kalorienreduzierte Diät eingegangen, mit der viele Leute einfach nicht abnehmen. Als alternative wird die wissenschaftlich fundierte, jedoch oft falsch dargestellte Atkins Diät vorgestellt. Atkins ist eine Diät mit hohem gesunden Fettanteil, moderatem Eiweiß bzw Fleischkonsum und niedriger Kohlehydrataufnahme.
Juni 2014

Der aktuelle Leitartikel probiert ein-für-allemal den Mythos gesättigtes (=meist tierisches) Fett ist schlecht zu begraben. TIME hat sogar ein kurzes Video produziert
Referenzen:
Rajiv Chowdhury, MD, PhD, et al. – Association of Dietary, Circulating, and Supplement Fatty Acids With Coronary Risk: A Systematic Review and Meta-analysis, 18 March 2014
